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Schwere Unwetter: Erste Menschen konnten Glemmtal verlassen

Starke Regenfälle haben im Glemmtal zu Überflutungen geführt. APA/EXPA
Starke Regenfälle haben im Glemmtal zu Überflutungen geführt.

Die nach den Unwettern mit Muren und Überflutungen von der Außenwelt abgeschlossene Siedlung im Talschluss des Salzburger Glemmtales (Pinzgau) muss nicht evakuiert werden. Zurzeit sitzen noch 200 bis 300 Menschen im Ortsteil Lengau fest. Die L111 war am Nachmittag für eine halbe Stunde geöffnet. Die ersten Menschen konnten das Tal verlassen.

Unmittelbar nach dem Unwetter am Donnerstagabend hatte Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Fritzenwanger noch befürchtet, dass die Verbindung für mehrere Tage nicht benützt werden könnte. Die Straße war auf einer Länge von etwa 50 Metern weggespült worden. "Es besteht keine Gefahr für die 200 bis 300 Personen. Und im Laufe des Tages werden wir die Straße wieder frei bekommen", informierte am Freitagvormittag Monika Vogl von der Bezirkshauptmannschaft Zell am See. Auch ein Einsatz des Bundesheeres wird nicht nötig sein.

Um 15.00 Uhr war es dann so weit. Die teilweise weggespülte Straße wurde für eine halbe Stunde geöffnet, um Gästen und Bewohnern die Möglichkeit zu bieten, den Talschluss zu verlassen. "Dabei durften die Fahrzeuge nur heraus fahren", sagte der Pinzgauer Bezirksfeuerwehrkommandant Franz Fritzenwanger zur APA.

L111 am Nachmittag kurz geöffnet

Im hintersten Glemmtal halten sich derzeit rund 250 Personen auf, mehr als die Hälfte davon Gäste, die in den Hotels und Pensionen dort Urlaub machen. Über Nacht wird die Landesstraße L111 wieder gesperrt. Auch am Wochenende ist eine stundenweise Öffnung vorgesehen.

Einsatzkräfte auch in Viehhofen und Maishofen gefordert

Die starken Regenfälle und Muren haben auch die Orte Viehhofen und Maishofen gefährdet. Die Einsatzkräfte versuchten teils mit schwerem Gerät noch am Donnerstagabend, Verklausungen zu beseitigen. "Die Straße zwischen Viehhofen und Saalbach könnte bald wieder frei gegeben werden", betont Vogl. Bis zum Donnerstagabend erreichten die Behörden und Einsatzkräfte keine Meldungen über Verletzte oder Vermisste. "Die Trinkwasserversorgung ist teilweise unterbrochen, aber es wird zu keinen Engpässen kommen, da die Straße bis nach Saalbach wieder frei ist", versichert Vogl.

Die Feuerwehr rät im Zuge des Zivilschutzalarms zu folgenden Verhaltensmaßnahmen:

  • Häuser vorerst nicht verlassen (nur bei Gefahr in Verzug)
  • Die Nähe von Bächen meiden, vor allem von der Saalach
  • Die Gefahr von Murenabgängen an sämtlichen Stellen beachten
  • Auf etwaige Durchsagen achten (Rundfunk und örtliche Durchsagen)
  • In Notfällen per Notruf Feuerwehr, Rettung oder Polizei verständigen

Feuerwehren die ganze Nacht in Salzburg gefordert

Neben dem Pinzgau waren auch der Flachgau im Bereich Wals-Siezenheim, Bergheim, und Schleedorf von den heftigen Unwettern betroffen. Im Tennengau setzte der Starkregen den Gemeinden Golling, Kuchl und Scheffau zu. Gefordert waren die Feuerwehren beim Auspumpen von überfluteten Kellern, dem Räumen von Straßen und Wegen nach Murenabgängen sowie dem Bekämpfen von Waldbränden nach Blitzeinschlägen.

460 Feuerwehrleute in ganz Salzburg im Einsatz

Insgesamt waren seit den gestrigen Abendstunden im ganzen Land 13 Feuerwehren mit 460 Leuten an 54 Stellen im Einsatz, die meisten davon in Viehhofen und Saalbach-Hinterglemm. Hier dauern die Aufräumarbeiten noch weiter an. Im Pinzgau haben die gestrigen Unwetter außerdem noch den Raum Saalfelden – Leogang betroffen, wo hauptsächlich Keller auszupumpen waren. Im Flachgau waren die Feuerwehren in Wals-Siezenheim, Bergheim und Schleedorf im Einsatz. Im Pongau (Großarl) und im Tennengau (Golling) mussten Waldbrände nach Blitzschlägen gelöscht werden.

(SALZBURG24/APA)

Aufgerufen am 15.12.2018 um 10:45 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/schwere-unwetter-erste-menschen-konnten-glemmtal-verlassen-60089104

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