Jetzt Live
Startseite Stadt
Debatte um Verbot

Bald kein Feuerwerk mehr auf der Dult?

Pyrotechniker über Lasershows als Alternative

Feuerwerk, Salzburger Dult 2016 NEUMAYR/MMV/ARCHIV
Das Dult-Feuerwerk ist eines der letzten Großfeuerwerke, die in Salzburg erlaubt sind.

Um große Feuerwerke ist seit Silvester in der Stadt Salzburg eine politische Debatte entstanden. In rund einer Woche wird auf der Dult eines der wenigen Großfeuerwerke abgeschossen. Wir haben uns mit dem Dult-Pyrotechniker Christian Czech über die angekündigten Verbote und Lasershows als Alternative unterhalten.

Salzburg

Heuer sind in der Stadt Salzburg nur drei Großfeuerwerke erlaubt. Neben der Dult darf noch am Rupertikirtag und zu Silvester geschossen werden. Über Großfeuerwerke im Stadtgebiet entscheidet zwar die Landespolizeidirektion als Bezirksverwaltungsbehörde. Aber die wenigen Großflächen, auf denen professionelle Feuerwerke gezündet werden können, sind im Besitz der Stadt Salzburg. Somit obliegt die Zusage wiederum der Stadt Salzburg in ihrer Rolle als Grundbesitzerin, also dem Bürgermeister.

Keine Ausnahme mehr für Silvesterfeuerwerk

Stadt-Chef Harry Preuner (ÖVP) hat kürzlich angekündigt, das generelle Verbot für private Knallerei auch zum Jahreswechsel nicht mehr aufheben zu wollen. Auch sonst soll es immer weniger Feuerwerke geben. Solange dies aber nicht ausreichend kontrolliert und sanktioniert werde, würde nicht nur um Silvester weiterhin feuchtfröhlich geschossen, ist Christian Czech, der seit 27 Jahren im Geschäft ist, überzeugt. Großfeuerwerke, wie sie beispielsweise bei der Dult gezündet werden sollen, dürfen nur von geprüften Pyrotechnikern abgefeuert werden. Wie Czech erklärt, müsse ein Profi ohnehin einen schriftlichen Antrag für die Genehmigung stellen. In dem Bescheid würden Ort und Zeit sowie Art und Anzahl der Feuerwerkskörper genau vorgeschrieben.

Im aktuellen Handeln der Politik sieht er somit eine „Augenauswischerei. Hier wird eine komplette Branche zerstört. Ich finde es sinnvoller, Feuerwerke in geordnete Bahnen zu lenken.“ In Deutschland ist der Verkauf von Feuerwerkskörpern im Handel beispielweise nur drei Tage vor Silvester erlaubt. „In Österreich können Raketen und Co hingegen ganzjährig erworben werden. Und so kann jeder zum Geburtstag, zu Hochzeiten etc. lautstark knallen.“

Feinstaub: "Kolportierte Zahlen viel zu hoch"

Profi-Feuerwerker würden hingegen nicht nur geräuschärmer schießen, sondern man verwende in der Branche seit Jahren keine Plastikspitzen oder Stabraketen mehr. „Da fallen nur Papierfetzen zu Boden. Der Müll hält sich dadurch massiv in Grenzen“, erklärt er.

„Natürlich erzeugt ein Feuerwerk Feinstaub, das ist ohne Frage.“ Nur die kolportierten Zahlen seien viel zu hoch. Der Anteil von Feinstaub in professionellen Feuerwerken sei (im Vergleich zur Menge des zur Jahreswende verwendeten Konsumentenfeuerwerks) nicht mess- und somit völlig vernachlässigbar, so Czech und verweist auf eine Erhebung des deutschen Umweltbundesamts aus dem Jahr 2016.

Diagramm Feinstaub Umweltbundesamt BRD 2016

Graz und Innsbruck setzen auf Lasershow

Einer Lasershow als Alternative, wie etwa von den NEOS ins Spiel gebracht, kann Czech, der auf Spezialeffekte und Großfeuerwerke spezialisiert ist, wenig abgewinnen. „Ein Feuerwerk ist viel emotionsbehafteter und breitenwirksamer“, sagt Czech, „Pyrotechnik kann sehr billig große Räume füllen.“ Das Dult-Feuerwerk kostet etwa 7.500 Euro netto.

Graz hat den Schwenk zur Lasershow im Vorjahr umgesetzt. Statt des jährlichen Silvesterfeuerwerks vom Schlossberg bot die steirische Landeshauptstadt eine Wasser- und Lichtshow zur Jahreswende. Diese hätten laut Czech in drei Aufführungen 15.000 Menschen sehen können, während das Feuerwerk jedesmal bis zu 200.000 Menschen sahen. „Wie man hier die zwölf- bis 20-Fach höheren Kosten rechtfertigen kann, ist für mich fraglich“, so Czech. Denn die Lasershow hat laut Medienberichten rund 150.000 Euro gekostet, sein Feuerwerk in den Vorjahren 12.000 Euro.

Kommt Lasershow auch in Salzburg?

Für eine Lasershow in diesen Dimensionen brauche es außerdem extrem viel Equipment, das in Lkw transportiert werden müsse. Die Proben und Programmierungen würden einen entsprechenden Strom- und Wasserverbrauch verursachen. „Von Nachhaltigkeit würde ich hier nicht wirklich sprechen.“

Aber auch Innsbruck setzt auf ein ähnliches Konzept. Erst vor wenigen Tagen wurde das neue Konzept für das Bergsilvester in der Tiroler Landeshauptstadt präsentiert. Ob sich in Salzburg für den Jahreswechsel ähnliches anbahnt, darf abgewartet werden. Die politische Diskussion ist jedenfalls angeheizt.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 18.07.2019 um 11:13 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-dult-bald-kein-feuerwerk-mehr-71260849

Kommentare

Mehr zum Thema