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Salzburgs Metaller bereiten sich auf Streik vor

Salzburgs Metaller drohen mit Streiks. ÖGB
Salzburgs Metaller drohen mit Streiks.

Am Donnerstag geht es sprichwörtlich um die Wurst. Zu Mittag wird die fünfte Runde in den Metaller-KV-Verhandlungen eingeläutet. Bisher gab es praktisch keine Annäherungen zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern. Auch in Salzburg drohen die Gewerkschaften mit Kampfmaßnahmen.

Die Arbeitnehmer fordern ein Lohn-/Gehaltsplus von fünf Prozent oder zumindest 100 Euro mehr. Dazu haben sie ein Konvolut an Ausgleichsforderungen für die neuen Arbeitszeitregeln, die den 12-Stunden-Tag erleichtern. Dazu gehört ein langer Kündigungsschutz für Mitarbeiter, die es ablehnen, zwölf Stunden zu arbeiten und hohe Zuschläge für jene, die zustimmen.

Mühlberger: "De facto Null-Lohnrunde"

"Wesentlichen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg haben die ArbeitnehmerInnen, die jeden Tag vollen Einsatz bringen. Dennoch sind die Arbeitgeber bislang nicht bereit, den Menschen einen fairen Teil vom wirtschaftlichen Erfolg zuzugestehen", sagt etwa der Salzburger PRO-GE-Landessekretär Daniel Mühlberger. Und weiter: "Das Angebot der Arbeitgeberseite liegt weiterhin bei mickrigen 2,02 Prozent. Es würde lediglich die Preissteigerung abdecken und de facto eine Null-Lohnrunde bedeuten."

Keine Kompensation für 12-Stunden-Tag

Die Arbeitgeber bieten 2,02 Prozent Inflationsausgleich und einen Anteil an der Produktionssteigerung in der Metalltechnischen Industrie, den sie mit 0,7 Prozent taxieren. Kompensationen für den 12-Stunden-Tag werden kategorisch abgelehnt. Man könne in den kommenden Jahren schauen, ob dieser überhaupt zu Änderungen in der betrieblichen Praxis führe. Das gesamte Forderungspaket der Arbeitnehmer koste mehr als zehn Prozent und sei inakzeptabel. Besser solle ein gänzlich neuer Beschäftigen-KV für Arbeiter und Angestellte ausgearbeitet werden.

Die Forderung der Gewerkschaften PRO-GE und GPA-djp in der Metallindustrie und Bergbau seien weiterhin aufrecht, heißt es in einer Aussendung am Donnerstag. Erste Streiks wurden zuletzt ab Anfang kommender Woche erwartet, sollte es tatsächlich dazu kommen. Alle nötigen Beschlüsse haben die Gewerkschafter jedenfalls schon getroffen. Unverständnis für die Streikdrohung äußerte heute die Freiheitliche Wirtschaft.

Sechs verschiedene Kollektivverträge

Beim Metaller-KV geht es um sechs verschiedene Kollektivverträge für insgesamt rund 192.000 Beschäftigte. Der Abschluss in der Metalltechnischen Industrie mit alleine gut 126.000 Mitarbeitern gilt als richtungsweisend und ist praktisch stets Vorlage für die fünf weiteren KV gewesen, seit diese vor einigen Jahren getrennt wurden.

Neben der Metalltechnischen Industrie gibt es noch die KV-Bereiche Fahrzeugindustrie mit 34.000 Mitarbeitern, Bergbau-Stahl mit 17.000 Beschäftigten, Gießereiindustrie mit 7.400 Leuten, Nichteisen-Metallindustrie mit 6.400 Arbeitern und Angestellten sowie Gas- und Wärmeversorgungsunternehmen mit 2.000 Mitarbeitern.

(APA/SALZBURG24)

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