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Salzburg-Wahl

Das sagen die Wahlplakate aus

Wahlplakate APA/BARBARA GINDL
Die Wahlplakate in der Stadt Salzburg zeigen vor allem die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten.

Wenige Tage vor der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl am kommenden Sonntag in der Stadt Salzburg hat am Dienstag der Meinungsforscher Peter Hajek im Auftrag der Außenwerbefirma Progress die Plakate der Spitzenkandidaten der fünf größeren Parteien analysiert. Wenig überraschend: Alle Parteien rücken ihre Spitzenkandidatin oder ihren Spitzenkandidaten ins Zentrum.

Salzburg

Eine Bewertung in gut oder schlecht nahm er nicht vor, vielmehr wies Hajek auf die einzelnen Werbestrategien der Parteien hin.

Hajek: "Parteilogos im Hintergrund"

"Bei allen Plakaten steht der Spitzenkandidat im Vordergrund. Das ist bei einer Persönlichkeitswahl aber keine Überraschung", sagte Hajek. Die Kandidaten der beiden großen Parteien, Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und Vizebürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ), würden stark auf die Kraft der eigenen Person setzen. "Die Parteienlogos rücken weitgehend in den Hintergrund. Bei Bernhard Auinger verschwindet die Sozialdemokratie fast vollständig, mit weißer Schrift auf hellem Untergrund. Auch bei Harald Preuner ist das ÖVP-Logo verhältnismäßig klein."

Salzburg-Wahl: Schlagworte und Slogans

Der Stadtchef und sein Vize versuchten mit ihrer Persönlichkeit zu punkten und Wähler, die nicht ÖVP oder SPÖ wählen, nicht mit einer zu präsenten Partei für eine mögliche Stichwahl zu vergraulen. Beide Politiker würden zudem mit unverfänglichen Slogans ("Salzburg im Herzen") oder Schlagworten ("Stabilität", "Lösungen") antreten. Im Vergleich dazu falle die grüne Bürgerliste mit ihrer Kandidatin Martina Berthold mit ganz klaren Ansagen auf: "Bezahlbare Mieten statt hohe Renditen" oder "Grüne Welle für den öffentlichen Verkehr".

FPÖ setzt auf Themen

Bei der FPÖ stehen laut Hajek die Partei und die Themen deutlich im Vordergrund. "Der Name des Kandidaten ist viel kleiner als der Name der Partei." Zudem werbe Andreas Reindls Partei mit klassisch freiheitlichen Botschaften: "Mehr Fairness" und "Weg mit dem Filz". "Das sind keine Stadtthemen, deshalb findet sich auf den Plakaten auch der Zusatz: Jetzt auch in Salzburg." Der schwarze Hintergrund auf einem der Plakate sei Geschmackssache.

NEOS werben mit zwei Personen

Die NEOS fallen auf, weil sie auf einem Plakat mit zwei Personen werben. Hinter dem relativ unbekannten Bürgermeisterkandidaten Lukas Rößlhuber findet sich mit Landesparteichef Sepp Schellhorn ein überaus präsentes und bekanntes "pinkes" Gesicht. Was zudem auffällt: Rößlhuber wird gleich zwei Mal am Plakat genannt und mit "Mutige Ideen für Salzburg" und "Geht ned gibt's ned!" kommen auch zwei Slogans vor.

Was ebenfalls auffällt: Die Kandidaten der kleinen Parteien zeigen Ganzkörperfotos, die Kandidaten der größeren Parteien setzen auf Porträts. Besonders Bürgermeister Preuner gebe sich auf den Plakaten dabei staatstragend als "Elder Statesman" und als "einer von uns" zugleich. Die Verwendung seine Kurznamens "Harry" baue Nähe auf, attestierte Hajek.

Hajek: "Plakate verstärken Botschaften"

Übrigens: "Sie können mit einem Plakat keine Wahl gewinnen. Aber sie können Öffentlichkeit oder Aufmerksamkeit schaffen und politische Botschaften verstärken." Und auch wenn es politisch klug sei, auf aktuelle Geschehnisse zu reagieren und kurzfristig Plakate zu adaptieren, könne man damit nicht die Massen mobilisieren. "Themen, die ein bis zwei Wochen vor der Wahl nicht gesetzt sind, bringen nichts mehr", sagte Hajek.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 06:58 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburg-wahl-das-sollen-uns-die-wahlplakate-der-parteien-sagen-66762160

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