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Neue Erkenntnisse nach Schüssen in Leopoldskron

Drogen im Haus entdeckt, 36-Jähriger weiter im Koma

Auch eine Woche nach der Schießerei bei einem Polizeieinsatz in der Stadt Salzburg konnte der 36-jährige Beschuldigte noch nicht von den Ermittlern befragt werden. Er befindet sich nach einer Notoperation weiter im künstlichen Tiefschlaf. Sein Zustand gilt jedoch als stabil. Nun wurden 800 Gramm Cannabis im Haus entdeckt, der Vater soll zudem Kriegsmaterial im Internet verkauft haben.

Salzburg

Die mit den Ermittlungen befassten Polizisten aus Vorarlberg haben ihre Untersuchungen in Salzburg bereits abgeschlossen. Sie werden immer dann gerufen, wenn Salzburger Beamte von ihren Dienstwaffen Gebrauch machen. Die Ermittler aus dem Ländle haben die am Einsatz beteiligten Polizisten und Zeugen vernommen und den Vorfall nachgestellt. Sie müssen nun klären, wie sich die Tat und die Schussabgabe tatsächlich abspielten.

36-Jähriger soll Polizist Waffe entrissen haben

Dabei geht es auch um die Frage, warum und wie der 36-Jährige dem Polizisten die Dienstwaffe entreißen konnte und wer tatsächlich wie oft auf wen geschossen hat. "Wie lange es dauert, bis das ballistische Gutachten vorliegt, kann ich noch nicht sagen", sagte Polizeisprecher Hans Wolfgruber am Donnerstag zur APA. "Beide Dienstwaffen sind baugleich und haben die gleiche Munition. Das könnte die Untersuchungen mitunter erschweren." Überdies sei ohne die Einvernahme des Beschuldigten eine seriöse Aufklärung des Vorfalls schwer möglich.

Kugel bleibt in Funkgerät stecken

Laut bisherigen Erhebungen soll der 36-Jährige am frühen Morgen des 25. Juni einem Polizisten im Zuge einer körperlichen Auseinandersetzung die Dienstwaffe entrissen und zwei Mal auf ihn geschossen haben. Der 28-jährige Beamte dürfte dabei großes Glück gehabt haben. Er erlitt zwar eine Schusswunde am Arm, eine weitere Kugel blieb aber in seinem Funkgerät stecken, das er in der linken Brusttasche seiner Jacke trug. Der zweite Polizeibeamte, ein 23-jähriger Mann, erwiderte das Feuer und schoss zwei Mal auf den Angreifer. Dieser wurde beide Male im Oberkörper getroffen.

Polizeieinsatz in Leopoldskron

Zu dem Einsatz war es gekommen, nachdem der 36-Jährige aus noch ungeklärten Gründen ausgerastet sein dürfte. Wie sein Vater später Medienvertretern erzählte, soll sein Sohn nach einem Wasserschaden in seinem Zimmer zunächst den Wasserhahn ausgerissen haben und dann aus dem Fenster gesprungen sein. Der zweite Sohn rief darauf in der Landesnervenklinik an, berichtete der Vater. Gekommen sei aber nicht die Rettung, sondern die Polizei, die den Mann in der Einfahrt des Einfamilienhauses antraf.

Sohn laut Vater "niedergeschossen"

In einer ersten Reaktion gegenüber Journalisten nach dem Vorfall hatte der Vater kritisiert, sein Sohn sei von der Polizei "gleich niedergeschossen" worden. Gegenüber der Polizei dürfte er aber durchaus ausgesagt haben, dass sein Sohn dem Beamten die Waffe abgenommen und auf den Polizisten geschossen habe.

Vater soll Kriegsmaterial im Internet verkauft haben

Für die Salzburger Exekutive ist der Vater des 36-Jährigen übrigens kein Unbekannter. Im Mai 2019 stellten Beamte in seinem Haus Kriegsmaterial, Munition, Waffenbestandteile und ein funktionsfähiges Maschinengewehr aus dem Zweiten Weltkrieg sicher. Der Mann soll das Kriegsmaterial im Internet zum Verkauf und Tausch angeboten haben. Zu einem Verfahren kam es bisher aber nicht, die Erhebungen laufen noch.

800 Gramm Cannabis in Haus entdeckt

Parallel dazu sollen bei dem Einsatz in der vergangenen Woche rund 800 Gramm Cannabis in dem Haus gefunden worden sein. Wie Polizeisprecher Wolfgruber zur APA sagte, müsse aber zunächst geklärt werden, wem das Suchtgift gehörte. Der Sprecher der Salzburger Staatsanwaltschaft, Marcus Neher, erklärte am Donnerstag, dass man derzeit den Versuch des Mordes zum Nachteil des Polizeibeamten prüfe. Zugleich werde auch die Zurechnungsfähigkeit des 36-Jährigen beim Vorfall zu klären sein. Im Fall des Polizisten, der geschossen habe, um einen weiteren Angriff zu unterbinden, werde die Rechtmäßigkeit des Waffengebrauchs geprüft.

Dem bei dem Einsatz verletzten Polizisten geht es laut Wolfgruber den Umständen entsprechen gut. Er musste operiert werden, wurde aber nicht kritisch verletzt.

(Quelle: APA)

Schüsse bei Polizeieinsatz in Leopoldskron

Schüsse in Salzburg-Leopoldskron II FMT-Pictures/MW
Bei einem Schusswechsel mit der Polizei in Leopoldskron wurden zwei Männer verletzt.

Zu einem Schusswechsel kam es heute Morgen im Salzburger Stadtteil Leopoldskron. Zwei Menschen wurden dabei schwer verletzt, darunter ein Polizist. Am Mittag stellte sich heraus, dass der Angreifer dem Beamten offenbar die Dienstwaffe entreißen konnte. Weitere Hintergründe und der genaue Tatablauf waren zunächst noch völlig unklar.

"Die ersten Ermittlungen, Tatortarbeiten und Befragungen ergaben nun, dass der 36 Jahre alte Österreicher beim Kampf mit einem der Polizisten die Dienstwaffe entreißen und damit auf ihn schießen konnte", teilte die Landespolizeidirektion Salzburg am Mittag mit.

Vater kritisiert einschreitende Beamten

Der Vater des verletzten 36-Jährigen schildert die Situation gegenüber Medienvertretern anders und kritisiert die Schussabgabe. Laut seiner Aussage habe sein Sohn bei ihm geklopft, damit er den Hauptwasserhahn abdrehe. Das habe er dann gemacht, der 36-Jährige sei währenddessen in die Wohnung gestürmt und aus einem Fenster gesprungen. Er und sein älterer Sohn hätten deshalb die Doppler-Klinik alarmiert, auch die Polizei sei gekommen. Die Polizisten hätten seinen Sohn festgenommen, dann fielen Schüsse. "Für was das notwendig war, weiß ich nicht", erklärt er im Video.

Polizisten aus Vorarlberg übernehmen

Wie viele Schüsse jeweils bzw. insgesamt abgegeben wurden und wie sich der Sachverhalt im Detail darstellt, ermittelt ein Team der Landespolizeidirektion Vorarlberg. Dieses werde am frühen Nachmittag in Salzburg eintreffen und die Ermittlungen aufnehmen.

Schüsse in Leopoldskron abgefeuert

Der 36-Jährige soll laut erster Aussendung vom Morgen in einem Einfamilienhaus durchgedreht sein. Familienmitglieder alarmierten deshalb die Beamten. 

Die Polizisten trafen den Salzburger im Garten vor dem Haus an, es kam zu einer Rangelei.

Salzburger Polizist am Arm verletzt

Während der Festnahme dürfte es zur Schussabgabe gekommen sein. Ein Polizist wurde am Arm verletzt. Sein Kollege erwiderte das Feuer, wobei auch der 36-Jährige verletzt wurde. Er wurde im Uniklinikum Salzburg operiert. Der verletzte Polizist befindet sich im Unfallkrankenhaus und wurde ebenfalls operiert.

Näheres war zunächst nicht bekannt.

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