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"Dafür fehlt uns Fantasie"

Salzburg erteilt Wiener Schanigarten-Plan Absage

Mozartstadt verzichtet erneut auf Gastgarten-Gebühr

symb_Schanigarten, Gastgarten, Gastronomie, APA/HANS PUNZ
Wer als Gastwirt über ein paar Quadratmeter vor seinem Lokal verfügt, nützt diesen gern für einen Schanigarten.(SYMBOLBILD)

Um Gastronomen unter die Arme zu greifen, prescht Wien mit dem Vorhaben vor, öffentliche Schanigärten einzurichten. In der Stadt Salzburg stößt diese Idee auf wenig Gegenliebe.

Salzburg

Mittlerweile sind Restaurants, Cafés, Bars und Co seit 17 Wochen geschlossen – die Gastro mit ihren zahlreichen Mitarbeitern schaut weiter durch die Finger. Zum Wochenbeginn zeigten sich Vertreter der Gastronomie von den Entscheidungen der Bundesregierung schwer enttäuscht. Die Öffnung der Gastgärten zu Ostern reiche nicht. Viele Betriebe hätten keinen Außenbereich oder dieser sei zu klein, um die Öffnung wirtschaftlich darstellen zu können.

Wien prescht mit Vorschlag vor

Die Stadt Wien will deshalb ab 27. März öffentliche Schanigärten einrichten, um Gastronomen, die über einen solchen nicht verfügen, eine Möglichkeit zur Wiederaufnahme des Betriebs zu geben. "Wenn sich Menschen unreguliert treffen, besteht die Gefahr der erhöhten Ansteckung", argumentiert Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Idealerweise würden die Zusammenkünfte dann in kontrolliertem Rahmen, etwa in Schanigärten, stattfinden.

Keine öffentlichen Schanigärten in Salzburg

Wäre das auch in Salzburg möglich? "Für den Wiener Vorschlag fehlt uns ein bisschen die Fantasie", heißt es dazu am Mittwochvormittag auf SALZBURG24-Anfrage aus dem Büro von Bürgermeister Harry Preuner (ÖVP). "Wenn jeder Lokalbetreiber einen Schanigarten einrichten darf, ist die öffentliche Sicherheit nicht mehr gewährleistet." Es spreche jedoch nichts dagegen, bestehende Schani- und Gastgärten zu erweitern bzw. zu vergrößern – "Dort, wo es möglich ist", ergänzt der Sprecher des Bürgermeisters.

Verzicht auf Gebühr

Wer als Gastwirt über ein paar Quadratmeter vor seinem Lokal verfügt, nützt diese gern als idyllischen Ort für einen Schanigarten. Die monatliche Gebühr beträgt innerhalb der Altstadt 4,12 Euro pro Quadrameter und außerhalb 2,12 Euro. Normalerweise – also in Zeiten vor Corona – nimmt die Landeshauptstadt dadurch mehr als 200.000 Euro an Gebühren für die Benützung der Schanigärten ein.

 

Die Stadt Salzburg kündigte jedenfalls bereits am Dienstag an, bis auf weiteres auf diese Gebühr verzichten zu wollen – so wie schon im letzten Jahr. Bürgermeister Preuner habe die zuständigen Stellen im Magistrat angewiesen, keine Vorschreibungen ab diesem Zeitpunkt durchzuführen. "Mit diesem Schritt wollen wir den Wirten unter die Arme greifen. Und mithelfen, der Bevölkerung ein kleines Stückchen Normalität zurück zu geben", so Preuner, der die "Ende März angekündigte Öffnung der Gastgärten begrüßt. Wir hoffen alle, dass das Infektionsgeschehen diese zulässt." Dem Vernehmen nach werde man erst im April eine Öffnung der Indoor-Gastronomie angehen.

Unterschied zu Gastgarten: Was ist was?

Auch wenn sprachlich nur selten Unterschiede gemacht werden, sind Schani- und Gastgärten zwei unterschiedliche Dinge: Als Schanigärten versteht man "Freischankflächen auf öffentlichem Grund". Der prinzipielle Unterschied zum normalen Gastgarten ist der, dass die Besucher im Schanigarten auf einem öffentlichen Grundstück sitzen – der Gastgarten hingegen gehört in der Regel zum Lokal.

Nähere Angaben zu Unterschieden, Besonderheiten und den behördlichen Genehmigungen hat die Stadt Salzburg HIER zusammengefasst.

(Quelle: SALZBURG24)

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