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Er forderte 80.000 Euro

Salzburger Polizei schnappt Betrüger

Polizei APA/BARBARA GINDL
Einen mutmaßlichen Kautionsbetrüger hat die Polizei Salzburg festgenommen (Symbolbild).

Dank einer aufmerksamen Bankangestellten ist Mitte März in der Stadt Salzburg ein falscher Polizist der echten Polizei ins Netz gegangen. Der 36-jährige Pole soll versucht haben, einer 79-jährigen Pensionistin mit einem Kautionsbetrug fast 80.000 Euro abzuluchsen. Der Verdächtige dürfte Teil einer bundesweit agierenden Bande sein, die seit gut einem Jahr großen Schaden anrichtet.

Der Mann gab sich am Telefon als Polizist aus und informierte die betagte Frau über einen angeblichen Verkehrsunfall ihrer Tochter. Um eine Inhaftierung der Tochter zu verhindern, müsse die Frau die hohe Summe als Kaution hinterlegen. Zudem drohte der Verdächtige der Pensionistin weitere 15.000 Euro "Steuern" an, wenn sie gegenüber den Mitarbeitern der Bank den Grund für die Behebung nenne.

Bankangestellte alarmiert Polizei

Im Geldinstitut schaltete allerdings eine Angestellte sofort, als die 79-Jährige tatsächlich in ihrer Bankfiliale Bargeld abheben wollte. Die Mitarbeiterin verständigte umgehend die Polizei. Den Beamten gelang es, unweit der Bank eine verdächtige Person zu kontrollieren. Der Mann konnte den Polizisten dabei nicht erklären, was er in Salzburg mache. Die bei dem Mann sichergestellten Mobiltelefone, SIM-Karten und Unterlagen erhärteten dann den Tatverdacht gegen den 36-jährigen Polen.

60 Betrugsfälle in Salzburg

Laut Polizei dürfte der Mann Mitglied einer Betrugsbande sein. Seit Juni 2018 führt das Kriminalreferat in der Stadt Salzburg Ermittlungen in ungefähr 60 derartigen Fällen, wobei es bisher in fünf Fällen auch zu Geldübergaben kam. Die Gesamtschadenssumme beträgt - alleine in der Landeshauptstadt - an die 330.000 Euro.

Verdächtiger in Deutschland gesucht

Im Zuge der Ermittlungen haben zwei der Opfer auf Fotos den tatverdächtigen Polen wiedererkannt, einem weiteren Opfer war es Anfang des Monats auch gelungen, mit dem Mobiltelefon ein Bild des Mannes zu machen. Der 36-Jährige wurde in die Justizanstalt Salzburg eingeliefert. Er saß 2010 in Deutschland schon einmal wegen eines "Neffentricks" in Haft und wurde dort zuletzt wieder per Haftbefehl gesucht.

Schwierige Suche nach Hintermännern

Salzburger Ermittler gehen davon aus, dass der Mann nicht alleine gehandelt hat. Pro Tat dürften wohl drei bis fünf Beteiligte involviert sein, weil einzelne Opfer am Telefon immer wieder auch mit mehreren "Polizisten" gesprochen haben. Das Ausforschen der Hintermänner gilt aber als schwierig, weil die Täter beispielsweise nur Wertkartentelefone benutzen. Der nun festgenommene Pole zeigte sich nicht geständig. Die Salzburger Polizei prüft nun, ob eine Verbindung zu weiteren Kautionsbetrügereien in anderen Bundesländern besteht. Ermittler gehen derzeit österreichweit von rund 500 versuchten und vollendeten Fällen aus.

(APA)

(Quelle: APA)

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