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Salzburger Sonntagsöffnung: Heftige Kritik der Kirche

Der Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser hat heftige Kritik an der Ausweitung der Sonntag-Öffnungszeiten eines Supermarktes am Salzburger Hauptbahnhof geübt. Auch die "Allianz für den freien Sonntag" und die Katholische Aktion ließen kein gutes Haar an der Entscheidung.

Konkret geht es um den Spar-Markt im neuen Salzburger Hauptbahnhof, der künftig auch an Sonn- und Feiertagen auf einer fast 400 Quadratmeter großen Verkaufsfläche bis 23 Uhr offen halten darf. Der zuständige Gewerbereferent, SP-Landesrat Walter Blachfellner, unterschrieb am Mittwoch die Verordnung über die Öffnungszeiten. Die gültigen Bestimmungen - 80 Quadratmeter für Lebensmittel - hätten vollkommen ausgereicht, so Kothgasser in einer Aussendung am Donnerstag. Der Erzbischof wies auf den ausdrücklichen Schutz der Sonntagsruhe in der Salzburger Landesverfassung hin und warnte davor, grundgesetzlich festgelegte Werte, die allen in der Gesellschaft dienten, unter dem Titel "Ausnahme" zu umgehen. Der arbeitsfreie Sonntag markiere eine Grenze zwischen fremdbestimmter und selbstbestimmter Zeit "und wirkt dem Trend entgegen, dass alle Lebenszeit zu Arbeits- und Konsumzeit wird", so Kothgasser. Auch der Linzer Bischof Ludwig Schwarz kritisierte als Vertreter der "Allianz für den freien Sonntag" die Entscheidung: "Ein solches politisches Handeln untergräbt den freien Sonntag und gefährdet gesellschaftlichen Zeitwohlstand und Lebensqualität." Franz Georg Brantner von der Gewerkschaft der Privatangestellten und ebenfalls Sprecher der Sonntagsallianz sprach von einem politischen "Kniefall vor einer der großen Supermarktketten in Österreich". Doris Witzmann, Präsidentin der Katholischen Aktion Salzburg, warnte schon im Vorfeld der neuen Regelung vor einem möglichen "Dammbruch durch eine Extrawurst beim Hauptbahnhof", der vor allem auf Kosten von Müttern und Alleinerziehenden gehe.

(Quelle: S24)

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