Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

"Salzburg pur": Info-Kampagne zur Innenstadtsperre

Am 16. Juli tritt die Innenstadtsperre in der Salzburger Innenstadt in Kraft. Zwischen 10 und 14 Uhr dürfen nur wenige Berechtigte in die Innenstadt einfahren. Am Freitag startete eine Info-Kampagne dazu.

In einer breiten Kampagne informieren die Stadt Salzburg, der Altstadtverband und Salzburg Tourismus über die neue Mittagsregelung in der Salzburger Altstadt. Im Mittelpunkt stehen dabei neben den Verkehrsreduktionen die Vorteile für die Salzburger Altstadt: Sie wird in ihrer Ursprünglichkeit wieder erlebbar, flanieren und shoppen statt stauen und ärgern, genießen und staunen. So zu lesen in einer offiziellen Aussendung der Stadt Salzburg. Kritik daran wurde schon Wochen vorher laut.

Das Auto hat Pause in der Innenstadt

„Salzburg pur - Das Auto hat im Sommer Mittagspause“ verkündet der Claim. Zwischen 10 und 14 Uhr ist vor allem für den Touristen- und Urlauberverkehr die Einfahrt in die Altstadt beim Neutor, beim Müllner Hügel und bei der Staatsbrücke (Rechtsabbieger Hanuschplatz) gesperrt. Die Regelung gilt an Werktagen in der Hochsaison zwischen 16. Juli und 17. August. Ausgenommen von dieser Mittagsregelung sind der öffentliche Verkehr, Taxis, Mietwagen, gehbehinderte Personen, AnrainerInnen, ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, Lieferverkehr, Hotelgäste mit Buchungsbestätigung, BesitzerInnen von Ausnahmegenehmigungen mit einer erlaubten Zufahrt über die Hofstall-Gasse und Dauerparker in der AVA-Hof-Garage.

Durchfahrt möglich, Parkhäuser erreichbar

Um Missverständnissen vorzubeugen: die Durchfahrt durch die Altstadt ist während der gesamten Zeit über Schwarzstraße und Rudolfskai bzw. Imbergstraße und Schwarzstraße möglich, auch die großen Parkhäuser wie Mirabell, Raiffeisen, Altstadt (Zufahrt aber nur aus Richtung Maxglan) oder Glockengasse sind nach wie vor rund um die Uhr unbehindert erreichbar, ebenso wie die Mönchsberg-Parkgaragen.

400 neue P+R-Plätze am Flughafen

Als Alternative für die „Mittagspause“ zwischen zehn und 14 Uhr wird vor allem der P+R-Platz Messe mit seinen 3.500 Plätzen direkt an der Autobahn und dem neuen Fünf-Minuten-Shuttle in die City angeboten. Bis zu fünf Personen zahlen dort zwölf Euro für Parkplatz und Bustickets. Der Shuttle-Dienst besteht aus den Obus-Linien 10 und 1, die gemeinsam im Fünf-Minuten-Intervall fahren und zwischen 15 und 20 Minuten für den Transport mitten in die Stadt benötigen. „Wir haben mit der neuen Obus-Linie 10 nun eine ideale Anbindung an die Innenstadt“, sagte Planungsstadtrat Johann Padutsch am Freitag.

Verlängerte Bus-Linie

„Die im Shuttle-Verkehr fahrenden Obusse sind ebenso wie die Haltestellen im Zentrum eigens deutlich gekennzeichnet“, berichtet Gunther Mackinger, Leiter der Salzburger Lokalbahnen. Eigens geschulte Standschaffner unterstützen die Gäste an den P+R-Plätzen Messe und Flughafen sowie bei den Aus- und Einstiegsstellen in der Altstadt mit Rat und Tat. Neu ist auch die Linie 8, die seit kurzem – neben der Linie 2 - den Flughafen mit dem Zentrum verbindet. Erstmals stehen heuer daher auch auf dem Airport Maxglan in der Hochsaison 400 attraktive P+R-Plätze zum Spezialtarif (bis 5 Pers. 12 Euro) zur Verfügung.

Breite Kampagne auf mehreren Ebenen

Schon zwei Wochen vor In-Kraft-Treten machen Transparente und Verkehrsschilder an den Einfahrtstrassen auf die neue Regelung aufmerksam. „16-Bogen-Plakate in der Region werben für Salzburg pur“, berichtet Christian Rothe, Marketingleiter der Stadt Salzburg, „auf den Brücken und Überkopf-Wegweisern auf dem Autobahn-Netz rund um Salzburg weisen Transparente und Leuchtschriften auf die Mittagspause samt Park-and-Ride hin.“ Über 400 A-1-Plakate direkt in der Stadt ersuchen um Verständnis für die Maßnahme. Mehr als 4.000 Hotels erhalten ein Direkt-Anschreiben mit Werbe-Material, die Tourismusverbände werden über TSG und SLT zusätzlich informiert, alle Daten stehen zum Abruf im Internet bereit, der Ö-3-Verkehrsfunk ist ebenso eingebunden wie ÖAMTC oder ARBÖ. In einer breiten Kampagne informiert der Altstadt-Verband zudem die „Bewohner“ im Umkreis von 80 Kilometern über die umfassenden Möglichkeiten, mit dem öffentlichen Verkehr die Stadt Salzburg zu besuchen. „Wir verfügen mit ÖBB, Postbus, S-Bahn, Lokalbahn und Obus über ein ausgezeichnetes Netz, das nur genutzt werden muss“, meint Geschäftsführerin Inga Horny. Angesichts der drohenden Verkehrsinfarktes – so ein Artikel im Magazin „Vision Altstadt“ des Verbandes – werde klar, dass die mobile Gesellschaft einen Wendepunkt erreicht hat. Durch das Umsteigen auf das öffentliche Verkehrsmittel und die damit verbundene Reduzierung des Autoverkehrs verringern sich tägliche Staus, Abgase und die Parkplatz-Suche erheblich. Ein weiteres Ziel der Mittagsregelung sei es, die Einheimischen vermehrt zum Umstieg zu bewegen.

Geschultes Personal bei Einfahrten

Während der Mittagsregelung selber informiert an den neuralgischen Stellen geschultes Personal des Österreichischen Wachdienstes die Autofahrer, welche keinen Parkplatz mehr finden. Ein eigenes Leitsystem mit 35 signifikanten Tafeln führt die Ortsunkundigen zum P+R Messe. Die Polizei kontrolliert innerhalb der verkehrsberuhigten Zonen, ob eine Berechtigung vorliegt. Die ersten beiden Tage werden nur Ermahnungen erteilt, ab dem dritten Tag gibt es anzeigen, kündigte Stadtpolizei-Kommandant Manfred Lindenthaler an. Wobei eines klar ist: Ausfahren aus der Zone darf man immer.

Schlechtwetter-Regelung verbessert

Verbessert wurde auch die sogenannte Schlechtwetter-Regelung, die heuer ebenfalls zwischen 16. Juli und 17. August gilt. Mögliche Verkehrsableitungen bei der Innsbrucker Bundesstraße und der Münchner Bundesstraße werden – bei vorhersehbarem Schlechtwetter und Staubildung – „bereits am Vortag“ in Absprache zwischen der Bundespolizeidirektion (Verkehrsinspektorat) und Magistrat (Verkehrs- und Straßenrechtsamt) gegen 16 Uhr festgelegt. Aufgenommen werden die abgewiesenen Autos auf den P+R-Plätzen Messe und Flughafen. Abgeleitet wird in der Regel zwischen 9 und 14 Uhr. „Dadurch soll die Informationskette über Tourismusbetriebe und Medien frühzeitiger als bisher funktionieren“, hofft Koordinator Norbert Ablinger vom Verkehrs- und Straßenrechtsamt, „Urlauber sollten heuer bereits bei ihrer Abfahrt vom Hotel wissen, wenn sie in der Münchner und in der Innsbrucker Bundesstrasse abgeleitet werden und nicht in die Stadt fahren können“. Vorausbedingung dafür ist die Mitarbeit der Hotellerie.

Ausnahmen der Sommerregelung

Von den Einfahrtsverboten Richtung Stadt sind nicht betroffen Fahrzeuge mit österreichischen Kennzeichen und deutschen Kennzeichen der Landkreise Berchtesgadener Land und Traunstein sowie Lastfahrzeuge, einspurige Fahrzeuge, der öffentliche Linienverkehr Omnibusse, Fahrzeuge von Personen mit Hotelbuchung und Fahrzeuge von Personen mit Wohnsitz oder Arbeitsstätte (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) in der Stadt Salzburg. Ob bei Erfolg eine räumliche oder zeitliche Ausweitung der Sperre denkbar ist? "Ich glaube, die Zeit ist reif, dass wir die großen Freiräume dieser schönen Stadt nicht nur dem Verkehr zur Verfügung stellen sollen", so Padutsch. Er kann sich vorstellen, "dass aus der Fünf-Wochen-Regelung auch eine gewisse Dauerregelung werden könnte, aber unter anderen Rahmenbedingungen". Zum Beispiel, dass man die Einfahrt in die Innenstadt erlaube, aber die Durchfahrt untersage. (Red./APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 14.04.2021 um 03:26 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburg-pur-info-kampagne-zur-innenstadtsperre-59360446

Kommentare

Mehr zum Thema