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Schloss Mirabell

Bräutigam vor Trauung verhaftet

BFA reagiert mit "Klarstellung"

hochzeit2.jpg Facebook/Screenshot
​Die Szenen wurden gefilmt und auf Facebook veröffentlicht. 

Nach einem Bericht der Salzburger Nachrichten (SN), wonach ein Mann aus Gambia wenige Minuten vor seiner Hochzeit im Schloss Mirabell festgenommen und abgeführt worden ist, hat das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) Samstagnachmittag mit einer "Klarstellung" reagiert. Demnach handelt es sich bei dem Mann nicht um einen Asylwerber.

Salzburg

Diese Szenen haben mit einer Trauung eigentlich nichts zu tun: Eine Frau wollte am Freitag ihren Verlobten aus Gambia heiraten. Wenige Minuten vor der Zeremonie wurde der Mann im Auftrag des Bundesasylamts festgenommen. Ein Video des Zwischenfalls kursiert auf Facebook.

Update 12:30 Rechtsvertretung gefunden. Danke an alle, die geschrieben und telefoniert haben! Update: 10 uhr. Der Bräutigam befindet sich auf dem Weg nach Wien Update 9:40 Wir brauchen immer noch einen anwalt! Kosten sind gesichert! Update 19:07 Bitte wir brauchen einen Anwalt! Er wird sonnst in 48 Stunden abgeschoben! So liebe Leute. Nun ist es soweit: Heute Mittag wurde ein Gambianer auf dem Weg zu seiner Hochzeit (!) Von der Fremdenpolizei abgeholt und ist derzeit im Anhaltezentrum Alpenstrasse. Meine Hände zittern während ich dies tippe. Mit Einverständnis der Familie bitte ich euch teilt teilt teilt teilt. An Politiker, Freunde, Medien. Wir dürfen nicht wegschauen! Lassen wir diese Familie nicht alleine.

Gepostet von Melanie Thapa am Freitag, 5. April 2019

Braut fleht Beamte an

Auf dem Video ist zu hören, wie die Braut die Beamten anfleht, doch bis nach der Hochzeit mit der Festnahme zu warten: “Bitte lasst uns doch heiraten, bitte! Ich habe zwei Kinder.” Der zuständige Beamte erklärt, dass die Festnahme jetzt erfolgen muss, da es einen Auftrag vom BFA gebe und dieser nur mit den BFA-Beamten geklärt werden könne. “Sie müssen jetzt mit uns mitfahren, es findet keine Hochzeit statt."

Gambier kein Asylwerber

Wie die SN und in der Folge weitere Medien berichteten, soll der Grund für die Festnahme, die vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl (BFA) angeordnet worden war, ein negativer Asylbescheid des 32-jährigen Bräutigams aus Gambia gewesen sein.

BFA will Mann nach Italien überstellen

Doch genau das weist das BFA am Samstag in einer Stellungnahme zurück. Demnach handle es sich bei dem Gambier um einen Fremden, jedoch um keinen Asylwerber. „Die Festnahme wurde auf Basis der vorhandenen rechtlichen Grundlagen durchgeführt und die verhängte Schubhaft dient der Umsetzung einer rechtsstaatlichen Entscheidung. Es wird eine Überstellung nach Italien erfolgen – und nicht nach Gambia“, heißt es am Samstag in der Reaktion auf die Medienberichte.

Und weiter: „Der Betroffene war in den vergangenen beiden Jahren bereits mehrfach aufgrund der Zuständigkeit Italiens laut Dublin-Verordnung nach Italien überstellt worden. Nachdem das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl vom neuerlichen illegalen Aufenthalt Kenntnis erlangte, wurde der Fremde im Zuge einer Einvernahme erneut aufgefordert, seiner Ausreiseverpflichtung nachzukommen.“

Das BFA geht davon aus, dass „allen Beteiligten der unsichere Aufenthalt des Gambiers in Österreich bewusst“ war.

Heirat vor vier Monaten angemeldet

„Wir sind am Ende“, zitiert die SN die Schwester der Braut. Die Hochzeit hätte man bereits vor vier Monaten angemeldet, seit acht Monaten lebe die Braut mit dem Mann zusammen. Das Standesamt meldet Eheschließlungen von Drittstaatsangehörigen automatisch an der BFA, heißt es vom Magistrat. Warum die Festnahme also genau wenige Minuten vor der Trauung erfolgte, bleibt auch in der Stellungnahme des BFA unbeantwortet.

Aufgerufen am 22.05.2019 um 03:57 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/schloss-mirabell-braeutigam-vor-trauung-festgenommen-68398516

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