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Salzburger ÖVP will Europark-Erweiterung neu prüfen

Das Thema Europark-Erweiterung sorgt immer wieder für Diskussion in der Salzburger Landesregierung. Neumayr/Archiv
Das Thema Europark-Erweiterung sorgt immer wieder für Diskussion in der Salzburger Landesregierung.

Rückt die Salzburger ÖVP von ihrem Nein zur Europark-Erweiterung ab? Erste Weichen dazu könnten nach der Landtagswahl im Frühling gestellt werden. Die Salzburger Grünen bleiben weiterhin bei ihrem Nein zum Ausbau, erfreut über einen möglichen ÖVP-Schwenk zeigen sich SPÖ und FPÖ.

Das Thema Europark-Erweiterung sorgt in regelmäßigen Abständen für Diskussion in der Salzburger Landesregierung. Nun scheint sich die ÖVP doch für einen Ausbau zu erwärmen: "Wenn in der nächsten Legislaturperiode ein Antrag kommt, dann wird der selbstverständlich neu bewertet", so Wolfgang Mayer, Landesgeschäftsführer der ÖVP Salzburg im Gespräch mit SALZBURG24.

Mayer: "Sind dennoch koalitions- und pakttreu"

Mayer selbst ist als Raumordnungssprecher der ÖVP anderer Ansicht als die Partei: "Ich persönlich stehe einer Erweiterung nicht negativ gegenüber, das war immer schon so. Deswegen sind wir dennoch koalitions- und pakttreu, man kann ja durchaus einmal unterschiedlicher Meinung sein", so Mayer. An der ÖVP-Haltung ändere sich bis zur nächsten Wahl allerdings nichts.

Salzburger Grüne weiter gegen Europark-Ausbau

Weiter gegen einen Ausbau des Einkaufszentrums sind die Salzburger Grünen. Raumordnungsreferentin LH Astrid Rössler ist der Meinung, dass eine Erweiterung "zu einer zu großen Konzentration der Handelsströme in diesem Bereich führen und andere die Einbußen dafür zu spüren bekommen würden", so Stefan Tschandl vom Büro Astrid Rössler gegenüber SALZBURG24.

Beurteilung soll für alle gelten, nicht nur Europark

Dass sich Kaufverhalten und auch der Handel selbst wandeln, ist auch den Grünen bewusst: "Natürlich ändern sich Dinge, auch mit dem Online-Handel, der hier gerne genannt wird. Der Online-Handel ist aber nicht nur der Konkurrent vom Europark sondern von allen anderen auch. Die Beurteilung soll für die gesamten Verkaufsflächen im Bundesland Salzburg erfolgen und nicht nur aus der Sicht eines, wen auch sehr attraktiven und sehr großen, Marktteilnehmers", so Tschandl.

SPÖ und FSG für Ausbau: 300 neue Arbeitsplätze

Die Salzburger SPÖ ist seit Jahren für einen Ausbau des Shoppingcenters. Argumentiert wird dies mit zusätzlichen Arbeitsplätzen, wie auch die Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in Salzburg (FSG) in einer Aussendung mitteilte: "Die FSG begrüßt den überraschenden Schwenk der ÖVP, sich doch noch für eine Erweiterung des Europarks auszusprechen. Durch die Umwandlung von Lagerflächen in Shoppingflächen würden über 300 neue Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem wird die Bauwirtschaft angekurbelt und wichtige Aufträge für Salzburger Handwerker erfolgen."

FPÖ: Svazek sieht Online-Handel als "Bedrohung"

Für einen Europark-Ausbau ist auch die Salzburger FPÖ. Landesparteiobfrau Marlene Svazek sieht den Online-Handel dabei als Bedrohung. Für sie gilt die Erweiterung daher als Möglichkeit, den "stationären Handel für Konsumenten noch attraktiver zu gestalten", so Svazek in einer Aussendung. "Während vor Jahren die kleinen Läden den Ketten weichen mussten, ist der Online-Handel gerade dabei, die Branche generell auszudünnen", befürchtet die FPÖ-Politikerin.

ÖVP: Neuer Antrag erst nach Landtagswahl

Derzeit will die ÖVP an ihrer Haltung festhalten. Ein Abrücken wäre erst nach der Landtagswahl möglich: "Wir denken bis zum nächsten Wahltag, wenn es dann einen Antrag gibt wird der neu bewertet", so Mayer.

(Quelle: S24)

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