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Sonderausstellung zur Geschichte des Haus der Natur

Eine Sonderausstellung soll die Geschichte des Haus der Natur von 1924 bis 1976 beleuchten. Haus der Natur
Eine Sonderausstellung soll die Geschichte des Haus der Natur von 1924 bis 1976 beleuchten.

Eine Sonderausstellung widmet sich im 90. Jahr seines Bestehens der Geschichte des Haus der Naturs. Die Ausstellung schildert die Entwicklung des Museums von den Anfängen als Ornithologische Station über die Gründung des neuen Museums für Naturkunde bis zum Ende der Direktion des Museumsgründers Eduard Paul Tratz.

Nach einer umfassenden Provenienzforschung für die Jahre 1938 bis 1945 mit anschließender Restitution hat nun das Salzburger Haus der Natur seine historische Aufarbeitung auf einen deutlich größeren Zeitraum ausgeweitet. Es geht um die Ära des Museumsgründers Eduard Paul Tratz, der die Institution von 1924 bis 1976 geleitet und dabei auch in das "Ahnenerbe" der Nazis integriert hat.

Aufarbeitung der NS-Zeit

"Als wir im Oktober 2010 den Startschuss für die Aufarbeitung der NS-Zeit erteilt haben, waren wir der Meinung, dass wir sehr spät damit dran sind. Tatsächlich ist es aber die erste Aufarbeitung eines naturkundlichen Museums im gesamten deutschsprachigen Raum", sagte der jetzige Direktor, Norbert Winding, am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Entsprechend groß sei daher das Interesse an dem Salzburger Projekt, das deshalb mit einer heute startenden Ausstellung dem Publikum zugänglich gemacht wird. Außerdem sind ein Symposium und eine abschließende ausführliche Publikation geplant.

Haus der Natur setzte Schwerpunkt auf NS-Ideologie

„Es ist eine bittere Tatsache, dass das Haus der Natur nicht nur eine Mitläuferorganisation gewesen ist, sondern Schwerpunkte im Sinne der NS-Rassenideologie gesetzt hat", betonte Winding. Die Forscher fanden allerdings keinerlei Hinweise, die eine Nähe Tratz' zum Nationalsozialismus schon vor dem Jahr 1938 belegen würden.

Der „Rassenideologische Saal"

Die Forschung habe gezeigt, dass viele Exponate, die während der Naziherrschaft dann das Herzstück im "Rassenideologischen Saal" gebildet hätten, bereits zuvor ausgestellt waren, etwa Tafeln zur Mendelschen Vererbungslehre, erläuterte Susanne Kösternig, eine Expertin für die Museologie naturkundlicher Museen. Tratz habe in den 1920er-Jahren zweifellos ein herausragend innovatives Museum gegründet, das erstmals die Natur in Beziehung zur menschlichen Kultur, zu Technik, Wirtschaft und Kunst gestellt habe und gesellschafts- und gegenwartsorientiert gewesen sei.

Museumsdirektor interniert

Nach den Kriegsjahren wurde der Museumsdirektor interniert, kam aber zwei Jahre später wieder frei und durfte 1949 als "minderbelastete" Persönlichkeit wieder an die Spitze des Hauses der Natur zurück, und zwar bis 1976. "Es gab in dieser Zeit keine kritische Auseinandersetzung mit der Geschichte", so Winding, und der am Projekt beteiligte Historiker Robert Hoffmann sprach von einem "Mantel des Schweigens". (APA).

(Quelle: S24)

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