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Salzburger Innenstadtsperre: Wirtschaft zieht verheerende Bilanz

Der Wirtschaftsbund will auf jeden Fall in die Verhandlungen um eine dauerhafte Lösungen eingebunden werden. FMT-Pictures/M.W.
Der Wirtschaftsbund will auf jeden Fall in die Verhandlungen um eine dauerhafte Lösungen eingebunden werden.

Eine verheerende Bilanz über die am Freitag auslaufende fünfwöchige Innenstadtsperre in der Stadt Salzburg hat am Donnerstag der ÖVP-Wirtschaftsbund gezogen. Mehr als jeder zweite Unternehmer in der Altstadt oder in deren Randbereich beklagt Umsatzeinbußen, die im Schnitt mit einem Drittel beziffert werden. Da der Sommer traditionell die umsatzstärkste Zeit sei, wirke sich der Rückgang umso schwerer aus, hieß es bei einem Pressegespräch. 

339 Unternehmer beantworteten im persönlichen Gespräch die Fragen, damit habe man 75 bis 80 Prozent aller Händler und Gastronomen auch erreicht, sagte Peter Harlander, Landesvorsitzender des Jungen Wirtschaftsbundes. Nur 15 gaben dem "Sommer-Verkehrsmanagement" die Schulnoten 1 und 2, während knappe 60 Prozent ein glattes "Nicht genügend" verteilten. Der Notenschnitt lag bei "Genügend". Eine Wiederholung der Innenstadtsperre ist gerade für jeden Zwölften eine sinnvolle Lösung, 92 Prozent lehnen dies ab. Über eine positive Umsatzentwicklung konnten ganze sechs Befragte berichten, während 42 Prozent keine Änderung spürten und 57 Prozent über Rückgänge klagten.

Modehaus kündigte Kündigungen an

Auf die Frage, wie hoch diese ausfielen, gaben nur 98 Unternehmer eine Antwort: durchschnittlich 37 Prozent. "Wenn wir jetzt keine Umsätze machen, wie sollen wir dann unsere Mitarbeiter durch die umsatzschwachen Monate wie Jänner oder Februar bringen", meinte Sternbräu-Wirt Harald Kratzer. Getroffen hat es seinen Angaben zufolge besonders die Kaufleute im höherpreisigen Segment. So habe beispielsweise ein Modehaus bereits Kündigungen angekündigt, andere hätten laut über eine Sortiment-Umstellung in Richtung billiges Touristen-Segment nachgedacht.

Nach Innenstadtsperre: Neue Verkehrslösungen gewünscht

Harlander stellte aber klar, dass die Wirtschaft unbedingt neue Verkehrslösungen für die Stadt wünscht: Zwei Drittel der Befragten hätten dies unterstrichen, wobei sie sich vor allem für einen Ausbau der Park-and-Ride-Plätze und Shuttlebusse, weitere Parkgaragen in den Stadtbergen und ein funktionierendes und ausgebautes Parkleitsystem aussprachen. Dies sind denn auch die Forderungen, die der Wirtschaftsbund daraus ableitet. Außerdem tritt Harlander für einen Paradigmenwechsel nach dem Motto "In die Stadt hineinlotsen, statt die Stadt absperren" ein. Die saisonale Schlechtwettersperre, die ebenfalls mit Freitag ausläuft, sollte durch ein ganzjähriges Verkehrs- und Parkleitsystem ersetzt werden.

Wirtschaft will in Verhandlungen miteingebunden werden

Der Wirtschaftsbund will auf jeden Fall in die Verhandlungen um eine dauerhafte Lösungen eingebunden werden. "Wenn es eine ernst gemeinte Diskussion geben soll, dann ist das ein erster Schritt in die richtige Richtung", so Harlander. Die Bereitschaft der Wirtschaft, für eine Lösung auch Geld in die Hand zu nehmen, ist laut Kratzer durchaus vorhanden. (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 02:33 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-innenstadtsperre-wirtschaft-zieht-verheerende-bilanz-41637355

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