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Sozialbericht 2014: „Bieten Hilfe zur Selbsthilfe auf Augenhöhe an“

Sozialamtsleiterin Renate Szegedi-Staufer, Sozialarbeiter Robert Siladjev und Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer. Stadt Salzburg / Johannes Killer
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„Wir sind da, wenn die Menschen in der Stadt Salzburg uns brauchen. Wir helfen ihnen auch immer öfter, ihr Leben stärker selbst in die Hand zu nehmen. Die Sozialabteilung der Stadt betreibt aktiv Vorbeugung, Teilhabe, Integration – und nicht Ausgrenzung. Und setzt gezielt soziale Akzente. Wo immer möglich, bieten wir Hilfe zur Selbsthilfe an, auch bei der Mindestsicherung oder für die Asylberechtigten. Und zwar auf Augenhöhe.“ Das sagte Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer bei einem Pressegespräch am Donnerstag, 27. September 2015, anlässlich der Präsentation des Sozialberichtes 2014.

Als Beispiel führte die Ressortchefin das Sozialamt, genauer die Vollziehung der Bedarfsorientieren Mindestsicherung an (BMS 2014: rund 20,6 Mio €; die Hälfte davon steuert die Stadt bei). Hier haben die im Amt beschäftigten SozialarbeiterInnen ihre Zusammenarbeit mit den für die Berechnungen und die Bescheide zuständigen ReferentInnen auf völlig neue Beine gestellt.

Ziel: Re-Integration in den Arbeitsmarkt

Hagenauer: „Es geht uns eben nicht ‚nur‘ darum, die Basis- und Wohnversorgung für die rund 5.000 BMS-KlientInnen des Sozialamtes zu sichern, sondern sie darüber hinaus wieder fit fürs ‚normale‘ Leben zu machen, sie zu aktivieren und zu unterstützen. Erklärtes Ziel ist, so viele wie möglich wieder in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Und damit letztlich auch dem Sozialstaat Geld zu sparen.“

Sozialamtsleiterin Renate Szegedi-Staufer: „Wir arbeiten mit wissenschaftlichen Methoden der Sozialen Arbeit an dieser Zielerreichung. Die Lebenslagen der KlientInnen sind ja oft sehr unterschiedlich. So ist einmal schon mit einer Beratung ein Problem gelöst. Ein andermal braucht es Hilfe beim Organisieren von konkreten Unterstützungen. Oder eine ganze Reihe von Gesprächen, um zu Veränderungen zu motivieren. Bei sehr schwierigen Lebenssituationen kann ein konkreter Hilfeplan, der gemeinsam abzuarbeiten ist, einen Pfad aus dem Dickicht weisen.“ 
In jedem einzelnen Fall spiele das professionelle Zusammenwirken aller Beteiligten – Referent, Sozialarbeiter und Klient – eine entscheidende Rolle für das Gelingen.

Weg gemeinsam beschreiten

Diplom-Sozialarbeiter Robert Siladjev erläutert das konkret: „Nehmen wir zum Beispiel einen Menschen mit Suchtproblem, der nicht fähig ist, sich selbst aktiv in den Arbeitsprozess zu integrieren. Den vermitteln wir zum Verein zur Förderung von Arbeit und Beschäftigung (FAB). Dort wird ein sehr umfangreiches Gutachten inklusive Biografie erstellt. Aus dem lässt sich ableiten, welche Schritte zu setzen sind. Gemeinsam mit dem Klienten werden diese dann fixiert. Er hat Auflagen einzuhalten und Mitwirkungspflichten. Das alles geschieht völlig transparent und klar. Sozialarbeiter und Referent machen gemeinsam das Case-Management und sind eine wichtige Drehscheibe.“

Laut Szegedi-Staufer arbeiten die drei SozialarbeiterInnen des Amtes mit rund einem Zehntel aller Haushalte, die Mindestsicherung beziehen, zusammen. Und bieten so im Jahresschnitt rund 500 Menschen, die diese persönliche Unterstützung am dringlichsten brauchen, gezielt Hilfen an.

Zahl der BMS-Bezieher steigt

Insgesamt sei die Zahl der MindestsicherungsbezieherInnen in der Stadt Salzburg von 2013 auf 2014 um fünf Prozent auf rund 5.000 Personen gestiegen. 2015 halte dieser Trend an bzw. werde sich bis Jahresende noch verstärken. Ein Grund dafür: die wachsende Zahl anerkannter Flüchtlinge. Sie machten 2014 die Hälfte der unterstützen Nicht-ÖsterreicherInnen aus.

Szegedi-Staufer: „Von Jänner bis Juli 2015 zählten wir in der Mindestsicherung in der Stadt Salzburg 1.459 asylberechtigte Personen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 1.077. Das ist eine Zunahme um 35 %. Innerhalb dieser Gruppe entfällt der stärkste Zugang auf anerkannte Flüchtlinge aus Syrien gefolgt von jenen aus Somalia.“

Deutsch-Kurse für Asylberechtigte

„Auch hier ist unser Weg nicht zuschauen, nicht jammern, sondern sinnvoll unterstützen. Als erste Stadt Österreichs haben wir bewusst und freiwillig knapp 100.000 € in die Hand genommen, um Sprachkurse für 500 Asylberechtigte zu finanzieren. Das Land Salzburg zieht nun nach“, sagt Sozial-Vizebürgermeisterin Anja Hagenauer. „Denn die Leute wollen arbeiten. Und wir wollen das auch. Sie wollen und sollen nicht vom Sozialsystem abhängig sein. Manche sind hochqualifiziert. Es fehlt nur an den nötigen Deutschkenntnissen.“

Gemeinsam mit der Volkshochschule bietet die Stadt Salzburg bis Ende des Jahres je zwei Vormittags- und Nachmittagskurse an. Ziel dabei ist die Erreichung des A1-Basiskönnens. Das bedeutet, dass man sich auf einfache Art auf Deutsch verständigen kann. Und ist die Voraussetzung für eine Jobvermittlung durch das Arbeitsmarktservice.

Die Deutsch-Kurse der Stadt für die Asylberechtigten dauern rund zwei Monate bei 20 Übungseinheiten pro Woche. Die Zuweisung erfolgt durch das Sozialamt. Bisher wurden 210 BMS-BezieherInnen zum Clearing der Volkshochschule geschickt. Dort wird zunächst das Sprachniveau getestet. Und auch, ob ein Alphabetisierungsbedarf besteht bzw. die Teilnehmer schon höherqualifiziert sind. Von bislang 150 getesteten Personen konnten zehn umgehend die A 1-Prüfung ablegen, ein Drittel braucht Alphabetisierung. 

Erste Prüfungen am Freitag

Die ersten Kurse mit 50 TeilnehmerInnen enden mit den Prüfungen morgen Freitag, 28. September 2015. Hagenauer: „Was mich freut ist, dass die Stimmung in den Kursen sehr gut und die Anwesenheit sehr hoch ist. Kein Teilnehmer hat abgebrochen. Auch die Rückmeldungen ans Sozialamt sind sehr positiv. Immer wieder haben wir gehört, dass die Leute froh sind, endlich einen Deutschkurs machen zu können.“

Insgesamt sind 17 Kurse vereinbart. Die nächsten starten Ende August und sind bereits bis auf wenige Plätze ausgebucht.

Zahlen, Daten, Fakten zum Sozialen

Einen Überblick über die wichtigsten Daten, Fakten und Hintergründe zum Aufgabengebiet der Abteilung 3 – Soziales der Stadt Salzburg, bietet der soeben erschienene „Sozialbericht 2014“ (als pdf auf der Homepage downloadbar). 

Darüber hinaus gibt’s schnelle Infos und Zahlen seit Juli via elektronischem „Subventions-Checker“ unter www.stadt-salzburg.at/subventions-checker . Mehr als 1.300 Subventionen (korrekt: „Transferzahlungen“) sind hier als interaktive Visualisierungen in verschiedenen Kategorien verfügbar. Darunter auch große Brocken wie die Bedarfsorientierte Mindestsicherung oder Beiträge der Stadt zur Spitalsfinanzierung ans Land und viele „klassische“ Subventionen etwa an diverse Sozialeinrichtungen.

(Quelle: S24)

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