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"Schauen durch die Finger"

Spar-Konzern fordert staatliche Hilfen

Hohe Energiekosten würden Versorgung bedrohen

Spar APA/BARBARA GINDL
Spar fühlt sich seitens der Politik benachteiligt und fordert Unterstützung. (SYMBOLBILD)

Aufgrund der eklatant gestiegenen Energiepreise fordert der Spar-Konzern mit Sitz in der Stadt Salzburg staatliche Hilfen. Spar warnt dabei vor einer Gefährdung der Lebensmittelversorgung.

Die Salzburger Handelskette Spar reiht sich in die Kette derer ein, die vor einer Gefährdung der Lebensmittelversorgung durch die hohen Energiekosten warnen und staatliche Unterstützung fordern. Während Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie Hilfen erhielten, würde der Handel "durch die Finger schauen". Vorstandsvorsitzender Fritz Poppmeier verweist auf prognostizierte fünffache Energiepreise in den 1.500 Spar-Märkten, wovon 600 von selbstständigen Kaufleuten betrieben würden.

Energiepreise fressen Erträge

"Der steigende Energiepreis frisst unsere Erträge auf, die notwendig sind, um auch in Zukunft die Nahversorgung zu sichern. Währenddessen werden andere Teile der Lebensmittel-Wertschöpfungskette wie internationale Lebensmittelindustrie gefördert, die zuletzt Umsatzmargen von 10-15 Prozent gemeldet hatten", ärgert er sich und warnt davor, dass die derzeit angedachten Hilfen nur ein "Streichholz im Sturm der Energiekrise" sind.

Poppmeier rechnete heute in einer Aussendung vor: In einem durchschnittlichen Supermarkt mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche fallen statt rund 35.000 Euro Kosten für Strom inklusive Netzgebühren im Jahr 2021 heuer bereits 47.000 Euro und nach derzeitigen Angeboten im Jahr 2023 156.000 Euro an Kosten an.

Spar fordert Vorschlag seitens der Politik

Sein Fazit: "Nur die Landwirtschaft und die Industrie zu fördern, wäre ein großer volkswirtschaftlicher Fehler und würde den Druck auf Lebensmittelpreise und auf Mitarbeitende im Handel nochmals enorm erhöhen. Daher fordere ich von der Politik unter Einbindung der gesamten Wirtschaft einen Vorschlag, wie die von der EU vorgesehene Förderung für alle Beteiligten an der Lebensmittel-Lieferkette angewandt werden kann."

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 25.09.2022 um 07:15 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/spar-sieht-bedrohung-der-versorgung-durch-energiekosten-127428223

Kommentare

I.K.

Spar hat, so wie alle anderen Lebensmittel-Händler die letzten Jahrzehnte das Filialnetz übermäßig ausgebaut. Jede Filiale benötigt Energie für Heizung, Kühlung, Licht, Kassen... Aber benötigen wir tatsächlich im Umkreis von 150 Metern 3 Lebensmittel-Geschäfte? Ich fände eine Reduzierung wäre durchaus machbar und würde Energie sparen, abgesehen davon gibt's ohnehin Mangel an Personal. Die meisten Lebensmittel-Geschäfte sind ebenerdig und haben große Parkplätze vor der Tür. Man könnte diese Flächen wesentlich besser nutzen und die Parkplätze in Grünflächen umbauen. Stichwort Klimawandel.

RoW

Ja, das ist das neue Unternehmertum, wenn fette Gewinne anfallen, dann gehörts mir und wenn mal magerere Zeiten anfallen, dann sollen die anderen zahlen. Für solche Situationen legt man Rücklagen an.

Tom540

Es ist schon komisch in der Corona Krise der große Gewinner und Riesen Gewinne jetzt wenn es sie was kostet dann muss der Staat helfen. Wenn es gut läuft wird Steuervermeidung betrieben und in schlechteren Zeiten braucht man die Steuergelder. Es ist schon klar das es auch ein Unternehmen wie Spar hart trifft aber fragt einer nach den kleinen Betrieben? Die haben keine politische Lobby und Fürsprecher die im Hintergrund die Hand aufhalten.

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