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So sieht es mit eurem Politikervertrauen aus

Unter S24-Usern überwiegt insgesamt das Misstrauen gegenüber Politikern. APA
Unter S24-Usern überwiegt insgesamt das Misstrauen gegenüber Politikern.

Der Wahlkampf zur Nationalratswahl hat beim Vertrauen gegenüber den heimischen Spitzenpolitikern deutliche Spuren hinterlassen. Bundeskanzler und SPÖ-Vorsitzender Christian Kern ist im aktuellen APA/OGM-Vertrauensindex regelrecht abgestürzt. Ein etwas anderes Bild ergibt eine Vertrauensumfrage unter S24-Usern, hier überwiegt bei den meisten Politikern ein negatives Bild.

Auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz musste trotz seines Wahlsiegs am 15. Oktober moderate Vertrauensverluste hinnehmen. Kurz verlor 3 Punkte, liegt unter Österreichs Bundespolitikern mit einem Saldo von 22 Punkten aber nach wie vor an der Spitze der Vertrauenspyramide.

Diesen Politikern vertraut ihr

Etwas anders sieht das Ergebnis einer Umfrage nach dem Vertrauen unter SALZBURG24-Usern vor wenigen Tagen aus. Das Ergebnis: Den meisten Politikern wird eher wenig vertraut, nur FPÖ-Chef H. C. Strache schneidet hier knapp positiv ab (alle Ergebnisse von Freitag, Stand 10 Uhr).
47 Prozent vertrauen dem wohl angehenden Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP), 53 Prozent vertrauen ihm nicht. Damit liegt er unter den Parteichefs im künftigen Nationalrat auf Platz zwei.

Nicht nur eine Wahlniederlage, sondern auch eine Vertrauensniederlage für Christian Kern (SPÖ). Nur 23 Prozent vertrauen ihm, er schneidet damit am schlechtesten von den fünf Parteichefs der Parlamentsparteien ab.

H. C. Strache (FPÖ) vertrauen mehr S24-User als ihm misstrauen und liegt damit am Besten.

29 Prozent vertrauen Neos-Chef Matthias Strolz, 71 Prozent vertrauen ihm nicht. Nur Kern schneidet schlechter ab.

Immerhin etwas mehr als ein Drittel der S24-User schenkt Peter Pilz Vertrauen. Er liegt damit in der Mitte.

Dirty Campaigning und Co schlagen sich im Vertrauen nieder

Wenig überraschend schlagen sich der Wahlkampf und das Wahlergebnis deutlich in den aktuellen Vertrauenswerten nieder. Die Ursache für den enormen Vertrauensverlust des Bundeskanzlers liegen für OGM-Chef Wolfgang Bachmayer etwa auf der Hand: "sehr angriffige TV-Debatten mehr im Stil eines Oppositionsführers als Regierungschefs, damit breite Ablehnung bei ÖVP- und FPÖ-Wählern, ein Wahlkampf voller Fehler und Pannen mit der Silberstein-Dirty Campaigning-Affäre als negativer Höhepunkt. Im Vergleich zu August stehen auch die SP-Anhänger weniger deutlich hinter Kern." Ein Bundeskanzler im Vertrauensminus ist laut Bachmayer erstaunlich, aber nicht ungewöhnlich. Auch Werner Faymann und Alfred Gusenbauer gerieten - mit etwas negativeren Werten - kurzzeitig dorthin.

Vertrauen in …sterreichs Politiker Salzburg24
Vertrauen in …sterreichs Politiker

Strache legt zu, bleibt aber negativ

Sein bisher bestes Ergebnis im Vertrauensindex erzielte unterdessen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er legte gegenüber August um drei Punkte zu und hält nun bei einem Vertrauenssaldo von minus acht Punkten. Bachmayer führt die Steigerung auf Straches moderateres und staatsmännisches Erscheinungsbild zurück und vor allem auf die merkbar gestiegene Zustimmung durch ÖVP-Wähler, von denen Strache viele schon als künftigen Koalitionspartner von Sebastian Kurz sehen.

Neos-Chef Matthias Strolz stieg ebenfalls um drei Punkte und erreicht nun einen positiven Vertrauenswert von sieben Punkten. Peter Pilz legte um vier Punkte zu, bleibt mit einem Gesamtwert von minus fünf aber im negativen Vertrauensbereich. Die grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek kam trotzt eines verheerenden Wahlergebnisses mit einem Minus von drei Punkten relativ glimpflich davon, fällt aber im Ranking auf minus 17 Gesamtpunkte zurück. Massiver fiel da der Vertrauensverlust für die inzwischen zurückgetretene grüne Parteichefin Ingrid Felipe aus. Sie verlor gleich neun Punkte und landet im Vertrauensindex mit minus 18 auf dem letzten Platz.

Abseits der Parteichefs und Spitzenkandidaten konnte SPÖ-Ministerin Pamela Rendi-Wagner mit plus sechs Punkten den größten Vertrauensgewinn verbuchen. Sie liegt nun mit plus 17 Punkten hinter Kurz und SPÖ-Minister Hans Peter Doskozil (20 Punkte/minus 1) auf dem dritten Platz.

Vertrauensgewinne verbuchten auch Nationalratspräsidentin Doris Bures von der SPÖ (7 Punkte/plus 4), ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka (minus 4 Punkte/plus 3) und SPÖ-Klubchef Andreas Schieder (minus 6 Punkte/plus 3). Verluste gab es bei den SPÖ-Ministern Alois Stöger (minus 7 Punkte/minus 3) und Jörg Leichtfried (2 Punkte/minus 3). Auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen verlor an Vertrauen (9 Punkte/minus 4). Bei Van der Bellen könnte laut Bachmayer vorauseilende Skepsis bezüglich seines Verhaltens bei der Angelobung einer türkis-blauen Regierung im Spiel sein.

Für den Vertrauensindex wurden am 23. und 24. Oktober 500 repräsentativ ausgewählte Österreicher online befragt, ob sie den einzelnen Politikern vertrauen oder nicht (maximale Schwankungsbreite: 4,5 Prozent). Der dabei erhobene Wert für die Politiker ergibt sich aus dem Saldo aus "habe Vertrauen" und "habe kein Vertrauen". Verglichen wurde mit den Werten des Monats August.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 17.07.2019 um 08:43 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/so-sieht-es-mit-eurem-politikervertrauen-aus-57220648

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