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Schäden nach Sturm

Kosten für Festungs-Reparaturen explodieren

Ein schwerer Föhnsturm Anfang November hat im ganzen Land Salzburg seine Spuren hinterlassen. Besonders stark hat er auch auf der Salzburger Festung gewütet. Im Frühjahr wollte man hier eigentlich mit den Reparaturarbeiten beginnen. Wegen weiterer Schäden und länger andauernder Planung verzögert sich das aber. Und die Kosten werden sich verdoppeln.

Salzburg

Der Sturm hatte große Teile des Daches von Zeughaus und Schüttkasten abgedeckt. Außerdem wurden Mauern und Kamine beschädigt. Salzburgs Wahrzeichen musste anschließend auch für mehrere Tage gesperrt werden – die Sicherheit der Besucher wäre gefährdet gewesen.

Festung: Provisorium übersteht Winter

Eilig haben Dachdecker, Zimmerer und Gerüstbauer die Räume provisorisch abgedeckt, auch die Mauern wurden gesichert. Den Winter hat dieses Provisorium gut überstanden, schildert Maximilian Brunner, Geschäftsführer der Salzburger Burgen und Schlösser, am Donnerstag im S24-Gespräch: „Die Abdeckungen halten gut, wir sind aber in Alarmbereitschaft, wenn stärkere Winde angesagt sind.“

Reparaturen verzögern sich

Mit den geplanten Reparaturarbeiten konnte man noch nicht beginnen. Zuallererst sei es noch zu kalt, außerdem sei die Planung noch nicht abgeschlossen. „Es gibt noch keine fertige Planung, das ist alles etwas schwieriger als bei einem normalen Haus, das nicht unter Denkmalschutz steht und gerade Dachformen hat. Das ist auf der Festung komplexer“, erklärt Brunner.

Verdopplung der Kosten

Die Kosten haben sich indes verdoppelt. Ging man im Herbst noch von etwa 500.000 Euro Schaden aus, rechnet Brunner nun mit einer Million Euro, die wohl für die Reparaturarbeiten benötigt werden. Das liege daran, dass man nach und nach noch weitere Schäden, vor allem im Mauerwerk, gefunden habe.

Die Bauarbeiten im Detail:

Konkret stehen folgende Bauarbeiten an: Die komplette Dachkonstruktion samt Dachstuhl muss teilweise neu gebaut werden. Die alten Holzbalken werden überprüft – was noch gut in Schuss ist, wird für den Wiederaufbau verwendet. Manche Mauern müssen komplett neu aufgesetzt werden, Kaminköpfe ersetzt und die Dächer am Zeughaus und Schüttkasten neu eingedeckt werden.

Spezialfirmen brauche man für diese Arbeiten keine, allerdings seien mit der Planung speziell auf Denkmalschutz ausgebildete Experten betraut worden.

Einsatz auf der Festung

Nach dem kurzen aber heftigen Sturmereignis in den Morgenstunden des 30. Oktober wurden große Teile des Daches vom "Zeughaus" und dem "Schüttkasten" unserer Festung abgedeckt bzw. beschädigt. In unserem Video zeigen wir euch einen kleinen Einblick in die Aufräumarbeiten. Gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Salzburg konnte die Zufahrt auf die Festung wieder hergestellt sowie alle losen und somit gefährlichen Dachteile in den betreffenden Bereichen bis in die Abendstunden entfernt werden. #Berufsfeuerwehr #bfs #BerufsfeuerwehrSalzburg #BFSalzburg WK

Gepostet von Berufsfeuerwehr Salzburg am Mittwoch, 31. Oktober 2018

Salzburger Festung bleibt offen

Vor Mitte Mai rechnet der Geschäftsführer nicht mit einem Beginn der Arbeiten. Diese werden sich wahrscheinlich auch bis in den Sommer ziehen. Dabei sollen nicht nur die beschädigten Dächer und Mauern wieder hergerichtet werden, sondern man nützt die Gelegenheit und streicht auch die Fassade an der Rückseite der Festung neu. Die Festung wird aber offen bleiben: Eine Sperre wird wenn dann nur kurzfristig für spezielle Arbeiten notwendig sein, versichert Brunner.

Aufgerufen am 23.03.2019 um 02:32 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-festung-reparatur-nach-sturm-doppelt-so-teuer-67235497

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