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Salzburger Lehrling Ali W. zu Einvernahme vorgeladen

Bernhard Jenny (links) unterstützt Ali W. Facebook/ Ali W.
Bernhard Jenny (links) unterstützt Ali W.

Der Salzburger Lehrling Ali W. ist mittlerweile seit drei Monaten in der Erzabtei St. Peter in der Stadt Salzburg untergebracht. Die Kirche hat ihm Asyl gewährt, da ihm die Abschiebung droht. Nun hat Ali W. einen Termin zur Einvernahme beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) bekommen. Für Aktivist Bernhard Jenny ein Zeichen konkreter Gefahr.

Der Termin beim BFA ist für Montag, den 1. Oktober 2018 angesetzt. Der Salzburger Lehrling wurde zur Einvernahme vorgeladen. Jenny erklärt in einer Aussendung, wie gefährlich das für Ali W. sein könnte: "Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Asylwerber anlässlich eines solchen Termines einfach festgenommen wird und die Abschiebung unmittelbar bevorsteht."

Haslauer soll Sicherheit gewähren

Deshalb möchte man nun Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Gemeinsam mit der Kirche hat Bernhard Jenny deshalb Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) um Unterstützung gebeten. Konkret fordern sie, dass Haslauer eine persönliche Garantie für die Freiheit von Ali W. vom Bundesamt erwirken soll. Denn: "Es muss sichergestellt sein, dass Ali W. danach auch wieder in die Erzabtei St. Peter gehen kann."

Ohne diese Garantie könne der Lehrling, der ursprünglich aus Pakistan kommt, den Termin nicht wahrnehmen, weil er sich dann selbst in Gefahr bringen würde, schreibt Jenny.

Zweites Asylverfahren für Ali W.?

Im Juli hatte W.'s Anwalt, Peter Perner, einen Antrag auf ein zweites Asylverfahren gestellt. Grund dafür war ein sogenannter "Nachfluchtgrund": Durch die mediale Aufmerksamkeit, die sein Fall hervorgerufen habe, könnte Ali W. nun auf Todeslisten von Islamisten in Pakistan stehen. Bei einer Rückkehr würde ihm demnach der Tod drohen, da er bei Christen Schutz gesucht habe. Eine Antwort habe man laut Jenny bisher nicht bekommen.

Das sind die Hintergründe

Im Rahmen des Programms Fairmatching fand Ali W. im Herbst eine Lehrstelle als Kellner im Beisl der ARGEkultur. Vor drei Jahren flüchtete er aus Pakistan nach Österreich. Am 31. Mai ist er das erste Mal ins Anhaltezentrum der Polizei gebracht worden. Seit dem muss er sich alle 48 Stunden bei der Polizei melden. Zugleich legte sein Anwalt außerordentliche Revision gegen den Bescheid ein und stellte einen Antrag auf aufschiebende Wirkung. Denn in Salzburg strebt die Landesregierung derzeit eine Lösung für junge Flüchtlinge in Ausbildung an. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) hatte etwa angeregt, die Rot-Weiß-Rot-Karte auf Asylbewerber auszudehnen, die sich in einer Ausbildung befinden.

Seit Juli ist Ali W. nun in St. Peter untergebracht, wo man ihm Kirchenasyl gewährte. Sein Anwalt hat währenddessen einen zweiten Antrag auf ein Asylverfahren gestellt.

Laut seinem Umfeld spricht er sehr gut Deutsch, ist beliebt und engagiert – und bezieht auch keine Grundversorgung, weil er Lehrlingsentschädigung erhält. Der Pakistani gilt als Vorzeigebeispiel für die Integration von Flüchtlingen und wird auch von Politikern wie beispielsweise Sepp Schellhorn (NEOS) und Martina Berthold (Grüne) unterstützt.

Aufgerufen am 09.12.2018 um 10:13 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-lehrling-ali-w-zu-einvernahme-vorgeladen-60297424

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