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Salzburg könnte Zeckenplage bevorstehen - Experten warnen

Die Zeckenpopulation könnte heuer in Salzburg stark ansteigen. APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Die Zeckenpopulation könnte heuer in Salzburg stark ansteigen.

Der Juni gilt für die Zecken als Hochsaison. Bei feuchtem und warmen Wetter fühlen sich die Blutsauger wohl. Ärzte in Salzburg warnen vor einer Zeckenplage. In ganz Österreich sind die FSME-Fälle gestiegen.

Heuer hat das Zeckenjahr durch die hohen Temperaturen recht früh begonnen. Sie lauern auf Grashalmen oder in Büschen und können bei Sport- und Freizeitaktivitäten für unangenehme und gefährliche Bisse sorgen. "Aufgrund des warmen Winters können heuer besonders viele Zecken auftauchen. In Salzburg ist mit einem enormen Anstieg der Zeckenpopulation zu rechnen. Um die Gefahr einer Infektion zu reduzieren, empfehle ich jeden eine Impfung", sagte Landessanitätsdirektorin Heidelinde Neumann im Gespräch mit SALZBURG24.

Gefahr durch vergessene Zecken-Impfung

Zwar sind die Österreicher noch immer Weltmeister, was die FSME-Schutzimpfung betrifft, doch das Zeckenrisiko wird noch immer unterschätzt, was in geringeren Durchimpfungsraten und damit auch steigenden Krankheitsfällen resultiert. Entsprechend sind die Zahlen der hospitalisierten Frühsommer-Meningoenzephalitis-Fälle in den vergangenen Jahren gestiegen: Von 64 im Jahr 2015 über 89 2016 auf 116 im Vorjahr. In Salzburg wurden 2017 neun infizierte Menschen registriert. Unter den Neuerkrankungen findet sich die Altersgruppe der Menschen ab 30 Jahren auffällig oft, da Auffrischungsintervalle häufig nicht eingehalten werden oder die Impfung ganz vergessen wird.

So sieht die Verteilung der FSME_Erkrankungen in Österreich aus./APA/Department für Virologie MedUni Wien. Salzburg24
So sieht die Verteilung der FSME_Erkrankungen in Österreich aus./APA/Department für Virologie MedUni Wien.

Salzburger Ärzte warnen vor Zeckenplage

Auf der Dermatologie-Ambulanz im Landeskrankenhaus Salzburg wurden heuer bereits sehr viele Zeckenfälle registriert. "Vorige Woche wurden drei Personen mit Verdacht auf FSME untersucht. Ein Patient befindet sich stationär zur Beobachtung. Teilweise kommen Menschen mit drei Zeckenbissen zu uns ins Krankenhaus", erklärte Neumann. Die kleinen Blutsauger sind deshalb so gefährlich, weil sie zwei Krankheiten auslösen können: Zum einen die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, eine Gehirnhautentzündung.

Zum anderen die Borreliose: "Das ist eine bakterielle Erkrankung. Einzig verlässlicher Schutz gegen die FSME sei die Impfung," sagt Neumann. Borreliose lässt sich laut Neumann mittlerweile mit Antibiotika gut in den Griff kriegen. Sollte sich nach einem Zeckenbiss ein roter Fleck bilden, sollte man schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen, rät die Landessanitätsdirektorin.

Die Karte zeigt die Verbreitung der FSME in Europa./zecken.at Salzburg24
Die Karte zeigt die Verbreitung der FSME in Europa./zecken.at

Zecken-Hotspots in Salzburg

In Salzburg gelten besonders der nördliche Flachgau, das Lammertal (Tennengau), die Gegend rund um Tamsweg (Lungau) und das Gasteinertal (Pongau) als Risikogebiete. Wie viele Zecken es in Salzburg geben wird, lässt sich kaum beantworten. "Zecken scheuen die trockene Zeit. Ihnen ist es am liebsten, wenn es feucht und warm ist. Wenn die Zecken jetzt schon eine Blutmahlzeit gehabt haben, dann haben sie vielleicht auch schon Eier gelegt, und dann könnte es im Spätsommer noch einmal zu einem Anstieg der Zeckenpopulation kommen“, sagte Neumann abschließend.

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(Quelle: S24)

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