Jetzt Live
Startseite Stadt
Salzburg Stadt

Bürgerliste fordert Konzept gegen Massentourismus

Tourismus Salzburg Symbolbild Neumayr/MMV
Die Stadt Salzburg kämpft mit Massentourismus (Archivbild).

Die Bürgerliste hat sich am Montag gegen Schnellschüsse im Umgang mit der steigenden Zahl an Tagestouristen in der Stadt Salzburg ausgesprochen. "Wir brauchen vielmehr ein durchdachtes und nachhaltiges Tourismus-Konzept", forderte Martina Berthold, Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 10. März. An Regulierungen und Beschränkungen werde man langfristig nicht vorbei kommen.

Salzburg

In Salzburg hat sich die grüne Bürgerliste am Montag gegen Schnellschüsse im Umgang mit der steigenden Zahl an Tagestouristen in der Stadt ausgesprochen. "Wir brauchen vielmehr ein durchdachtes und nachhaltiges Tourismus-Konzept", forderte Martina Berthold, Kandidatin für die Bürgermeisterwahl am 10. März. Langfristig werde man dabei an Regulierungen und Beschränkungen nicht vorbei kommen.

"Der Tourismus ist ein wichtiges wirtschaftliches Standbein, aber er bringt die Stadt an ihre Grenze", betonte Berthold. Während die Zahl der Nächtigungen in Salzburg im Jahr 2003 noch bei rund 1,6 Millionen lag, waren es im Jahr 2018 bereits 3,1 Millionen. Dazu kommen sechs bis sieben Millionen Tagesgäste, möglicherweise auch noch viel mehr. Die letzte Erhebung liegt schon mehr als zehn Jahre zurück. "Salzburg leidet vor allem an billigem Massentourismus", sagte Berthold. Das betreffe nicht nur die Lebensqualität der Bewohner. Abseits der Festspielzeit sei die Stadt am Abend und in der Nacht oft menschenleer.

Massentourismus: Bürgerliste will neue Busterminals

Wie andere Parteien in der Stadt will auch die Bürgerliste zunächst die Zahl der Reisebusse in der Stadt reduzieren. Als kurzfristige Maßnahme empfahl Berthold heute, den Busterminal in der Paris-Lodron-Straße für Tagesgäste gänzlich aufzulösen und den Terminal im Nonntal in den Kapazitäten zu beschränken. Dafür sollen neue Busterminals an den Stadträndern entstehen - mit günstiger Anbindung an den Öffentlichen Verkehr. Man müsse zudem versuchen, den Übernachtungstourismus zu fördern, das wäre im Sinne der Wertschöpfung.

"Wir müssen uns mit Lösungen auseinandersetzen, die langfristig Bestand haben", sagte am Montag der Salzburger Kulturwissenschafter und Tourismusexperte Kurt Luger. Das Wachstum im Tourismus, speziell im Städtetourismus, werde weitergehen. Konkrete Maßnahmen wolle er aber noch nicht empfehlen. "Wir haben derzeit gar nicht ausreichend Daten, um vernünftige Maßnahmen zu setzen." So war etwa die Zahl der Reisebusse, die jedes Jahr in die Stadt kommen, lange nicht bekannt. Erst nachdem im Juni 2018 eine Registrierungspflicht eingeführt wurde, steht fest, dass es sich um rund 40.000 handeln dürfte.

Zählstellen als probates Mittel

Hauptproblem sind für Luger die Tagesgruppen, die binnen zwei, drei Stunden durch die Altstadt geschleust werden und dann wieder fahren. "Die Welterbe-Stadt Salzburg leidet unter dem musealen Etikett. Das ist aber nicht im Sinne der UNESCO. Diese will lebendige und lebenswerte Städte und Stadtentwicklung mit Einheimischen, nicht nur Dekor." Der Herdentourismus bringe dabei weder der Stadt, noch den Besuchern etwas. "Die Leute strömen durch, aber es bleibt nichts bei ihnen picken."

Luger hält Zählstellen, Drehkreuze oder auch Eintritte durchaus für probate Mittel der Besucherregulierung. Lenkungseffekte hätten auch höhere Gebühren für Reisebusse, der Kontakt mit ausländischen Reiseveranstaltern oder die Schaffung neuer Attraktionen. Ansetzen müsse man aber vor allem beim Individualverkehr. "Der gehört an der Peripherie abgefangen." Entsprechende Maßnahmen will die Grün-Politikerin Berthold etwa mit den Gewinnen der städtischen Parkgaragengesellschaft finanzieren, ihr zufolge waren das zuletzt 1,2 Mio. Euro im Jahr. "Das Geld soll nicht in den Ausbau der Mönchsberggarage fließen, sondern für Park-&-Ride-Parkplätze und für bessere Öffis verwendet werden."

(APA)

Aufgerufen am 18.02.2019 um 05:01 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburg-stadt-buergerliste-fordert-konzept-gegen-massentourismus-64459315

Kommentare

Mehr zum Thema