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So teuer ist der schnelle Einkauf an der Tankstelle

Der schnelle Einkauf an der Tankstelle ist ganz schön teuer. Bilderbox/Symbolbild
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Immer mehr Tankstellen bieten in ihren Shops immer öfter das Warensortiment eines Supermarktes an, doch preislich liegt das Angebot durchschnittlich 35 Prozent und bis zu 60 Prozent über den handelsüblichen Preisen.

Immer mehr Tankstellen haben Kooperationen mit einer der großen Handelsketten. Die AK Salzburg prüfte die Preise. Das Ergebnis: Insbesondere die Shops von Supermarktketten wurden mit plus 15 Prozent spürbar teurer. Und vor allem auf der Autobahn zahlt man viel: Dort kosten Produkte im Schnitt ein Drittel mehr als in anderen Tankshops. Die Preise näherten sich zwar insgesamt an. Aber vor allem, weil die Supermärkte beim Preis zulegten. Für AK-Präsident Siegfried Pichler ist die Differenz nicht gerechtfertigt: „Arbeitnehmer an Tankstellen verdienen leider weniger als im Handel. Es gibt keinen Grund, dass die Preise dort viel höher sind!“

Preise zwischen nähern sich an

Die Arbeiterkammer Salzburg erhob bereits 2010 die Preise bei diesem zumindest von den Öffnungszeiten her sehr interessanten Angebot. „Der Trend zum Tankstellenshop hat sich seither fortgesetzt“, sagt AK-Konsumentenschützer Stefan Göweil. Jetzt prüften die Preisdetektive der AK erneut. Erhoben wurde im Oktober vor Ort in vier Supermärkten (Merkur, Billa, Interspar, Spar) und an elf Tankstellen der präsentesten Betreiber (BP, Jet, Shell, Turmöl, OMV, Eni) - sowohl mit als auch ohne Supermarkt-Beteiligung. Darunter zwei Autobahntankstellen.

Das Ergebnis ist überraschend: Während die Inflation zwischen Oktober 2010 und Oktober 2014 9,5 Prozent betrug, wurden die Tankstellenshops bei den 32 untersuchten Artikeln (exklusive Autobahnshops) in diesem Zeitraum „nur“ um 7,83 Prozent teurer. Die Supermärkte im Schnitt um 21 Prozent. Die Preise haben sich also ein wenig angenähert. Leider ist die so entstandene kleinere Differenz zwischen Tankstellenshops und Supermärkten keine positive Entwicklung: Sie ist vor allem dem Preisaufschlag der Supermärkte geschuldet.

Tankstelle keine Alternative zum Supermarkt

Dennoch sind die 32 verglichenen Produkte im Tankshop noch immer 35 Prozent teurer als in einer durchschnittlichen Supermarktfiliale. Die erhobenen Getränke im Schnitt sogar um über 40 Prozent und Tiernahrung um über 60 Prozent. „Die Tankstellenshops sind keine Alternative für den Einkauf des täglichen Bedarfs. Der Luxus, abends noch schnell Lebensmittel zu kaufen, hat seinen Preis“, so Konsumentenschützer Göweil.

Unterschiede zwischen den Tankstellen

„Aber Supermarktshops in Tankstellen sind nach wie vor günstiger als normale Tankstellenshops – die Differenz beträgt im Schnitt 30 Prozent. Und sie bieten ein teils deutlich größeres Sortiment“, sagt Göweil. Das liegt unter anderem an den Eigenmarken. S-Budget-Produkte (Spar) kosten in der Tankstelle gleich viel wie im Supermarkt. Clever Produkte (Rewe) rund 20 Prozent mehr.

Vergleicht man einzelne Markenartikel, dann zeigen sich zwischen Tankstellen mit Lebensmittelhandel-Shop und solchen ohne Preisdifferenzen von über 60 Prozent (Sheba-Katzenfutter, Milka Alpenmilch Schokolade). Auch Getränke sind teils spürbar teurer (Römerquelle Emotion: 50 Prozent, Stiegl-Goldbräu: 49 Prozent).

Mit Abstand am teuersten sind Autobahntankstellen: Sie verlangen Preise, die im Schnitt rund 35 Prozent über jenen aller anderen Tankstellen liegen.

Gehälter und Preise passen nicht zusammen

Für AK-Präsident Siegfried Pichler ist die Preisgestaltung an Tankstellen prinzipiell nicht nachvollziehbar: „Die Arbeitszeiten sind teils deutlich fordernder als im Handel. Wenn man bedenkt, dass viele Tankstellen auch noch Post-Services und weitere Dienstleistungen anbieten, dann müssen die dortigen Arbeitnehmer wahre Tausendsassas sein. Aber sie verdienen mit einem Mindestlohn von rund 1. 340 Euro bis zum dritten Dienstjahr, das sind 7,73 Euro pro Stunde, deutlich weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen im Handel.“ Dort kommt man auf ein Mindestgehalt von 1.500 Euro – und es kommen noch einige Zuschläge dazu. Es müssten also entweder die Tankstellen-Arbeitnehmer mehr verdienen – oder aber die Preise der dortigen Shops im Sinne der Konsumenten deutlich sinken. „So passt das hinten und vorne nicht zusammen. Das ist nicht fair und gehört geändert“, fordert Pichler.

(Quelle: S24)

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