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Drahtesel als Verkehrsmittel

So wird Radfahren in Salzburg attraktiver

Radlobby fordert Ausbau der Radrouten

Radfahrer, Fahrrad. SB APA/dpa/Maurizio Gambarini
Der Anteil der "Drahtesel" am Gesamtverkehr beträgt in Salzburg 20 Prozent. (SYMBOLBILD)

Radfahren ist nicht nur gesund und umweltfreundlich, es gilt auch als Mittel, den Pkw-Verkehr zu reduzieren. Andere Städte haben das bereits vorgemacht, was Salzburg braucht, um eine attraktive Fahrradstadt zu werden, hat uns Klemens Pürmayr von der Salzburger Radlobby erklärt.

Salzburg

Der Radverkehr hat in der Stadt Salzburg bereits einen hohen Stellenwert. Mit 20 Prozent Radfahreranteil führt die Mozartstadt den Landeshauptstadtvergleich an. Erst kürzlich wurde das Budget auf zwei Millionen Euro verdoppelt, auch das dafür zuständige Personal wurde aufgestockt. Wie Klemens Pürmayr nun verrät, bedarf es aufgrund der steigenden Zahlen im Radverkehr Nachbesserungen an den Hauptrouten in Salzburg.

Rad-Infrastruktur in Salzburg stößt an Grenzen

"In manchen Bereichen stößt die Infrastruktur – gerade in den Sommermonaten – an ihre Grenzen. Es fahren so viele Leute mit dem Rad, dass sich Engpässe ergeben", gibt Pürmayr Einblick. Die Infrastruktur müsse also erweitert oder angepasst werden. Eine Baustelle sieht der Rad-Experte vor allem abseits der vorhandenen Radrouten auf dem Weg vom Hauptbahnhof in Richtung Salzach: "Das ist ein mitunter gefährliches Hin- und Herfahren, das so nicht sein muss."

 

Radrouten auch im Winter räumen

Weitere Maßnahmen ortet Pürmayr bei den Verbindungen von der Stadt in die Nachbargemeinden: "Die werden gerade von Pendlern viel genutzt und sollten entsprechend ausgebaut sein." Mit der Salzach ergeben sich bereits gute Radrouten aus Salzburgs Süden in die Stadt. Wichtig dabei sei allerdings, dass die Wege auch im Winter entsprechend geräumt werden. "Gerade in einem milden Winter wie heuer merkt man, dass auch in der kalten Jahreszeit viele Menschen mit dem Rad unterwegs sind", weiß Pürmayr.

Weg vom Fokus auf Pkw

Aus großen Fahrradstädten wie Kopenhagen oder Utrecht weiß man, dass Radfahrer und Fußgänger in der Verkehrspolitik konsequent mitgedacht werden müssen, um einen Anreiz zum Umsteigen zu bieten. Pürmayr verweist hier auf laufende oder anstehend Bauprojekte in den Stadtteilen Maxglan, Riedenburg oder Itzling: "Hier könnte der Radverkehr schon vorab mitgeplant werden."

Kreuzungen sicherer machen

Abseits der Radrouten in Salzburg sei es zudem notwendig, die Sicherheit der Radfahrer zu erhöhen. Gerade in den Kreuzungsbereichen gebe es Verbesserungsbedarf: "Hier ist es wichtig, Radfahrer und Fußgänger vom motorisierten Verkehr zu trennen. Das gelingt über verschiedene Grünphasen für Radfahrer und motorisierten Verkehr." Zwischen den Ampelphasen könne ein "grün für alle" eingeführt werden, wobei "alle" hier für Fußgänger und Radfahrer steht. Ähnlich werde dies bereits von vielen Salzburgern an der Kreuzung am Herbert-von-Karajan-Platz beim Festspielhaus gehandhabt.

Rad als Teil der Mobilitätskette

Wie also lässt sich der Radfahreranteil in der Stadt Salzburg erhöhen? Andere Städte haben den motorisierten Verkehr unattraktiver gestaltet und dafür den Radfahrern den Vorrang gewährt. So wurden Radrouten weiter ausgebaut und das Radfahren an sich sicherer. Die Salzburger Radlobby spricht sich zudem dafür aus, ein bereits angekündigtes Leihradsystem in den Öffentlichen Verkehr zu integrieren. "Mit der myRegio-Karte wurde hier ein erster Schritt getan, es würde sich also anbieten, diese um Leihräder zu erweitern. Das Rad soll somit Teil der Mobilitätskette von zu Hause bis an den Arbeitsplatz sein", so Pürmayr.

Neue Radrouten für 2020 geplant

Im Herbst stellten die Stadt-Politikerinnen Martina Berthold (Grüne) und Barbara Unterkofler (ÖVP) neue Radrouten für Salzburg vor, die heuer gebaut werden sollen. Vorgesehen ist ein Großprojekt, das bis 2024 eine Ost-West-Verbindung von Wals-Himmelreich (Flachgau) ins Zentrum bringen soll. Geplant sind hier baulich getrennte Radwege, keine Fahrstreifen auf den Straßen. Zudem ist die Fertigstellung des Radweges entlang der S-Bahn bis ins bayerische Freilassing geplant, wofür ein eigener Radsteg über die Salzach errichtet werden soll. Der Anteil der "Drahtesel" soll so in den nächsten Jahren von 20 auf 24 Prozent angehoben werden.

(Quelle: SALZBURG24)

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