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Salzburger Dom brannte bereits 10 Mal

Die weltweite Erschütterung nach dem verheerenden Brand der Kathedrale Notre Dame in Paris ist enorm. Auch in Salzburg haben schon Kirchenhäuser gebrannt. Insgesamt zehn Dombrände sind in den Geschichtsbüchern notiert.

Salzburg, Hallein

Der Historiker und ehemaliger ÖVP-Politiker und Zweite Landtagspräsident Michael Neureiter beschreibt folgende drei größere Kirchenbrände in Salzburg.

Dombrand 1598

Die verheerende Feuersbrunst nahm am 11. Dezember in der Betstube von Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau ihren Ausgang. 1599 begannen erste Abbrucharbeiten, die 1602 vorläufig eingestellt wurden. 1606 Eintreffen des Grundrisses des Projekts von Vincenzo Scamozzi für einen neuen Dom, 1612 Grundsteinlegung für den neuen Dom nach den Plänen von Santino Solari, 1628 Domweihe.

Dombrand 1859

Ursache war eine Unachtsamkeit bei Renovierungsarbeiten im Dachstuhl am 15. September 1859. Damit das Feuer nicht auf die Türme übergreifen konnte, mauerte der Franziskanerbruder Wendelin Seiwald schnell die Turmtüren zu - die Türmen blieben auch tatsächlich vom Feuer verschont. Den Dombrand 1859 prägte ja nicht nur der erwähnte Schutz der Dom-Türme durch Abmauern, sondern auch die „Verwandtschaft“ der Ursache zu Notre Dame: In Salzburg 1859 und in Paris 2019 (?) waren Renovierungsarbeiten Verursacher?

Brand Stadtpfarrkirche Hallein 1943

Am 22. März 1943 Großbrand in Hallein, von dem u.a. das ehemalige Augustinerkloster auf dem Georgsberg (heute Standort des BG/BRG Hallein), das Mesnerhaus (heute Stille Nacht Museum) und die Stadtpfarrkirche betroffen waren. Zwei Jahre später erfolgte der Einsturz des ausgebrannten romanischen Turms.

Salzburger Dom brannte bereits zehn Mal

  • 845: Der erste Dom von Bischof Virgil stand kaum 70 Jahre, als ein Blitz einschlug und der Dom bis auf die Grundmauern abbrannte. Doch dann war auch Platz für einen größeren romanischen Dom, den Erzbischof Arn errichten ließ.
  • 1128: Das Feuer, das bei einem Glockenguß auf dem Domplatz entstanden war, vernichtete große Teile der Stadt, die Stiftskirche zum hl. Petrus sowie den Dom.
  • 1167: In der Nacht vom 4. auf 5. April brannten die Grafen von Plain im Auftrag von Kaiser Friedrich I. Barbarossa die Stadt nieder, der auf den Salzburger Erzbischof Konrad II. von Babenberg nicht gut zu sprechen, weil dieser den vom Kaiser ernannten Gegenpapst nicht anerkannte;
  • 1203
  • 1270
  • 1312: Bei diesem Brand schmolzen sogar die Glocken ob der großen Hitze.
  • 1382
  • Der Brand im Jahr 1598, in der Nacht vom 11. auf 12. Dezember, war bereits das achte Großfeuer, es vernichtete die Dachstühle. Der unglücklicherweise danach einsetzende mehrwöchige Dauerregen und anschließende Schneefälle durchnäßten die nun der Witterung ausgesetzten Gewölbe, sie stürtzten nach und nach ein und führten so zum Totalschaden des Bauwerks. Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau entschloss sich daraufhin zu einem Abbruch desselben und ließ einen neuen Dom planen.
  • 1859: Nochmals Brand, der durch Unachtsamkeit bei Renovierungsarbeiten im Dachstuhl entstand. Damit das Feuer nicht auf die Türme übergreifen konnte, mauerte der Franziskanerbruder Wendelin Seiwald schnell die Turmtüren zu - die Türmen blieben auch tatsächlich vom Feuer verschont.
  • 1944: Am 16. Oktober durch einen Bombentreffer der alliierten Flugverbände, dabei stürzte die Kuppel ein. Bereits am 15. Juli 1945 begannen die Instandsetzungsarbeiten am Dom. Am 26. Mai 1949 nahmen dann 35.000 Menschen am Salzburger Domfest teil, bei dem nach einem großen Festzug durch Fürsterzbischof Andreas Rohracher das 100 Kilogramm schwere vergoldete Kuppelkreuz auf die wieder hergestellte Domkuppel aufgezogen wird. Nach nahezu 15jähriger Wiederaufbauzeit fand dann am 1. Mai 1959 der erste Gottesdienst, abgehalten vom Erzbischof Andreas Rohracher, statt.
  • 2007, 25. Juli: Bei den Sanierungsarbeiten am maroden Domdach gerieten am Mittwoch kurz vor 12:30 Uhr Teile des Dachstuhls in Brand. "Die Spängler haben an morschen Holzspanten gearbeitet. Dabei dürfte es zu einem Funkenflug gekommen sein", sagte Domkustos Balthasar Sieberer damals. Ein Großeinsatz der Berufsfeuerwehr konnte die Flammen rasch eindämmen.

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