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Salzburger Goldhauben feiern 60-Jahr-Jubiläum

Goldhauben gehen auf das 17. Jahrhundert zurück. Neumayr/Archiv
Goldhauben gehen auf das 17. Jahrhundert zurück.

Wenn Salzburg in diesem Jahr die 200-jährige Zugehörigkeit zu Österreich feiert, gibt es für die "Goldhaubengruppe der Mozartstadt Salzburg" auch ein Jubiläum. Der Verein wurde vor 60 Jahren von Bürgersfrauen gegründet, die ihre wertvolle Kopfbedeckung bei Brauchtumsveranstaltungen zur Schau tragen. Jetzt suchen die "Goldhaubenfrauen" Nachwuchs, auch für ihre Tanzgruppe und den Chor.

Der Verein wurde 1956 gegründet und zählt derzeit 69 aktive Mitglieder. 25 in Trachten gekleidete und mit Goldhauben geschmückte Damen begleiten die "öffentlichen Ausrückungen" zu Fuß, 22 Damen singen im Chor. "Wir haben auch zwölf Tanzpaare", erzählte die stellvertretende Obfrau Monika Schlager im APA-Gespräch. "Wir nehmen gerne noch Mitglieder auf." Die Tanzgruppe sucht auch junge Paare, und der Chor freut sich über junge Stimmen.

Goldhauben gehen aufs 17. Jahrhundert zurück

Den Mitgliedern - sie sollen verheiratet sein oder in einer festen Partnerschaft leben - werden die Goldhauben und Kostüme zur Verfügung gestellt. Ihre Kinder dürfen mit den Vereinstaferln bei den Umzügen vorausgehen. Der Verein freut sich auch deshalb über Nachwuchs, weil die Tradition der Goldhaube auch in Zukunft erhalten bleiben soll.

Ab dem 17. Jahrhundert trugen Bürgerinnen in österreichischen und süddeutschen Städten die Goldhauben zur Tracht. Die Tradition breitete sich später auch auf das Land aus. In der Stadt Salzburg wurden gegen Ende des 18. Jahrhunderts noch kleinere Goldhäubchen getragen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts zogen die Bürgersfrauen wie im benachbarten Oberösterreich die helmartige Form der mit goldenen Borten und Stickereien verzierten Hauben vor.

"Bürgerinnentracht" oft als Familienerbstück

Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die angesehene "Bürgerinnentracht" als kostbares Erbstück von den Familien gepflegt und gehegt. Und auch heute wird sie an den Festtagen nicht ohne Stolz präsentiert. Die Herstellung der Goldhaube ist sehr aufwendig. "Ich brauche dazu 250 bis 300 Stunden", schilderte Schlager. Das entspricht etwa zwölf Tagen. "Die Hauptarbeit ist die Vorbereitung, wie beim Kuchenbacken, das nimmt die meiste Zeit in Anspruch."

Das Vorlochen der Goldblättchen mit Hammer und Nadel und das Zuschneiden der Garne ist eben sehr zeitaufwendig. Schlager, die Obfrau Reinhilde Kirchtag tatkräftig unterstützt, vermittelt die spezielle Handwerkskunst in Kursen. Sie selbst stellt im Jahr eine Goldhaube her - keine günstige Angelegenheit, den die Materialkosten verschlingen 900 Euro oder mehr.

Die Goldhaubengruppe der Mozartstadt zeigt ihre Tracht gerne bei volkskulturellen Veranstaltungen und bei kirchlichen Festen wie Fronleichnam und Erntedank. Der Verein ist auch für karitative Zwecke tätig. "Über allem steht aber das Bemühen, Brauchtum zu pflegen, alte Traditionen zu erhalten und weiterzugeben sowie die Freundschaft und Geselligkeit zu pflegen", lautet die Prämisse der "Goldhaubenfrauen".

(APA)

(Quelle: S24)

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