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Salzburg Bulls: Urgesteine österreichischen Footballsports

Die Salzburg Bulls sind seit den Anfangstagen im österreichischen Football dabei und konnten der Liga ihren Stempel aufdrücken. SALZBURG24 traf Ex-Spieler und Vorstands-Mitglied Peter Marazeck und diskutierte sich von der Vergangenheit bis in die Gegenwart.

Football boomt auch in Österreich. Rot-Weiß-Rot spielt seit Jahren auf europäischem Niveau ganz oben mit. Die ganz großen Tage sind bei den Salzburg Bulls vorbei. Bei dem Wettrüsten, das im heimischen Football stattfindet, können sich die Salzburger nicht beteiligen. Zwischen 200.000 und 300.000 Euro an Budget werden bei den Spitzenteams kolportiert. Das ist für die beiden Urgesteine Peter Marazeck und Alexander Narobe kein Grund, den Sport in Salzburg mit weniger Enthusiasmus voranzutreiben.

Bei den Salzburg Bulls seit den Anfangstagen

„Ohne Alex und mich würde es den Football-Sport in Salzburg und die Salzburg Bulls so nicht geben“, meinte Marazeck über sich und und seinen Vorstands-Kollegen bei einem Besuch von SALZBURG24 am neuen Bulls-Field in Gnigl. Die Beiden engagieren sich seit den Anfangstagen bei den Salzburg Bulls, die in den ersten Jahren noch als Lions im Meisterschaftskampf und mit Marazeck und Narobe auf dem Spielfeld, statt wie heute in Vorstandfunktionen, unterwegs waren. „Damals noch mit etwas mehr Erfolg“, sagt Marazeck mit leicht zynischem Grinsen.

Große Erfolge der Salzburg Bulls

1983 fanden die ersten Spiele gegen renommiertere Teams statt und man erspielte sich Respekt. Im Jahr darauf, 1984 war das erste Jahr mit Meisterschaftscharakter, ging dann gleich der Titel nach Salzburg. Mit Unterstützung des Amerikaners Dave Hintsche setzte sich das Team gegen die erfahreneren Mannschaften aus Wien, Graz und Innsbruck durch. Saisonhighlight war ein 26:25 Sieg gegen die Graz Giants von rund 2000 Zuschauern im alten Lehener Stadion. Ein weiterer Meistertitel und zwei Vizemeisterschaften sollten folgten und 1990 musste man sich im Endspiel der Eurobowl, diesmal fanden beachtliche 6000 Zuschauer ins Stadion, den hochfavorisierten Berlin Adlern nur knapp geschlagen geben. „Das war schon ein Wahnsinn!“, streut Marazeck zwischendurch ein. Es ist ein Genuss zuzuhören, wie er mit leuchtenden Augen und voller Enthusiasmus die Geschichten aus seinem Sport aufleben lässt. Zwei Drittel seines Lebens verbrachte er mit den Salzburg Bulls, bis zu 20 Stunden in der Woche. Seine Frau Elena unterstützt ihn dabei.

„Wir wollen das Playoff erreichen!“

Zu Beginn der 90er-Jahre „fing der Einkaufswahnsinn an“, erzählt Marazeck weiter. Es gab damals keine Ausländer-Beschränkung. Mit Red Bull als Sponsor fanden bis zu sechs Amerikaner ihren Weg ins Kader der Salzburg Bulls. Nach der Ära des Getränkeherstellers aus Fuschl beschränkten sich die Football-Bullen auf eine rein österreichische Mannschaft, es folgten mehrere Jahre des ständigen Auf- und Absteigens. In der AFL, der obersten Spielklasse, hat eine reine Amateurmannschaft wie jene der Salzburg Bulls – die Spieler kaufen sogar ihre Dressen selbst – keine Chance auf Bestehen. Seit dieser Saison wird wieder in der Division I, der zweithöchsten Spielklasse, um Punkte gekämpft. „Bis jetzt hat jeder einmal verloren, jeder kann jeden schlagen“, beschreibt der 44-jährige Vollblut-Footballer Marazeck die ausgeglichenen Kräfteverhältnisse in dieser Liga. „Wir wollen das Playoff erreichen!“, so das klare Ziel der Bulls.

Bulls Field: Heimspiel im eigenen Football-Stadion

Ein besonderes Debüt findet beim ersten Saison-Heimspiel am Samstag (14. April, 15 Uhr) statt. Nach einer jahrelangen Odyssee über verschiedenste Spielstätten können die Salzburg Bulls erstmals auf ihrem eigenen Platz, dem Bulls Field im ASKÖ-Sportzentrum Gnigl, zum Match antreten. Eine Tribüne wurde kurzerhand aus dem Bestand der Salzburger Festspiele herausgekauft, finanziert über einen Privatkredit von Narobe und Marazeck und vom Team in Eigenarbeit aufgestellt. „Andere investieren auch viel Geld in ihre Hobbies“, rechtfertigt der ehemalige Nationalteamspieler die Ausgaben für seine Football-Leidenschaft.

Lohn? „Kann man mit Geld nicht aufwiegen!“

Bleibt nach einem ausführlichen Zwei-Stunden-Gespräch nur eine Frage offen: Unzählige Arbeitsstunden und finanzielle Aufwände für die Salzburg Bulls – was ist der Lohn für das Ganze? „Eine hohe Auszeichnung von der ASKÖ, hie und da eine Erwähnung in der Presse und unsere Meinungen werden in der österreichischen Football-Gemeinschaft wertgeschätzt – das kann man mit Geld sowieso nicht aufwiegen!“ (Florian Gann / SALZBURG24)
(Quelle: S24)

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