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SAK-Flutlicht

Kontrollamts-Bericht wirft Fragen auf

Stadt Salzburg soll 650.000 Euro zuschießen

SAK 1914 FMT-pictures/TA
Der SAK wünscht sich auf seiner Anlage eines Flutlicht.

Der Salzburger Stadtverein SAK wünscht sich ein neues Flutlicht. Finanzielle Unterstützung in Höhe von rund 650.000 Euro für die Anschaffung soll vonseiten der Politik erfolgen. Diese ist sich über die Notwendigkeit einer Neuanschaffung uneins. Denn: Laut einem jüngst veröffentlichten Kontrollamts-Bericht sei die derzeitige Anlage voll funktionstauglich.

Um rund 850.000 Euro will der Fußball-Regionalligist ein neues Flutlicht auf seiner Anlage in Salzburg-Nonntal errichten, gut 650.000 Euro davon soll die Stadtpolitik zuschießen. Nach der Veröffentlichung des Kontrollamts-Berichts sieht die Klubobfrau der Bürgerliste (Die Grünen der Stadt Salzburg), Ingeborg Haller „Aufklärungsbedarf“, wie sie gegenüber SALZBURG24 betont: „Bisher hat es geheißen, dass die Flutlichtanlage beim SAK nicht mehr funktionsfähig sei und diese daher ohnehin ersetzt werden müsse.“ Laut Kontrollamt ist die Anlage aber funktionstüchtig. „Das ist für mich ein großer Widerspruch“, so Haller.

Bürgerliste: Finanzierung nicht aus öffentlicher Hand

„Wäre die Anlage kaputt und würde man daher sagen: Okay, wir bauen hier eine fernsehtaugliche Flutlichtanlage, wäre das etwas anderes“, erklärt Haller. „Es ist aus meiner Sicht aber nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, dem SAK ein fernsehtaugliches Flutlicht zu finanzieren, damit der Verein in die 2. Liga aufsteigen kann.“ Bevor Geld investiert werde, müsse aus Hallers Sicht über die Funktionsfähigkeit der aktuellen Anlage Klarheit herrschen. Am 4. November kommt der Kontrollausschuss zusammen, dort wird der Kontrollamtsbericht diskutiert. 

NEOS-Obmann Lukas Rößlhuber wolle ein Flutlicht-Desaster wie bei Austria Salzburg „auf alle Fälle“ verhindern.

Flutlicht: Auinger will SAK unterstützen

Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) will den SAK weiter subventionieren: „Wir als Stadt Salzburg sind für unsere Sportanlagen verantwortlich", sagt Auinger gegenüber SALZBURG24. Ob es aus seiner Sicht überhaupt ein neues Flutlicht brauche? „Fakt ist, dass man die Einzelteile nur mehr im Online-Handel bekommt. Das Kontrollamt stellt in seinem Bericht aber auch fest, dass man nur annähernd die für die 2. Liga erforderlichen 400 Lux erreicht“, so Auinger. Der SAK würde bei einem Aufstieg daher kein einziges TV-Spiel auf seiner Anlage absolvieren können. „Dadurch würde er wiederum nicht die benötigte wirtschaftliche Grundlage bekommen“, schlussfolgert der SPÖ-Politiker.

Wo soll der SAK sonst spielen?

Auinger ist daher bereit, den Verein mit 650.000 Euro für ein neues Flutlicht zu unterstützen. „Mit einem neuen LED-Licht würde man die Betriebskosten senken. Die Anschaffung würde sich also irgendwann amortisieren, weil die Stadt dann weniger Betriebskosten-Zuschuss zahlen müsste. Für die Anrainerinnen und Anrainer würde ein neues Licht ebenfalls Verbesserungen mit sich bringen, weil dieses ganz zentriert auf den Platz ausgerichtet wäre“, begründet Auinger seine Entscheidung. Würde man sich gegen eine Neuanschaffung aussprechen und der SAK aufsteigen, hätte man das nächste Dilemma: Der Verein müsste seine Heimspiele wo anders austragen.

Austria-Salzburg-Desaster soll verhindert werden

Um ein weiteres Desaster wie in der Flutlicht-Causa von Austria Salzburg zu vermeiden, wolle sich die Stadt vertraglich zusichern lassen, dass die Investitionen nicht nur dem SAK zugutekommen, so der Vizebürgermeister. Auch andere Vereine sollen auf der Anlage spielen können.

Ob es überhaupt zur Installation eines neuen Flutlichtes kommt, sei zudem noch von anderen Faktoren abhängig, so Auinger: „Der Verein braucht zunächst einmal die Genehmigungen, ob er seine Zweitliga-Spiele überhaupt in Nonntal durchführen darf. Ist das nicht möglich, werden wir auch das Flutlicht nicht adaptieren.“

ÖVP und FPÖ auf Auingers Seite

Eine politische Mehrheit hätte man für eine Neuanschaffung. Neben der SPÖ stimmen auch ÖVP und FPÖ einer Subventionierung zu. FPÖ-Klubobmann Andreas Reindl sagt im Gespräch mit SALZBURG24: „Das Flutlicht ist in die Jahre gekommen. Daher ist die Investition in eine neue Anlage so oder so vonnöten, ganz egal ob der SAK in die 2. Liga aufsteigen wird oder nicht. Diese Frage ist für mich sekundär.“ Aus dem Büro von Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) gibt es auf S24-Nachfrage ebenso positive Rückmeldung für einen möglichen Neubau: „Die Flutlichtanlage ist zwar ‚spieltauglich‘, aber nicht für Fernsehübertragungen geeignet, was für den Verein aber ganz wesentlich ist. Der Bürgermeister hat daher den erforderlichen Betrag von rund 600.000 Euro im Budget vorgesehen, um die Nachrüstung zu ermöglichen.“

(Quelle: SALZBURG24)

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