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Tödlicher Unfall mit Lkw

"Geisterrad" für Radlerin

Diskussion um Abbiegeassistent erneut befeuert

Ghostbike Neumayr
Die Rad-Community stellte in Salzburg-Stadt ein Ghostbike nach dem tödlichen Lkw-Unfall auf.

Nach dem Tod einer 24-jährigen Radfahrerin in der Stadt Salzburg am Freitagvormittag hat die lokale Rad-Community am Samstag an der Unfallkreuzung ein sogenanntes "Geisterrad" oder "Ghost Bike" aufgestellt, um mehr Aufmerksamkeit für Radler im Verkehr einzumahnen. Aus der Politik werden Stimmen nach einem verpflichtenden Abbiegeassistenten wieder laut, unter anderem der Bürgerliste und der Bundes-SPÖ.

Die weiß lackierten Fahrräder werden weltweit zur Erinnerung an tödlich verunglückte Radfahrer an den Unglücksorten angebracht.

Radfahrerin stirbt nach Lkw-Kollision

Die junge Oberösterreicherin war am gestrigen Freitag an einer Kreuzung von einem Lkw erfasst worden. Während die Frau gerade ausfahren wollte, bog das Schwerfahrzeug gleichzeitig nach rechts ab. Der Lenker dürfte die Radfahrerin übersehen haben. Die 24-Jährige kam zu Sturz, geriet unter das Fahrzeug und erlag noch am Unfallort in ihren schweren Verletzungen. Die Ergebnisse der Obduktion und der Zeugenbefragung standen am Samstag noch aus.

Forderung nach Abbiegeassistent

Der Unfall hat jedoch die Diskussion über den Einbau von Abbiegeassistenten in Lkw erneut befeuert. Nach dem es am Freitag schon eine Reaktion vonseiten der Bundes-SPÖ gab, hat am Samstag auch die grüne Bürgerliste in der Stadt Salzburg von Verkehrsminister Norbert Hofer gefordert, Abbiegeassistenten österreichweit verpflichtend einzuführen. "Es gibt keine Ausreden mehr und keine Zeit, noch länger zu warten", teilte Gemeinderat Bernhard Carl in einer Aussendung mit.

Bauhof-Lkw in Salzburg aufgerüstet

In der Stadt Salzburg hatte NEOS-Baustadtrat Lukas Rösslhuber zuletzt angekündigt, die rund 60 Lkw und Sonderfahrzeuge des Bauhofs freiwillig mit Abbiegeassistenten auszustatten. Die Aufstellung des "Ghost Bikes" und eine Schweigeminute in der Stadt Salzburg fanden am Samstag um 14.00 Uhr am Unfallort an der Ecke Vogelweiderstraße und Breitenfelderstraße statt.

Ministerium: Gibt Rechtsabbiege-Verbote

Das Verkehrsministerium (BMVIT) hat am Samstag auf eine vor kurzem erlassene Novelle der StVO aufmerksam gemacht. Diese ermögliche es auf lokaler Ebene, an besonders gefährlichen Kreuzungen Rechtsabbiege-Verbote für Fahrzeuge mit totem Winkel zu verhängen.

"Den Verkehrsexperten im BMVIT sind die Probleme mit rechtsabbiegenden Lkw durchaus bewusst, weshalb nicht zuletzt ein Maßnahmen-Paket zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geschnürt wurde, dem bei der vergangenen Plenarsitzung alle Parteien zugestimmt haben", betonte Generalsekretär Andreas Reichhardt in einer Aussendung. Dieses Paket lasse eine Evaluierung und bei Bedarf eine entsprechende Aufrüstung von Kreuzungen seitens der kommunalen Behörden zu. So könnten spezielle Verkehrsspiegel angebracht werden, um den toten Winkel für die Lkw-Fahrer auszuleuchten.

Absage an Abbiegeassistenten

Wie Reichhardt betonte, sei es auch Aufgabe der Städte und Gemeinden, Kreuzungen möglichst sicher zu gestalten, zumal sie schon jetzt Abbiege- und Fahrverbote erlassen könnten. Wichtig sei es außerdem, "Haltelinien und die Zebrastreifen so zu setzen, dass ein Minimum an Gefährdung entsteht". Er bekräftigte die Absage an verpflichtende Abbiegeassistenten für in Österreich zugelassene Lkw. Damit würde Österreich gegen geltendes EU-Recht verstoßen.

(APA)

(Quelle: APA)

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