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Salzburger Büchertankstellen boomen

„Hunderte Bücher haben in den ersten 20 Tagen ihre Besitzer gewechselt!“ freut sich Literaturhaus-Leiter Tomas Friedmann. Nach seiner Idee wurden am 31. Mai 2012 vor dem Literaturhaus im Stadtteil Lehen und vor der ARGEkultur im Nonntal zwei Büchertankstellen eröffnet – frei zugängliche, unkontrollierte Tauschbörsen für Bücher aller Art.

Auffällig sei die hohe Fluktuation, stellt Friedmann fest, man bemerke ein täglich wechselndes Angebot von gebrauchten Büchern, die meisten auf Deutsch, aber auch in Englisch, Italienisch und Französisch. Aufgefallen ist auch, dass Bücher bekannter Autoren – z.B. Thomas Mann, Max Frisch, Frank Kafka, Paul Auster – ganz rasch „verschwinden“ ... Verschwunden ist leider auch bereits nach drei Tagen das Gästebuch in der Büchertankstelle vor dem Literaturhaus: „Ein Fan der Idee“, wird augenzwinkernd gemutmaßt, „einer, der wohl dachte, dass auch dieses Buch mitgenommen werden kann.“ Via Facebook wurde der „Fan“ um Rückgabe gebeten – und man hat jetzt ein neues aufgelegt. Mehr als entschädigt werden die Organisatoren durch das große positive Echo, so gratulierte neulich eine Frau, die extra mit dem Rad zur Büchertankstelle kam, zur besten Idee in Salzburg seit langem!

Büchertankstellen rund um die Uhr geöffnet

Daniela Gmachl, Geschäftsführerin der ARGEkultur und Partnerin des Projekts, freut sich jedenfalls mit Tomas Friedmann vom Literaturhaus über Postings auf ihren jeweiligen Facebook-Seiten, Emails und persönliche Rückmeldungen in den beiden Salzburger Kulturhäusern. Geschmunzelt wird immer wieder über erstaunte Gesichter und ungläubige Fragen von Interessierten, ob man denn da wirklich ohne Ausweis und ohne ein Buch dabeizuhaben eines oder mehrere so einfach mitnehmen dürfe ... Ja, man darf! Und man soll und kann Tag und Nacht kommen, denn die beiden Büchertankstellen stehen rund um die Uhr offen und bieten pro Büchertankstelle Platz für 150 bis 200 Bücher.

Büchertankstellen für ein Jahr geplant

Tomas Friedmann wünscht sich viele Nachahmer der vorläufig für ein Jahr geplanten Aktion wetterfester, unkomplizierter Büchertauschbörsen, die es – wie man jetzt wisse – auch anderswo gibt: „Es gibt Anrufe mit Hinweisen auf ähnliche Projekte in anderen Städten, viel Lob und etliche Anfragen, wie unsere ‚Büchertankstellen’ funktionieren. Jeder darf die Idee kopieren, ja, es wäre schön, wenn sich daraus Partnerschaften in Gemeinden ergeben – eventuell in Zusammenarbeit mit Bibliotheken, Bildungseinrichtungen und Kulturstätten, unterstützt durch die Kulturpolitik. Vielleicht stehen ja irgendwo noch alte Telefonzellen herum, die nicht mehr gebraucht werden?“
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 16.04.2021 um 02:29 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-buechertankstellen-boomen-59354548

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