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Salzburger arbeitet an Gesundheitsfahrrad aus Holz

LH-Stv. Stöckl (li.) testet das Rad mit Physiotherapeut Thomas Marschall. Land Salzburg/Melanie Hutter
LH-Stv. Stöckl (li.) testet das Rad mit Physiotherapeut Thomas Marschall.

Der Salzburger Osteopath und Physiotherapeut Thomas Marschall arbeitet bei der Entwicklung eines völlig neuen Fahrrad-Typs mit. Das Besondere daran: Es wird biometrisch und individuell angepasst, ermöglicht so schmerzfreies Fahren und ist aus heimischem Holz gemacht.

"70 Prozent der Fahrradnutzer, ob sportlich oder als tägliches Fortbewegungsmittel, sind mit Schmerzen konfrontiert. Meine Patientinnen und Patienten berichten immer wieder davon. Zusammen mit dem Forschungsteam von 'MyEsel', einer jungen Start-up-Firma, wollen wir den bestehenden Algorithmus verbessern und erweitern. Das Bike wird so dem Nutzer angepasst, dass es sowohl zur Prävention als auch Rehabilitation dienen kann", erklärt Thomas Marschall, der seine Praxis im Salzburger Stadtteil Maxglan hat. Eine Art von "Radel dich gesund" also.

Auch Gesundheitsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Christian Stöckl (ÖVP) hat mit dem "schlauen" Holzrad bereits eine Runde gedreht und meint: "Eine vielversprechende Innovation, die mehr Menschen zum Sport bringen kann, weil sie endlich ohne Schmerzen radeln können."

Race Across America bringt viele Erkenntnisse

Erfahrungen mit dem Radsport hat Physiotherapeut Marschall als Betreuer des fünffachen Race-Across-America-Gewinners Christoph Strasser aus der Steiermark gesammelt. "Das härteste Rennen der Welt führt über 5.000 Kilometer und 50.000 Höhenmeter nonstop von der West- zur Ostküste der USA. Schmerzfrei gibt es da ohnehin nicht, aber dennoch muss das Rad perfekt angepasst sein, um diese Strapazen überhaupt zu überstehen. Es kommt auf eine millimetergenaue Abstimmung an. Viele Erkenntnisse aus diesen Extremrennen kommen jetzt den 'normalen' Pedalrittern zugute", erklärt der Physiotherapeut und Osteopath, der seit zehn Jahren Ultra-Radfahrer betreut.

Linzer Start-up-Firma als Partner

Entwickelt hat das biometrisch angepasste Fahrrad die Start-up-Firma "MyEsel". Der künftige Besitzer wird komplett vermessen, das Rad individuell auf ihn abgestimmt. "Mir hat das Konzept nicht nur deshalb gefallen, weil so ein schmerzfreies Radfahren möglich gemacht, sondern auch weil nachhaltig produziert wird. Das Holz für die Spezialgeräte kommt ausschließlich aus Österreich, die Idee dazu auch", erklärt Marschall. So will er nicht nur mehr Salzburger auf den "Drahtesel" bringen, aus dem "MyEsel" einen "Health-Esel" machen. Geplant ist in Zukunft ein österreichweites Netzwerk an Therapeuten, die je nach Patient das Sportgerät anpassen. "In Salzburg bin ich der Vorreiter, ich hoffe, dass viele folgen. Dazu gibt es ein abgestimmtes Trainingsprogramm", so Marschall abschließend.

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