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Autorennen durch den Flughafentunnel

BMW und Audi nebeneinander mit 135 km/h gemessen

Raser, Flughafentunnel LPD Salzburg
Das Bild zeigt die Messung der Geschwindigkeit aus dem Dienstfahrzeug. 

Nebeneinander und mit weit überhöhter Geschwindigkeit rasten am späten Freitagabend zwei Autolenker durch den Flughafentunnel. Der Audi-Lenker wurde geschnappt, der BMW-Fahrer wird jetzt über die Videoüberwachung ausgeforscht.

Die beiden Raser waren am Freitag gegen 22.30 Uhr auf der Innsbrucker Bundesstraße in der Stadt Salzburg unterwegs und gingen dabei einer Zivilstreife der Landesverkehrsabteilung ins Netz.

135 statt 50 km/h

Die Beamten beobachteten, wie die beiden Fahrzeuge, ein Audi und ein BMW, mit weit überhöhter Geschwindigkeit und nebeneinander in Fahrtrichtung Wals (Flachgau) durch den Flughafentunnel rasten. Unmittelbar nach dem Tunnelportal wurde im Nachfahren eine Spitzengeschwindigkeit von 135 km/h gemessen. Erlaubt sind hier 50 km/h.

Raser erwarten harte Strafen

Weil sich die Wege der beiden Lenker trennten, konnte nur der BMW-Lenker, ein 24-Jähriger aus Wals, angehalten werden. Er wird angezeigt und ein Führerscheinentzugsverfahren wird eingeleitet. Nach Auswertung der Videobeweismittel werde auch gegen den Audi-Lenker Anzeige erstattet werden, heißt es abschließend im dem Polizeibericht.

(Quelle: SALZBURG24)

Schnöll sagt Corona-Rasern den Kampf an

Raser Scheffau LPD Salzburg
In Scheffau wurden ebenfalls mehrere Verkehrssünder geblitzt.

Seit Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus häufen sich die Meldungen über Raser auf den leeren Straßen im Bundesland Salzburg massiv. Verkehrslandesrat Stefan Schnöll (ÖVP) hat „dafür überhaupt kein Verständnis“ und startet mit der Polizei eine „Aktion scharf“. Der Strafrahmen soll ausgeschöpft werden.

Alleine im Zeitraum von Beginn der Ausgangsbeschränkungen bis jetzt wurden mindestens 20 Geschwindigkeitsüberschreitungen gemessen – größtenteils waren die Raser nachmittags und abends unterwegs, heißt es in einer entsprechenden Aussendung des Verkehrslandesrats.

Die höchste gemessene Geschwindigkeitsüberschreitung mittels stationärem Radar im Ortsgebiet war bei zulässigem Tempo 50 112 km/h. Auf Freilandgebiet wurde auf der B162 Lammertal Straße ein Lenker mit 163 km/h gemessen. Auf der Autobahn wurde ein Lenker bei erlaubtem Tempo 100 mit 179 km/h vom Radar erfasst. Am vergangenen Wochenende wurde durch eine Zivilstreife mit 224 km/h aus dem Verkehr gezogen. Die meisten Überschreitungen wurden auf der A10 und im nördlichen Flachgau gemessen. Und auf der Alpenstraße in der Stadt Salzburg wurde ein Autofahrer mit satten 112 km/h geblitzt. Wir haben berichtet.

Stefan Schnöll APA/ROLAND SCHLAGER
Verkehrslandesrat Stefan Schnöll hat für Raser "überhaupt kein Verständnis".

„Aktion scharf“ hat Raser in Salzburg im Fokus

Diese Raser würden in der aktuellen Krisensituation neben sich vor allem auch die Allgemeinheit gefährden. "Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür. Wir werden gegen diese Raser jetzt nochmals verschärft vorgehen“, kündigt Schnöll an. Konkret starten das Land Salzburg und die Verkehrspolizei zu Ostern eine „Aktion scharf“. Dabei stünde vor allem die Zielgruppe der Raser im Fokus.

 

Strafen bereits verdoppelt

Bereits Anfang des Jahres wurden die Richtsätze für Strafen bei Rasern verdoppelt. Bis 30 km/h Überschreitung blieben sie unverändert. "Wir wollen mit der Straferhöhung die Raser treffen, die mit ihrem rücksichtslosen Verhalten Leben gefährden. Ich will auch betonen, dass ich nicht für Pflanzereien der Autofahrer zu haben bin, weshalb wir sicher nicht die Richtsätze für Überschreitungen von fünf km/h oder dergleichen erhöhen werden. Wir verschärfen bewusst für die Zielgruppe der Raser. Mit der Anhebung der Strafen wollen wir eine generalpräventive Wirkung schaffen und die teilweise sehr überhöhten Geschwindigkeiten auf unseren Straßen wieder reduzieren", begründete Schnöll im Dezember letzten Jahres die Entscheidung.

Strafrahmen bei Rasern wird ausgeschöpft

Der Verkehrslandesrat hat mit den zuständigen Strafbehörden nun vereinbart, in der aktuellen Situation noch weiter zu gehen: "Ich bin mit den Bezirkshauptleuten und den Strafbehörden überein gekommen, dass besonders jetzt bei Rasern die Strafhöhen noch strenger ausgelegt werden sollen. Die Behörde hat neben den Richtsätzen einen Rahmen für die konkrete Entscheidung. Raser werden jetzt noch kritischer geprüft und der Rahmen soll noch weiter ausgeschöpft werden", so Landesrat Stefan Schnöll.

Mit den Bezirkshauptmannschaften sei außerdem vereinbart, dass Anzeigen nach Geschwindigkeitsübertretungen während der Corona-Zeit rasch abgehandelt werden, damit den Rasern schnell vor Augen geführt wird, was diese massiven Überschreitungen für Konsequenzen mit sich bringen.

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