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Riesige Preisdifferenzen bei Installateuren

Kosten und Art der Abrechnung gehen bei Installateuren offenbar weit auseinander. (Themenbild) Bilderbox/Archiv
Kosten und Art der Abrechnung gehen bei Installateuren offenbar weit auseinander. (Themenbild)

Hohe Preisunterschiede bei Stundenkosten, nicht nachvollziehbare Abrechnung: Die Kosten für Installateure sind laut Arbeiterkammer Salzburg (AK) nicht nur stark gestiegen. Sie sind auch intransparent, die Unterschiede nicht nachvollziehbar. Hier geben die Experten Tipps, wie man sich durch diesen Preisdschungel kämpft.

Die Arbeiterkammer Salzburg hat die Preise von 71 Installateur-Betrieben im Bundesland Salzburg miteinander verglichen. „Dabei wurden die Kosten für Arbeitsstunden von Meister, Geselle, Lehrling und Helfer erfasst. Erhoben wurden außerdem, ob es eine Mindestarbeitszeit gibt sowie ob und wie sich Fahrtkosten zu Buche schlagen“, berichtet AK-Konsumentenschützerin Claudia Bohl, die diese Erhebung durchgeführt hat, in einer Aussendung.

Die Ergebnisse: Preisunterschiede für die Arbeitsstunde von bis zu fast 170 Prozent und ein wahrer Dschungel, was die Zusatzkosten betrifft.

Arbeitsstunde: Riesige Preisunterschiede

Was die reinen Kosten für eine Arbeitsstunde betrifft, hängt davon ab, welches Personal anrückt: Der Preis für eine Meisterstunde liegt bei dieser Erhebung zwischen 38 und 102 Euro, also eine Maximaldifferenz von 168 Prozent.

Etwas günstiger die Gesellenstunde: Von 33 bis 81,60 Euro spannt sich hier der Preisbogen – Differenz: 147 Prozent. Helferstunden liegen preislich zwischen 35 und 67,20 Euro (Preisdifferenz 92 Prozent). Bei den Lehrlingsstunden wird in den meisten Unternehmen für alle Lehrlinge ein gleich hoher Stundensatz verrechnet, unabhängig davon in welchem Lehrjahr sie sich befinden. Hier herrschen Preisunterschiede von 25 Euro bis 67,20 Euro, also eine Differenz von 168 Prozent (lediglich 8 von 71 Unternehmen unterscheiden beim Preis nach der Ausbildungszeit).

So stark stiegen die Installateurpreise

Die Arbeiterkammer hat bereits im Jahr 2012 eine solche Erhebung gemacht. Die Steigerungen: Meister + 14 Prozent, Geselle + 15,5 Prozent, Lehrling + 24,4 Prozent und Helfer plus 20 Prozent. „Der Verbraucherpreis-Index (VPI) ist im selben Zeitraum um 8,8 Prozent gestiegen ist“ sagt Konsumentenschützerin Bohl, „die durchschnittliche Preisentwicklung liegt bei allen Stundenpreisen also deutlich über der Inflationsrate.“

Wie sieht es übrigens im Bezirksvergleich aus, gibt es auch regionale Preisunterschiede? Ja: So ist eine Partiestunde (Meister- und Helferstunde) in der Stadt Salzburg mit einem Durchschnittspreis von 126,67 Euro am teuersten. Am billigsten ist die Partie im Lungau mit durchschnittlich 90,60 Euro.

Wie setzen sich die Zusatzkosten zusammen?

Allein die Kosten für eine Arbeitsstunde helfen bei einem Preisvergleich aber nicht wirklich weiter denn: „hinsichtlich der Fahrtkosten ist zu sagen, dass diese sehr unterschiedlich verrechnet werden. 63 Unternehmen berechnen die Weg-Zeit als Arbeitszeit. Dazu kommt, dass viele Betriebe zusätzlich Fahrtkostenpauschalen, bzw. km- oder Zonen-Geld verrechnen“, so Bohl.

Nur knapp ein Drittel (25) der erhobenen Betriebe verrechnet ihre Arbeitszeit nach dem tatsächlichen Aufwand. Alle anderen berechnen den Kundschaften Mindestarbeitszeiten zwischen 15 bis 30 Minuten.

Undurchsichtige Kilometerabrechnung

Ein weiteres Problem, das gehäuft in der AK-Beratung auftritt, ist jenes mit der Verrechnung der Fahrtkosten. „Hier wird oft die kilometerbezogene Abrechnung kritisiert. Die Leute fragen sich zu Recht, von welchem Ausgangspunkt die Kilometer berechnet werden - Firmensitz oder vorheriger Auftragsort?“, erklärt die AK-Expertin.

Der Teufel steckt also im Detail: Aufgrund der unterschiedlichen Verrechnungspraktiken der Unternehmen ist eine Vergleichbarkeit der Preise oft kaum möglich. Entweder fallen die Installateur-Stunden auf den ersten Blick sehr hoch aus, dafür wird die Weg-Zeit nicht als Arbeitszeit verrechnet. Oder: der Preis für die Installateur-Stunde ist vergleichsweise niedrig angesetzt - allerdings wird bezüglich der Fahrtkosten eine Pauschale, plus km-Geld und Verrechnung der Weg-Zeit als Arbeitszeit festgesetzt. Als Orientierungshilfe rät Konsumentenschützerin Bohl, Kostenvoranschläge einzuholen.

Sechs Tipps der AK-Experten

  • Ein Preisvergleich nach Einholung mehrerer Angebote ist jedenfalls empfehlenswert.
  • Wenn möglich, Kostenvoranschlag einholen, damit man am Ende keine negative Überraschung erlebt.
  • Ein Kostenvoranschlag muss nur bezahlt werden, wenn Sie vorher darauf aufmerksam gemacht wurden.
  • Kostenvoranschläge sind verbindlich, wenn nicht ausdrücklich etwas anderes vereinbart wurde. Die Endsumme darf aber keinesfalls höher ausfallen, als im Kostenvoranschlag angegeben.
  • Bei unverbindlichen Kostenvoranschlägen darf die Endsumme nicht mehr als 10 bis 15 Prozent vom Voranschlag abweichen. Ausnahme: der Unternehmer hat diesbezüglich Rücksprache mit Ihnen gehalten.
  • Achtung Kostenfalle: Erkundigen Sie sich über die Verrechnung der Fahrtkosten und bedenken Sie auch, dass die Weg-Zeit eventuell als Arbeitszeit verrechnet wird.

Aufgerufen am 09.12.2018 um 11:12 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/riesige-preisdifferenzen-bei-installateuren-57548383

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