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Das sind die Gründe

Ostösterreicher stürmen Salzburgs Passamt

Verstärkter Andrang im ganzen Bundesland

symb_Reisepass, symb_Pass, symb_Reisedokument, symb_Reisepassübergabe Land Salzburg/Andreas Putz
Die Nachfrage nach neuen Reisepässe in Salzburg ist derzeit hoch.

Nach dem Corona-Jahr 2020 ist im diesjährigen Sommer die Reiselust der Österreicherinnen und Österreicher besonders groß. Um am Strand in Italien oder unter der griechischen Sonne Urlaub machen zu können, ist ein gültiger Reisepass jedoch notwendig. Salzburgs Passämter spüren derzeit einen massiven Andrang, die Gründe dafür sind vielfältig – auch zahlreiche Ostösterreicher reisen dafür extra in die Mozartstadt.

Die salzige Meeresluft riechen, die Wärme der Sonne auf der Haut spüren, den malerischen Sonnenuntergang am Strand sehen. Na, Lust auf Urlaub bekommen? Lautet die Antwort „ja“, empfiehlt sich vor der Urlaubsbuchung ein Blick in den Reisepass. Ist dieser noch gültig oder gilt es sich möglichst rasch einen neuen zu organisieren? 

Run auf Passamt der Stadt Salzburg

Zweiteres betrifft aktuell zahlreiche Salzburgerinnen und Salzburger. „Wir spüren derzeit einen verstärken Run“, heißt es aus dem Passamt der Stadt Salzburg gegenüber SALZBURG24 am Mittwochvormittag. 150 bis 160 Termine werden dort derzeit pro Tag abgewickelt, damit ist das Passamt voll ausgelastet. Geöffnet hat dieses Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 16 Uhr und am Freitag von 7.30 bis 13 Uhr.

 

Der Magistrat der Stadt Salzburg erwartet sich für heuer zu den durchschnittlichen 15.000 neuen Reisedokumenten noch zusätzliche 10.000 aus dem Vorjahr. Dort hat man auf den verstärkten Ansturm personell reagiert und drei zusätzliche Mitarbeiter bis September eingestellt. Auch in der Telefonwarteschleife werden allgemeine Fragen zum Thema Reisepass beantwortet.

Das Jahr 2000 als Grund für den Ansturm

Für den verstärkten Ansturm gibt es gleich mehrere Gründe: „Durch die Corona-Pandemie ist das letzte Jahr quasi ins Wasser gefallen“, heißt es aus dem Passamt. Das bedeutet, dass viele Salzburgerinnen und Salzburger die Verlängerung ihres Reisepasses um ein Jahr aufgeschoben haben und diese – wo Urlaubsreisen wieder größtenteils möglich sind – nachholen.

 

Ursprünglich war nämlich für das Jahr 2020 ein erhöhter Andrang bei den Passämtern erwartet worden. Die Ursache liegt dafür schon einige Jahre zurück: Mit 1. Juni 2000 trat eine wesentliche Gebührenerhöhung in Kraft, und damals besorgten sich zahlreiche Österreicherinnen und Österreicher noch zum alten Tarif einen Pass. Reisepässe von Erwachsenen laufen nach zehn Jahren ab, daher gab es diesen neuerlichen Andrang 2010 und er wurde auch wieder für 2020 erwartet.

Ostösterreicher reisen nach Salzburg

Zudem würden zahlreiche Menschen aus Niederösterreich oder Wien Termine im Salzburger Passamt vereinbaren: „Wir sind eines der wenigen Passämter, das auch am Nachmittag geöffnet hat. Daher kommen viele Ostösterreicher, die in ihrem Bundesland keinen Termin mehr bekommen haben, mit dem Zug zu uns“, erklärt ein Passamt-Mitarbeiter. Neben den Ostösterreichern finden sich im Passamt der Stadt Salzburg auch viele Auslandsösterreicher, die in Deutschland leben, ein. Das ist möglich, da jede Österreicherin und jeder Österreicher einen Reisepass prinzipiell bei einem beliebigen Passamt im Land ausstellen lassen kann.

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Doppelt so viel Reisepässe ausgestellt

Diese Tatsache spürt auch der Lungau. Dort holen sich zahlreiche Menschen aus dem angrenzenden Kärnten und der Steiermark ihre Pässe. Auch der Pongau verzeichnet in den vergangenen Monaten einen deutlichen Anstieg bei den Passanträgen. Von April bis Juni des Vorjahres wurden 1.700 behandelt, von April bis Juni 2021 waren es mit 3.300 fast doppelt so viele.

Reisedokument ist bei Reisen innerhalb der EU bzw. innerhalb des Schengen-Raumes neben dem Reisepass übrigens auch ein gültiger Personalausweis. Ein Tipp für alle, die sich vor ihrem Urlaub aber noch einen neuen Reisepass organisieren: Unbedingt früh genug einen Termin vereinbaren.

So kommt ihr zu einem neuen Reisepass

  • Passbehörden sind die Bezirkshauptmannschaften und der Magistrat der Landeshauptstadt, dort sind Anträge unabhängig vom Wohnort möglich. Zusätzlich kann man den Reisepass auch in der eigenen Heimatgemeinde beantragen, sofern die Gemeinde diesen Service anbietet.
  • Mitzunehmen sind ein biometrisches Passfoto und der alte Reisepass sowie gegebenenfalls zusätzliche Unterlagen wie zum Beispiel bei Namensänderung eine Heiratsurkunde.
  • Die Passbehörde stellt den Reisepass nicht direkt aus, dieser wird bei einer gewöhnlichen Zustellung innerhalb von ca. fünf Arbeitstagen per Post an die angegebene Adresse (z.B. Wohnung, Arbeitsstätte, Passbehörde) zugestellt. Bei Antragstellung über die Gemeinde muss mit einer längeren Wartezeit gerechnet werden.
  • Wer es besonders eilig hat, kann einen Expresspass oder einen Ein-Tages-Expresspass beantragen, diese sind aber teurer. Dazu gibt es in besonderen Fällen einen Notpass.
  • Gebühren: 75,90 Euro sind zu entrichten. Für Kleinkinder bis zwei Jahre ist der Reisepass gratis, für Kinder von zwei bis zwölf Jahren kostet er 30 Euro. Ein Expresspass kostet 100 Euro, ein Ein-Tages-Expresspass 220 Euro.
  • Der Antrag muss persönlich eingebracht werden.
(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 17.10.2021 um 08:23 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/reisepaesse-sturm-auf-passamt-der-stadt-salzburg-107546833

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