Jetzt Live
Startseite Stadt
Ausbau der Spedition Weiß

Wie geht es mit Schallmoos weiter?

Bürgerinitiative kämpft um Wohnqualität

Schallmoos, Salzburg, Stadtteil, SB NEUMAYR
Ein Großteil von Schallmoos ist verbaut.

Im Salzburger Stadtteil Schallmoos macht sich eine Bürgerinitiative gegen die Erweiterung einer Spedition stark. Es soll das letzte kleine Stückchen Moor weichen und verbaut werden. Eine Entscheidung im Gemeinderat könnte schon in den kommenden Wochen fallen.

Salzburg

Bis ins 17. Jahrhundert prägten in Schallmoos weite Moorflächen die Landschaft. Als der Sumpf entwässert wurde, siedelten sich Menschen und auch Gewerbebetriebe an. Inzwischen leben knapp 11.000 Menschen im Stadtteil, rund drei Viertel der Fläche sind bebaut.

Spedition will in Schallmoos ausbauen

Ein kleines Stück Moor blieb allerdings bis jetzt erhalten. Doch nun sollen auch diese 6.000 Quadratmeter versiegelt werden. Die seit über 30 Jahren in Schallmoos angesiedelte Spedition Weiß will ihren Standort auf 30.000 Quadratmeter ausbauen (wir haben berichtet). Im neuen Objekt sind auch 10.000 Quadratmeter Grünflächen geplant, 6.000 davon am Dach.

Transportunternehmen Gebrüder Weiss baut seinen Standort Schallmoos aus.

Gepostet von SALZBURG24 am Montag, 22. Oktober 2018

Im Oktober des Vorjahres machte die Spedition ihre Pläne bekannt. Daraufhin gründete sich die Bürgerinitiative. "Unser Anliegen ist ganz Schallmoos, die geplante Betriebsstätten-Erweiterung brachte das Fass allerdings zum Überlaufen", sagt Georg Koch gegenüber SALZBURG24. "Es ist katastrophal, was hier in den letzten Jahrzehnten an Stadtentwicklung passiert ist", empört sich der langjährige Schallmooser.

Anrainer: "Firmeneigentum mehr wert als unseres"

Es gebe keine Trennung zwischen Wohnen und Gewerbe. Der Schwerverkehr habe in den letzten Jahren massiv zugenommen – ob durch Speditionen oder eine Diesel-Tankstelle, die Lkw durch das Wohngebiet locke. Dadurch sei auch die Stickstoffoxid-Belastung rund um die Vogelweiderstraße weit über den Grenzwerten. "Hier muss die Stadt etwas tun", fordern die Anrainer. Sie fühlen sich im Stich gelassen. "Das Eigentum der Firmen ist offenbar mehr wert als unseres", beklagt Koch. Immer mehr Schallmooser würden absiedeln. "Wir haben das übernommen, was Politiker vor Jahrzehnten entschieden haben. Alles können wir nicht ändern, wir können nur manches abfedern und so gut wie möglich gestalten", erwidert ÖVP-Klubobmann Christoph Fuchs auf Anfrage. So könne man beispielsweise einen "Flächenfraß" wie die Tankstelle nicht rechtlich nicht verbieten. "So etwas sollte eigentlich an den Hauptachsen liegen und nicht mitten im Gewerbegebiet", räumt er ein.

Der Klubobmann spricht sich in Vertretung von Bürgermeister Harry Preuner (ÖVP) für eine Aufwertung des Gewerbegebiets aus. "Ein Architektenbüro hat einen Masterplan erstellt, wie das Gebiet durch Gestaltung des öffentlichen Raums mehr Qualität erhalten soll." Im südlichen Bereich von Schallmoos sei außerdem bereits ein großes Investment in dieser Richtung geplant. "Eine große Firma möchte von der Vogelweiderstraße reinsiedeln mit einer entsprechenden hochwertigen Gestaltung mit Baumpflanzung." Das solle auch andere Betriebe – "eher im Dienstleistungssektor, als in der Transportbranche" – anziehen. "Diesen Prozess können wir begleiten, aber nur teilweise steuern", so Fuchs.

Spedition Weiß: Beschluss ab 8. Mai möglich

Der Ausbau der Spedition Weiß auf rund 30.000 Quadratmeter sowie die Errichtung einer rund sieben Meter hohen Lärmschutzmauer ist aktuell von politischen Entscheidungen abhängig. Demnächst soll der Amtsbericht für die Änderung des Bebauungsplanes fertig sein, erklärt der scheidende Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste) gegenüber S24. Danach müsse er die politischen Gremien passieren. Im Gemeinderat könne er frühestens am 8. Mai behandelt werden, Fuchs rechnet damit im Sommer.

Wie dieser weiter angibt, seien parallel zur Standorterweiterung auch Sicherheits- und Lärmschutzmaßnahmen angedacht. Konkret geht es dabei um die Straßenraumgestaltung im hinteren Bereich der Robinigstraße. "Dort endet der Geh- und Radweg abrupt, Schülerinnen und Schüler sind gezwungen auf die Fahrbahn auszuweichen. Das ist unhaltbar."

Fuchs kündigt weitere Maßnahmen an

Die Zufahrt zum Speditionsgelände dürfe auch nach der Erweiterung nur über die Neue Gewerbestraße erfolgen. Für die Bergerbräuhofstraße und den hinteren Teil der Robinigstraße werde man über eine Tonnage-Beschränkung sprechen müssen. "Diese Maßnahmen sind politisch soweit vorberaten, dass das zeitgleich mit dem Speditionsausbau erfolgen kann", kündigt Fuchs an.

(Quelle: SALZBURG24)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 09:11 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/schallmoos-buergerinitiative-kaempft-um-wohnqualitaet-68304232

Kommentare

Mehr zum Thema