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Salzburg mit niedrigster Sterberate bei Krebs

Das Salzburger Forschungszentrum zählt zu den besten weltweit. Cancer Cluster Salzburg/APA-Fotoservice/Neumayr
Das Salzburger Forschungszentrum zählt zu den besten weltweit.

Salzburg zählt zu den Vorreitern in Sachen Krebsforschung. Nicht nur entwickelt eine Salzburgerin gerade ein Molekül gegen Krebs: In den letzten Jahren konnten die Todesfälle in Folge von Krebs drastisch reduziert werden. Salzburg hat im Bundesländervergleich die niedrigste Sterberate in Österreich. Maßgeblich verantwortlich dafür ist der "Cancer Cluster Salzburg".

Wissenschaft treibt die gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung des Landes voran. In der Wissenschafts- und Innovationsstrategie 2025 hat man sich darauf geeinigt, auch die sogenannten "Life Sciences", also Pharma, Biotech und Medizintechnik zu fördern. Alleine im Jahr 2017 hat das Land für deren Ausbau mehr als 4,5 Millionen Euro zugesagt. Zu den geförderten Projekten gehört die Weiterentwicklung des "Cancer Cluster Salzburg". In dieser Forschungsgruppe arbeiten die Salzburger Landeskliniken (SALK), das Salzburg Cancer Research Institute (SCRI) und die Paris Lodron Universität Salzburg (PLUS) eng zusammen.

Personalisierte Behandlung von Krebs in Salzburg erforscht

Ein  „Smart Specialization Centers“ soll in Salzburg aufgebaut werden. Es beschäftigt sich mit der personalisierten Behandlung von Krebs. Neben dem "Cancer Cluster" ist hier auch die Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) mit an Bord. Der Aufbau dieses Centers – ein fünf Millionen Euro Projekt - wird vom Land mit 2,4 Millionen Euro für die nächsten drei Jahre unterstützt.

In der Bevölkerungsgruppe der unter 65-Jährigen ist Krebs, sogar vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die häufigste Todesursache in Europa. Der hohe medizinische Bedarf für bessere Therapeutika wird durch die Tatsache unterstrichen, dass sowohl die Anzahl der neuen Krebserkrankungen, als auch die Todesfälle besorgniserregend ansteigen. Allein im Jahr 2012 erhielten weltweit rund 14 Millionen Menschen die Diagnose Krebs. Mehr als acht Millionen Menschen starben an den Folgen der Erkrankung. Bis zum Jahr 2030 rechnet man global mit einer jährlichen Krebsbelastung von voraussichtlich mehr als 21 Millionen Neuerkrankungen und 13 Millionen Todesfällen. „In Salzburg möchten wir die bestmögliche medizinische Versorgung bieten. Daher unterstützt das Land den Ausbau der Krebsforschung“, erklärt Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP).

Salzburg mit niedrigster Krebssterblichkeit 

Die Förderung der Wissenschaft und die Arbeit des "Cancer Clusters Salzburg" macht sich im Bundesland bereits bemerkbar: In zehn Jahren wurden knapp 10.000 Patienten in fast 500 klinischen Studien behandelt. Das führte zu einer wesentlich niedrigeren Krebssterblichkeit gegenüber dem Bundesdurchschnitt. Insgesamt zählt Österreich zu den fünf Ländern Europas mit der höchsten Überlebensrate bei Tumorerkrankungen.

Was ist der "Cancer Cluster Salzburg" 

Der Cancer Cluster Salzburg (CCS) vereint 16 Expertengruppen des Salzburger Cancer Research Institutes (SCRI), der Paris Lodron Universität Salzburg  (PLUS) und der Salzburger Landeskliniken. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Wechselwirkung von Tumorzellen mit direkt benachbarten Zellen. Dieser Vorgang beeinflusst Wachstum und Resistenzentwicklung von Krebszellen wesentlich und ist daher die ideale Ansatzmöglichkeit für die Erzeugung neuer Medikamente oder Medikament-Zusammenstellung.

Eine Medikamentenentwicklung selbst ist im Cancer Cluster nicht vorgesehen. Allerdings bietet sich, in Zusammenarbeit mit Firmen die Möglichkeit, Pharmazeutika in allen auch frühesten Entwicklungsphasen zu testen. Bei allen Forschungen steht die Nähe zu klinischen Fragestellungen im Mittelpunkt. So können die Ergebnisse bestmöglich in die Patientenbehandlung transferiert werden. „Der Nutzen für Betroffene ist zentral. Deshalb sind Patientenproben eine wichtige Basis der Forschung“, erklärt Richard Greil, Vorstand Universitätsklinik für Innere Medizin III der PMU.

Forschungszentrum unter besten zwei Prozent weltweit

Im Zuge des Ausbaus der III. Medizinischen Universitätsklinik im Jahr 2004, hat sich die Patientenfrequenz fast verdreifacht. Über das Zentrum wurden seither knapp 500 klinische Studien mit annähernd 10.000 Patienten durchgeführt. Die Studienaktivität umfasst den frühestmöglichen Einsatz der Medikamente, bis zum bestmöglichen Stand der Therapie (Phase I bis III Prüfungen). Wobei die Behandlung das gesamte Spektrum der Hämatologie und Onkologie umfasst.

Neue Methoden oder Medikamente führten in zahlreichen Indikationen zu einer signifikanten Verbesserung der Therapieergebnisse. Dafür werden europaweit und zum Teil weltweit die ersten Patienten eingebracht. Sie kommen dann in den Vorteil innovativer Therapien. Die Pharmaindustrie zählt das Zentrum zu den besten zwei Prozent weltweit.

Fachkräfte, ausgebildet in Salzburg

Das Ausbildungsprogramm des Masterstudiengangs „Medizinische Biologie“ setzt auf regionale Forschungsschwerpunkte wie Krebsforschung, Immunologie, Allergie und Regenerative Biologie. So können qualifizierte Kräfte im biomedizinischen Bereich langfristig gesichert werden. Denn sowohl für die Forschung, als auch für Unternehmen in diesem Bereich ist die Verfügbarkeit von Fachkräften grundlegend. Alle krebsforschungsbezogenen Partnerinstitutionen haben Lehrende für dieses Studium entsandt. Das Studium findet zur Gänze auf Englisch statt, die ersten Studierenden werden im Herbst 2018 abschließen. „Auf lange Sicht möchte man die besten Talente hier ausbilden und mittels verschiedener Maßnahmen für die Krebsforschung gewinnen. Wesentlich ist, dass wir qualitativ hochwertige Dissertationen ermöglichen, forschungsbasierte Innovation vorantreiben und im internationalen Wettbewerb Anerkennung finden“, so Fachbereichsleiter Fritz Aberger.

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