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Salzburg und die Sporthallen – "A never ending story"

Mit der im Bau befindlichen Sporthalle Liefering sollen die momentanen Probleme der Vereine in der Stadt Salzburg etwas gemildert werden. Von einer optimalen Situation, was Trainingsbetrieb und Co. angeht, kann jedoch keine Rede sein. Wir haben diese heikle Thematik für euch unter die Lupe genommen.

Die Sporthallensituation in der Stadt Salzburg sorgt bekanntlich seit Jahren vor allem bei den Verbänden und deren Vereinen immer wieder für Unmut. Nachdem die Riedenburghalle aufgrund sicherheitstechnischer Mängel im Dezember 2014 für den Sportbetrieb geschlossen wurde, stehen den organisierten Vereinen in unmittelbarer Stadtnähe aktuell lediglich zwei große Hallen zur Verfügung: Die Sporthalle Alpenstraße und die Sporthalle Josef-Preis-Allee.

Sporthallen-Mangel speziell im Winter bemerkbar

Hinzu kommt noch das Sportzentrum Mitte, das allerdings dem Dachverband der Sportunion gehört, sowie die Walserfeldhalle (Flachgau). Diese wird jedoch fast ausschließlich von der Gemeinde Wals und deren Vereinen genutzt. Besonders in den Wintermonaten sind die großen Hallen sowie die in der Stadt befindlichen Schulturnhallen gänzlich ausgelastet.

Sporthalle Liefering erst ab Dezember nutzbar?

Der Bau einer neuen und modernen Dreifachhalle im Stadtteil Liefering soll voraussichtlich im Herbst 2016 abgeschlossen sein, sodass am 1. Dezember mit dem Probebetrieb gestartet werden kann. Für die Zeit bis dahin mussten Maßnahmen getroffen werden, um allen Beteiligten zumindest im Ansatz gerecht zu werden. So wurden in der Sporthalle Alpenstraße sowie der Sporthalle Josef-Preis-Allee aus zwei Trainingseinheiten am Abend zu je 120 Minuten drei Trainingseinheiten zu je 90 Minuten. Im Sinne des Salzburger Sports wurde eine gemeinsame Lösung gefunden, auch wenn der Trainingsumfang darunter leidet.

LSO-Chef Pfaller: "Profitieren erst ab Frühjahr 2017"

Walter Pfaller, Geschäftsführer der Landessportorganisation Salzburg (LSO), sieht die Sporthalle Liefering zwar aufgrund ihrer Multifunktionalität und modernen Ausrichtung als Mehrwert für den hier ansässigen Sport, jedoch wird im Vergleich zur Situation vor der Schließung der Riedenburghalle bezüglich der Gesamtkapazität keine Verbesserung erzielt. Bis die neue Sporthalle ihren Fixbetrieb startet und damit die Vereine ihren Ligabetrieb besser organisieren können, wird es jedoch noch etwas dauern. "Richtig profitieren werden wir erst ab Frühjahr 2017", so Pfaller.

Weitere Sporthalle notwendig für Salzburg?

Es drängt sich die Frage nach einer weiteren Halle auf. Pfaller hat hierzu eine ganz klare Meinung: "Eine Halle mehr wäre für das Training sicher optimal – diese Halle würden wir brauchen." Er fügt allerdings hinzu: "Ich bin überzeugt, dass in den nächsten zehn Jahren nicht darüber diskutiert oder die Idee aufgegriffen wird."

Pfaller: Sport steht sich selbst im Weg

Als Gründe hierfür nennt er den Platzmangel in der Stadt sowie die finanziellen Aspekte. Es schwingt Ernüchterung mit. Von einem Teufelskreis ist die Rede. Einerseits wird gesagt, dass sich der Salzburger Sport aufgrund der aktuellen Kapazitäten nicht weiterentwickeln kann. Andererseits werden Stimmen laut, die behaupten, dass keine zusätzlichen Hallen nötig sind, da der Sport tot sei. Pfaller steht hinter Ersterem und betont, dass ein weiterer Verein auf dem Leistungsniveau der Basketballer (2. Bundesliga) aufgrund mangelnder Hallenkapazitäten nicht zu stemmen wäre. Traurig und bitter zugleich.

Kritik an fehlendem Sportstättenkonzept

Der LSO-Geschäftsführer sieht hinsichtlich der Sportstättenplanungen ein grundsätzliches Problem. Er kritisiert, dass ein fundiertes Sportstättenkonzept fehle und immer erst dann geplant wird, wenn etwas passiert. "Über Liefering hätten wir nicht nachgedacht, hätten wir die Riedenburg nicht gesperrt." Für Pfaller steht fest: "Stadt und Land sind zusammen gefordert, ein Sportstättenkonzept zu entwickeln."

Salzburg und die Sporthallen – "A never ending story"

Nach dem Start des Fixbetriebs in der Sporthalle Liefering wird dort der Schwerpunkt insbesondere auf Handball und Volleyball liegen. Die Sporthalle Alpenstraße wird weiterhin die Heimat der Basketballer sein. Es bleibt zu hoffen, dass ab dem Frühjahr 2017 zumindest wieder annähernd Normalität in den Trainingsbetrieb der Salzburger Sportvereine einkehren wird. Wohlwissend, dass die Thematik in den nächsten Jahren und möglicherweise Jahrzehnten immer wieder aus der Versenkung auftauchen wird.

(SALZBURG24/Schmehr)

(Quelle: S24)

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