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Salzburgs Kriseninterventionsteam feiert Jubiläum: "Hilfe von außen tut gut"

Hillebrand, Unterluggauer und Vogl (v.l.n.r.) feiern den Geburtstag vom Kriseninterventionsteam. Rotes Kreuz Salzburg
Hillebrand, Unterluggauer und Vogl (v.l.n.r.) feiern den Geburtstag vom Kriseninterventionsteam.

Nach persönlichen Schicksalsschlägen oder Katastrophen spürt man Wut, Trauer und Orientierungslosigkeit. Hilfe und wichtigen Beistand in solchen Situationen gibt das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes. Wir haben die Ehrenamtlichen zu ihrem zehnten Geburtstag in der Stadt Salzburg besucht.

115 Mitarbeiter zählt das Salzburger Kriseninterventionsteam mittlerweile, die auf das gesamte Bundesland verteilt sind. 2007 hatten fast alle Bundesländer ein eigenes Team, Salzburg zog erst als Vorletztes nach. "Wir konnten aber damals auf die Erfahrungswerte der anderen Bundesländer und der Deutschen zurückgreifen", verrät Ingo Vogl, der das Salzburger Team gemeinsam mit Karin Unterluggauer leitet.

Über 16.000 betreute Personen in zehn Jahren

Seitdem wurden im Land Salzburg mehr als 2.600 Einsätze abgehandelt und über 16.000 Personen betreut, was sich in knapp 21.000 ehrenamtlichen Einsatzstunden ausdrückt – im Jahr sind das umgerechnet 300 Einsätze. Das Team wird zu vielfältigen Einsätzen gerufen: Vom tödlichen Verkehrsunfall über die Betreuung der Verwandten nach einem Suizid bis hin zur Versorgung von Touristen, denen Angehörigen etwas Tragisches in Salzburg passiert ist. "Wir stehen für schnelle und unbürokratische Hilfe. In solchen Fällen ist es wichtig, dass jemand da ist“, so Vogl. "Vor zehn Jahren gab es in Salzburg eine große Lücke in der psychosozialen Versorgung, die wir durch das Kriseninterventionsteam schließen konnten“, ergänzt Unterluggauer, "wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter, die für hochqualitative Arbeit stehen.“

Das Kriseninterventionsteam hilft, wenn Menschen durch plötzlichen Verlust hilflos sind. /Rotes Kreuz Salzburg24
Das Kriseninterventionsteam hilft, wenn Menschen durch plötzlichen Verlust hilflos sind. /Rotes Kreuz

So arbeitet das Kriseninterventionsteam

Nach einer persönlichen Katastrophe kann man urplötzlich aus dem gewohnten Leben gerissen werden. Was bedeutet der Verlust für die Angehörigen? Oft kommt es zur Hilflosigkeit. Mit seiner Arbeit will das Rote Kreuz die betroffenen Personen wieder handlungsfähig machen und zurück ins geregelte Leben bringen. "Wir richten uns nach den Betroffenen, reden viel und gehen auf individuelle Wünsche ein", erklärt Psychologin Unterluggauer, denn "Hilfe von außen tut gut." In einen Einsatz werden übrigens immer mindestens zwei Mitarbeiter geschickt, niemand darf alleine mit seinen Sorgen und Ängsten gelassen werden. Die 115 Mitarbeiter sind neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in psychosozialen und medizinischen Berufen tätig. Mittlerweile sind auch Dolmetscher mit dabei, um Urlauber zu betreuen. Das Mindestalter, um beim Kriseninterventionsteam mitzumachen, ist 25. Anschließend folgen eine Reihe an Auswahlverfahren mit vielen persönlichen Gesprächen, um die hohen qualitativen Ansprüche zu erfüllen.

Wie eine persönliche Tragödie ausschaut, weiß Bauunternehmer Bernd Hillebrand aus eigener Erfahrung. Vor acht Jahren ereignete sich ein tödlicher Arbeitsunfall auf einer seiner Baustellen, ein weiterer Mann wurde damals zudem schwer verletzt. "Das Kriseninterventionsteam hat mir und meinem Umfeld sehr geholfen, seitdem unterstütze ich sie im Namen des Salzburger Handwerks." Das Kriseninterventionsteam finanziert sich durch Spenden und die Integrierung beim Roten Kreuz. Vogl ergänzt: "Hinzu kommt die unersetzliche und wertvolle Arbeit aller Ehrenamtlichen."

Wie bleibt man glücklich?

Neben der täglichen Arbeit mit dem Leid anderer bereitet man sich gemeinsam mit weiteren Einsatzorganisationen über die Ländergrenzen hinaus auf Großeinsätze und Katastrophen vor. Außerdem werden Lehrer und Kindergärtner weitergebildet, um im Ernstfall Unterstützung zu geben. Doch wie bleibt man bei all dem Unglück eigentlich fröhlich? "Die Wertschätzung der Betroffenen und die Tatsache, dass wir etwas wirklich Sinnvolles tun, ist sehr erfüllend", so Vogl und Unterluggauer unisono.

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