Jetzt Live
Startseite Stadt
Zweithöchstes Gebäude

So entstand der "Perron" in Salzburg

Ein Turm, in dessen Glasfassade sich die umliegende Stadt spiegelt, ragt seit April in Salzburg in die Höhe: Der Perron. Nun ist das Mega-Projekt fertig, am Donnerstag wird das dortige Hotel offiziell eröffnet. Ein Rückblick in Zahlen auf die Baustelle.

Die Planungsarbeiten für Salzburgs zweithöchstes Gebäude starten im Jahr 2011. Vier Jahre später beginnt man mit den Spezial- und Rohbauarbeiten, teilt die zuständige Baufirma Bodner auf Anfrage von SALZBURG24 mit. Knapp 53 Meter hoch ist der Hotelturm, das angeschlossene Langgebäude ist mit 20,15 Metern nicht einmal halb so hoch.

Den Grundstein darf Ex-Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) legen, auch der damalige Planungsstadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste/Grüne) ist am 26. Jänner 2017 mit dabei. Die Zeitkapsel, die Schaden auf dem Bild in den Händen hält, ist nun im Stiegenaufgang der Lobby im 1. Stock des Hotels zu sehen. Sie ist sichtbar im Fußboden hinter Glas versenkt.

Perron, Grundstein www.stefanzauner.at
2017 wurde der Grundstein für den Perron in Salzburg gelegt.

Rainerstraße: Tödlicher Unfall

Doch schon wenige Monate später gibt es erschütternde Nachrichten von der Baustelle an der Rainerstraße. Ein Mann stürzt bei Schalungsarbeiten zehn Meter in die Tiefe: Für ihn kommt jede Hilfe zu spät. Er verstirbt am 27. Juni 2017 noch an der Unglücksstelle.

Der tragische Unfall sollte nicht der einzige bleiben. Im Oktober desselben Jahres fällt ein Fenster auf einen Arbeiter. Das schwere Glas hat der 45-Jährige zuvor auf einem Kran befestigt. Eine Halterung bricht jedoch und das mehrere hundert Kilo schwere Fenster stürzt auf den Arbeiter. Er wird schwer verletzt.

85.000 Stunden für Rohbau des Perron

Zu diesem Zeitpunkt wird noch am Rohbau des Gebäudes gearbeitet, kurz zuvor beginnen die Bauarbeiter jedoch bereits mit den Ausbauarbeiten. Im März 2018 steht der Rohbau schließlich: 85.000 Stunden Arbeit stecken einzig in diesem Baustellenabschnitt. Zu Spitzenzeiten sind deshalb 80 Personen von verschiedensten Firmen und Gewerben auf der Baustelle tätig. Sie werken gleichzeitig am Rohbau, am Ausbau und an der Glasfassade des Komplexes.

Schuld ist laut Bodner der „harte Winter“: Um den Zeitplan einhalten zu können, mussten die Glaselemente zur selben Zeit versetzt werden, als man noch mit der Fertigstellung des Rohbaus beschäftigt war. Überhaupt stellen die Witterungsbedingungen eine der größten Herausforderungen auf der Baustelle dar: Im extrem kalten Winter ist kein Einbau der Baustoffe möglich, im Sommer droht aufgrund der hohen Temperaturen Überhitzung.

Begrenzter Platz für Baustelle

Doch auch die Logistik gestaltet sich aufgrund des begrenzten Platzes nicht einfach. Zusätzlich gibt es eine „Inselbaustelle“ für die Tiefgaragenanbindung an die Zufahrt der Garage am Hauptbahnhof. Da die Rainerstraße als Hauptzufahrt zum Salzburger Bahnhof gilt, muss auch die Anbindung für 1.000 Busse erhalten werden, die hier täglich vorbeikommen.

Der Verkehr wird deshalb schon bereits ab dem Max-Ott-Platz umgeleitet, die Zufahrt zum Bahnhof sollte hauptsächlich über die Lastenstraße erfolgen. Die Bahnhofsgarage bleibt durchgehend für Pkw offen.

Umleitungen, Baustelle, Perron Stadt Salzburg/Killer/ARCHIV
Durch die Baustelle gab es rund um den Bahnhof zahlreiche Umleitungen.

9.000 Quadratmeter Glas für Fassade

Ende 2018 können auch die Ausbauarbeiten beendet werden, nun folgt der Feinschliff. Im April 2019 zieht schon die Sparkasse ein, am selben Tag wird das Hotel im Turm fertiggestellt. Insgesamt werden 12.000 Kubikmeter Beton und 1.600 Tonnen Bewehrung verbaut. Zudem verlegt man 600 Kilometer Kabel – das entspricht der Strecke von Bregenz nach Wien. Die Fassade besteht aus 9.000 Quadratmeter Glas: Davon sind 1.000 Quadratmeter Pfostenriegel und 8.000 Quadratmeter Elementfassade.

An seinem schmalsten Punkt ist das Hochhaus übrigens nur 8,80 Meter breit. Bis zur Fertigstellung des Perron hat Bodner 50 Millionen Euro investiert. Nun freut man sich auf die Eröffnung des Hotels und den erfolgreichen Abschluss der Baustelle.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 19.07.2019 um 12:42 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburg-rueckblick-auf-die-baustelle-des-perron-70992925

Kommentare

Mehr zum Thema