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Salzburger verliert bei Arbeitsunfall sein Bein – Versicherung will nicht zahlen

Die Versicherung sah keinen Arbeitsunfall. Bilderbox
Die Versicherung sah keinen Arbeitsunfall.

Ein 60-jähriger Salzburger hat bei einem Arbeitsunfall sein Bein verloren. Die Versicherung lehnte jedoch jegliche Unterstützung ab, berichtet die Arbeiterkammer Salzburg, die Klage gegen das Unternehmen eingereicht hat. Mit Erfolg, wie sich nun herausstellte.

 Der 60-jährige Helmut B. (Name und Alter geändert) aus Salzburg arbeitete als Parkplatzkassier. In den Winternächten wurde es an seinem Arbeitsplatz – einem kleinen Kassenhäuschen – bitterkalt. Um sich zu wärmen, aktivierte er eine kleine Elektroheizung, die sich unter seinem Schreibtisch befand. Mit fatalen Folgen: Aufgrund seines Krankheitsbildes –  er litt an Diabetes und Polyneuropathie – hatte Helmut B. keinerlei Schmerzgefühl in den Beinen. So spürte er nicht, dass ihn die Heizung schwer verbrannte. Als er es schlussendlich doch bemerkte, war es zu spät. Neben den äußeren Verletzungen, erlitt der Salzburger eine so schwere Durchblutungsstörung, dass den Ärzten nichts anderes übrig blieb als den Unterschenkel zu amputieren

Laut Versicherung kein Arbeitsunfall

Als wäre das noch nicht schlimm genug, verlor Helmut B. aufgrund des langen Krankenstands auch den Job als Parkplatzkassier. Ab diesen Zeitpunkt war der Salzburger auf das Arbeitslosengeld angewiesen, das gerade einmal so hoch war, um die Kosten für Wohnen und Essen zu begleichen. Weitere mögliche Behandlungskosten hätte er kaum noch stemmen können.

So hoffte der 60-Jährige, aufgrund der Schwere seines Arbeitsunfalls, eine Unfallrente zu bekommen. Doch die Versicherung lehnte ab. „Aus deren Sicht handelte es sich um keinen Arbeitsunfall“, so Sarah Baier, Expertin für Sozialversicherungsfragen in der Arbeiterkammer Salzburg. „Die Amputation sei alleine die Folge einer Vorerkrankung gewesen.“

Arbeiterkammer klagt gegen Versicherung

Umgehend wandte sich Helmut B. an die Arbeiterkammer Salzburg. AK-Expertin Sarah Baier übernahm den Fall. Sie klagte gegen den Bescheid der Unfallversicherung am Sozialgericht. Ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger kam ebenfalls zu dem Schluss, dass die Amputation durch die Verbrennung am Arbeitsplatz verursacht worden war. Der Einsatz der Arbeiterkammer hat sich für Helmut B. bezahlt gemacht: Der Arbeitsunfall wurde letztendlich anerkannt. Das heißt: Der Salzburger erhält eine monatliche Unfallrente – seine Existenz ist damit gesichert.

„Das Schicksal von Herrn B. ist kein Einzelfall“, so AK-Präsident Siegfried Pichler. „Täglich wenden sich viele Salzburgerinnen und Salzburger an die Sozialversicherungs-Beratung der Arbeiterkammer. In vielen Fällen drohen die Betroffenen durch das soziale Netz zu fallen. Unsere Expertinnen und Experten helfen, die Ansprüche und Rechte der Menschen durchzusetzen.

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 15.07.2019 um 10:32 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/salzburger-verliert-bei-arbeitsunfall-sein-bein-versicherung-will-nicht-zahlen-57052525

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