Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

SMS-Affäre am Salzburger Landestheater: Prozess gegen Entlassung

Die weiteren Verhandlungstermine sind am 26. und 27. November. Neumayr
Die weiteren Verhandlungstermine sind am 26. und 27. November.

Die Entlassung des ehemaligen kaufmännischen Direktors des Salzburger Landestheaters hatte am Dienstagnachmittag in Salzburg ein juristisches Nachspiel vor dem Arbeitsgericht.

Der Manager war nach einer Affäre um angeblich anzügliche SMS an Mitarbeiterinnen zunächst vorläufig suspendiert und am 16. Juli mit sofortiger Wirkung gekündigt worden.

Manager klagt nach SMS-Affäre auf Wiedereinstellung

Nun klagte er auf seine Wiedereinstellung. Richter Herbert Moritz legte zum Prozessauftakt allerdings nur den Verfahrensplan fest und will erst im November verhandeln.

Wer konkrete Vorwürfe erwartet hatte, wurde am Dienstag noch enttäuscht: Eckart Fussenegger, der Rechtsvertreter des Landes, blieb mit seiner Begründung der Entlassung noch sehr unkonkret: "Wegen Urlaubs am Landestheater haben wir das noch nicht bis ins Detail ausgearbeitet." Der Anwalt erklärte die Entlassung allerdings als "gerechtfertigt" und nannte dafür vier Gründe: Sexuelle Belästigung von Dienstnehmerinnen inklusive Mobbing in einem Fall, Belästigung von Dienstnehmerinnen, pflichtwidriges und vertrauensunwürdiges Verhalten gegenüber Mitarbeitern, vor allem Dienstnehmerinnen und letztlich Verletzung der Sittlichkeit und Ehrverletzung gegen Mitarbeiter des Landestheaters.

Ex-Manager im Juli gekündigt

Christian Mahringer, der Anwalt des entlassenen Managers, bestritt die Vorwürfe und kritisierte, dass sechs Wochen nach der Entlassung und vier Wochen nach Festlegung des Verhandlungstermins noch immer keine detaillierten Vorwürfe geäußert wurden, auf die sein Mandant hätte reagieren können. "Mein Mandant wird mit Fehlleistungen torpediert, die schlicht und einfach nicht existieren. Es gibt keine Details, nur allgemein gehaltene An- und Beschuldigungen, die jede Konkretisierung vermissen lassen."

Der Theaterausschuss des Landestheaters hatte die Kündigung im Juli auf Basis eines Berichtes zweier Expertinnen einstimmig ausgesprochen. Der Vorsitzende des Ausschusses, Kultur- und Finanzreferent LHStv. David Brenner (S), sprach damals "von keinem Einzelfall von Verfehlungen, auch keine Grenzüberschreitungen wie einige anzügliche SMS, sondern eine Vielzahl von Vorwürfen."

Verhandlung im November

Landesanwalt Fussenegger beantragte am Dienstag die Einvernahme von insgesamt elf Zeugen, darunter auch den Intendanten des Landestheaters, den ebenfalls zum Prozessauftakt anwesenden Carl Philip Maldeghem. Auch eine ehemalige Mitarbeiterin des Landestheaters, die heute in Schweden lebt, soll als Zeugin vor Gericht aussagen.

Richter Moritz gewährte am Dienstag eine vierwöchige Frist für eine detaillierte Darstellung der Vorwürfe, der Kläger hat dann weitere vier Wochen Zeit zu einer Gegenäußerung. Zugleich setzte er die weiteren Verhandlungstermine mit 26. und 27. November (Beginn jeweils 8.30 Uhr, Arbeits- und Sozialgericht Salzburg, Franz-Hinterholzer-Kai, Saal 1) fest.

Einer gütigen Einigung stimmten beide Streitparteien zunächst nicht zu, Vergleichsgespräche haben aber bisher noch nicht stattgefunden. "Es ist erste Intention meines Mandanten, in seinen Job zurückzukehren", betonte Mahringer.

Für das Land Salzburg, den Arbeitgeber des Mannes, geht es um viel Geld. Der entlassene kaufmännische Direktor hatte einen befristeten Dienstvertrag, der bis zum 31. Dezember 2015 galt. Falls er im Prozess Recht bekommt, könnte er bis zu 392.000 Euro Abfertigung erhalten.

Der Betrieb am Landestheater geht indes weiter. "Die Spielzeit wird pünktlich beginnen", erklärte Intendant Maldeghem. Er will im Herbst bei der nächsten Sitzung des Theaterausschusses eine Neuausschreibung für den Posten des kaufmännischen Direktors vornehmen. An eine Rückkehr des Managers an seinen alten Posten glaube er nicht. (APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 15.09.2019 um 11:59 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/sms-affaere-am-salzburger-landestheater-prozess-gegen-entlassung-41691343

Kommentare

Mehr zum Thema