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Salzburg hat gewählt

Trend: Erdrutschsieg für ÖVP im Gemeinderat

Bei der Gemeinderatswahl in der Stadt Salzburg zeichnet sich ein Erdrutsch ab. Die ÖVP dürfte erstmals in der Nachkriegszeit stärkste Partei im Gemeinderat werden und die SPÖ vom Thron der bisher durchwegs roten Stadt stoßen. Die grüne Bürgerliste dürfte nach diesem ersten Trend in etwa das Ergebnis von 2014 halten, die FPÖ und die NEOS würden stark verlieren und KPÖ Plus den Einzug schaffen.

Salzburg

Nach einem Auszählungsgrad von 45 Prozent hielt die ÖVP dem Trend zufolge bei 35,05 Prozent (2014: 19,4 Prozent), gefolgt von der SPÖ mit 28,39 Prozent (33,0). Auf Rang 3 lag die Bürgerliste mit 14,60 Prozent (13,5) vor der FPÖ 9,08 Prozent (12,4) und den NEOS 5,5 Prozent (12,4).

KPÖ Plus schafft Einzug in Gemeinderat in Salzburg

Mit einem Einzug ins Stadt-Parlament darf auch das Wahlbündnis KPÖ Plus rechnen, das beim Trend auf 4,4 Prozent (2,1) kam.

Bürgermeisterwahl: Stechen zwischen Preuner und Auinger

Bei der Bürgermeisterwahl läuft alles auf eine Stichwahl zwischen dem Stadtchef Harald Preuner (ÖVP) und seinem SPÖ-Vize Bernhard Auinger hinaus. Preuner lag bei 40,8 Prozent der Stimmen, Auinger folgte dahinter mit 31,9 Prozent. Damit wird ein zweiter Urnengang am 24. März notwendig. Die Ergebnisse entsprechen den tatsächlich fertig ausgezählten Wahlsprengeln, eine Hochrechnung gibt es nicht.

Preuner: Ergebnis eine Riesenverantwortung

Das beste Ergebnis für die ÖVP seit 1945 und erstmals stärkste Partei in der Stadt Salzburg ist für Bürgermeister Harald Preuner eine "Riesenverantwortung. Ich nehme diese mit Demut an und werde sehr sorgsam damit umgehen", sagte er nach den Wahlen am Sonntag zur APA. Für die Bürgermeister-Stichwahl in zwei Wochen hofft er auf breite Unterstützung. "Ich möchte Bürgermeister aller Salzburger sein."

Zu den Aussichten für die Stichwahl am 24. März meinte der Bürgermeister, der große Vorsprung auf seinen Mitbewerber Bernhard Auinger (SPÖ) sei auch eine große Gefahr, weil sich viele seiner Wähler denken könnten, die Sache sei bereits gelaufen und sie bräuchten erst gar nicht mehr zur Wahl gehen. Grundsätzlich gehe es ihm darum, Unterstützung einer möglichst großen Mehrheit zu erhalten. Daher gelte es, in den kommenden Wochen noch fest zu mobilisieren.

Zu den Gründen für den Erfolg der Volkspartei meinte Preuner, dass er sich nach der langen rot-grünen Mehrheit im Gemeinderat bemüht habe, breite Kompromisse zu erzielen, "auch wenn das mühsamer ist." Und er werde auch im neuen Gemeinderat keine fixe Koalition eingehen. "Wir haben eine Proporzregierung, und jeder hat Verantwortung. Wir werden mit allen regieren, weil wir die Verantwortung haben, die Dinge zu lösen, wie sie die Menschen wollen." Und natürlich sei ihm auch der Aufschwung der ÖVP im Bund auch im Land zugutegekommen.

Auinger: "Nicht wie erwartet"

"Das Ergebnis ist nicht so zufriedenstellend, wie wir es erwartet haben", meinte SPÖ-Spitzenkandidat Vbgm. Bernhard Auinger. Bei der Bürgermeisterwahl habe er ungefähr das Ergebnis von 2017 erreicht, "warum die Partei das nicht mitgenommen hat, weiß ich nicht." Was die Stichwahl um das Amt des Bürgermeisters betreffe, "werden die Uhren morgen wieder auf Null gestellt".

???? DANKE für dieses sensationelle Ergebnis!

Gepostet von Martina Berthold am Sonntag, 10. März 2019

Berthold über Ergebnis erfreut

Martina Berthold, die erstmals für die grüne Bürgerliste ins Rennen ging, zeigte sich erfreut, dass ihre Partei die dritte Position im Gemeinderat klar verteidigt hat. "Ich freue mich, dass die Wähler für eine weltoffene Stadt und grüne Politik gestimmt haben." Zum Abschneiden bei der Wahl des Bürgermeisters sagte Berthold, dass sie auf Anhieb annähernd das Ergebnis ihres Vorgängers Stadtrat Johann Padutsch erreicht habe.

Reindl: "Rennen gelaufen"

FPÖ-Frontmann Andreas Reindl meinte, das Rennen dürfte gelaufen sein. Er gratulierte Preuner und seiner Partei zum Wahlsieg. Es sei schmerzhaft und bedauerlich, Rang drei nicht erreicht zu haben. Er müsse die Niederlage eingestehen.

Rößlhuber: "Opposition ist scheiße"

Emotional reagierte NEOS-Stadtrat Lukas Rößlhuber: "Opposition ist scheiße. Ich hätte mich sehr gefreut, weiter in der Stadtregierung zu sein", so der 25-Jährige, der erst vergangenen September Stadtrat wurde, nachdem seine Vorgängerin Barbara Unterkofler zur ÖVP gewechselt war. Er nehme das Ergebnis mit Demut zur Kenntnis und werde weiter im Gemeinderat arbeiten.

Dankl noch vorsichtig

Vorsichtig äußerte sich zunächst Kay-Michael Dankl, Spitzenkandidat von KPÖ Plus, weil der Einzug seiner Partei in den Gemeinderat noch nicht fix war. Seine Mitstreiter hätten den Wahlkampf auf ehrenamtlicher Basis und "mit sehr viel Herzblut" geführt und sich vor allem um Stimmen von Menschen bemüht, die die Politik schon aufgegeben hätten. "Wir werden weiter eine starke und verlässliche Stimme für leistbares Wohnen sein", denn es gebe bei den Menschen eine große Frustration und Resignation.

(APA)

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(Quelle: APA)

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