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Salzburg will keine staatliche Medizinuni mehr

Weil der Wunsch nach der Realisierung einer medizinischen Fakultät in Wien kein Gehör fand, ging Salzburg vor zehn Jahren einen anderen Weg und schuf eine medizinische Privatuniversität. PMU Presse
Weil der Wunsch nach der Realisierung einer medizinischen Fakultät in Wien kein Gehör fand, ging Salzburg vor zehn Jahren einen anderen Weg und schuf eine medizinische Privatuniversität.

Anlässlich der Eröffnung eines Forschungsgebäudes der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) verzichtete Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) am Donnerstag bei einem Pressegespräch erstmals öffentlich auf die Errichtung einer staatlichen Medizinuniversität in Salzburg.

"Die erfolgreiche PMU mit der Neugründung einer staatlichen Medizinuni zu gefährden, wäre grob fahrlässig", so Haslauer. "Der erfolgreiche Weg der PMU ist weiterzuführen, genau in dieser Konstellation", betonte der Landeshauptmann.

Mitfinanzierung der Medizinerausbildung gefordert

Gleichzeitig bekräftigte er aber die Forderung nach einer Mitfinanzierung bei der Medizinerausbildung und nach einer Abgeltung des klinischen Mehraufwands. "Wir können auf Grund der erfolgreichen Partnerschaft bestens ausgebildete Mediziner zu einem Bruchteil der Kosten anbieten", argumentierte Haslauer. Das Thema sei auch bei den Koalitionsverhandlungen im Bildungsbereich behandelt worden. Inhaltlich wollte Haslauer dazu nicht mehr sagen.

PMU gibt es seit zehn Jahren

Zur Vorgeschichte: Bei der Wiedergründung der Universität Salzburg im Jahr 1962 waren fünf Fakultäten vorgesehen gewesen. Tatsächlich eingerichtet wurden aber bis heute nur die theologische, naturwissenschaftliche, geisteswissenschaftliche und juridische Fakultät. Weil der Wunsch nach der Realisierung einer medizinischen Fakultät in Wien kein Gehör fand, ging Salzburg vor zehn Jahren einen anderen Weg und schuf eine medizinische Privatuniversität.

Mateschitz spendet für Zellforschungs-Zentrum

Die Eröffnung des Forschungsgebäudes ist für Rektor Herbert Resch ein Meilenstein in der Geschichte der PMU. Insgesamt wurden 23,5 Mio. Euro in das neue Gebäude investiert. Der Großteil - 19,5 Mio. Euro - kommt von einer Großspende von Red Bull-Eigentümer Dietrich Mateschitz, der die PMU seit Anbeginn stark unterstützt. Das Land Salzburg trug vier Mio. Euro zum Bau bei.

In dem Haus werden alle Institute, die für ihre Arbeit ein Labor benötigen, untergebracht. Unter anderem sind das Institut für experimentelle und klinische Zelltherapie und experimentelle Neuregeneration, ein Zentrum für Querschnitts- und Geweberegeneration samt einem Reinraumlabor, in dem Zellen gezüchtet werden können. Salzburg wolle mit seiner Forschung einen Beitrag zur Verbesserung und vielleicht sogar Heilung von Querschnittslähmungen leisten, sagte Resch.

Wie sich die Forschung an der PMU in den vergangenen zehn Jahren entwickelt hat, belegte Forschungsdekan Gerd Rasp mit Zahlen: Vor zehn Jahren habe es 57 wissenschaftliche Publikationen gegeben, heute seien es 508. An der PMU gebe es 70 wissenschaftliche Arbeitsgruppen. (APA)

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