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Eigener Platz für Stefan Zweig

Mit einem Festakt ist am Donnerstag in der Stadt Salzburg der Cornelius-Reitsamer-Platz in Stefan-Zweig-Platz umbenannt worden. Den Beschluss dazu hatte der Gemeinderat am 12. Dezember 2018 einstimmig gefasst. Der kleine, aber stark frequentierte Platz in der rechten Altstadt liegt gegenüber dem Aufgang zum Kapuzinerberg, wo der bestehende Stefan-Zweig-Weg beginnt.

Der Wunsch, nicht nur den Spazierweg, sondern auch einen zentralen Platz oder eine Straße nach Stefan Zweig zu benennen, wurde in der Vergangenheit mehrfach an die Stadt herangetragen - nicht zuletzt vom langjährigen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg, dem Holocaust-Überlebenden Marko Feingold oder den Direktoren des 2008 gegründeten Stefan-Zweig-Zentrums.

Als Gastredner sprach Dr. Arturo Larcati, Direktor des Stefan Zweig Zentrums. Ebenfalls vor Ort waren Bürgermeister Harald Preuner (ÖVP) und seine Vize, Bernhard Auinger (SPÖ).

Stefan Zweig in Salzburg

Stefan Zweig war Schriftsteller, Pazifist und Humanist. Von 1919 bis 1934 lebte er gemeinsam mit seiner Frau Friderike und ihren Töchtern im Haus Kapuzinerberg 5. Zweig schrieb viel während der Salzburger Jahre. Seine in viele Sprachen übersetzten Novellen, Biografien und historischen Erzählungen, zum Beispiel „Amok“, „Joseph Fouché“ und „Sternstunden der Menschheit“ machten ihm weltberühmt. Obschon er sich in Salzburg weder politisch noch religiös exponierte, war er bereits in den 1920er Jahren antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Seine persönliche Freiheit und seine Privatsphäre sah er jedoch bedroht, als sein Haus im Februar 1934 von der Staatspolizei durchsucht wurde.

Zwei Tage später verließ Stefan Zweig Salzburg für immer und ging ins Exil zuerst nach London.Im Jahr 1940 reiste Stefan Zweig gemeinsam mit seiner zweiten Frau Lotte über die Stationen New York, Argentinien und Paraguay nach Brasilien. In Petropolis beendeten Lotte und Stefan Zweig in der Nacht vom 22. zum 23. Februar 1942 ihr Leben.

Bereits zwei Denkmäler in Stadt

1956 widmete die Stadt Salzburg ihm ein erstes Andenken: Der Weg vom Kapuziner Kloster bis zum Franziskischlössl wurde nach Stefan Zweig benannt. Seit 1983 erinnert in Salzburg an Stefan Zweig eine Büste von Josef Zenzmaier, die sich gegenüber seines ehemaligen Domizils an der Mauer des Kapuzinerklosters befindet.

Der Wunsch, nicht nur den Spazierweg, sondern auch einen zentralen Platz bzw. eine Straße nach Stefan Zweig zu benennen, wurde mehrfach an die Stadt herangetragen – nicht zuletzt von Marko Feingold und dem ersten Direktor des 2008 gegründeten Stefan Zweig Zentrums, Klemens Renoldner.

Andenken an Reitsamer bleibt erhalten

Um das Andenken an Cornelius Reitsamer (1857-1930), den langjährigen Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr und Branddirektor der Stadt Salzburg, weiterhin zu pflegen, wird die Passage im Bruderhof – dem ehemaligen Standort der Salzburger Freiwilligen Feuerwehr – als Cornelius-Reitsamer-Passage benannt.

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 21.09.2019 um 05:04 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/stadt-salzburg-neuer-stefan-zweig-platz-66097453

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