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Stadt Salzburg versteigert ab sofort einzelne Bauarbeiten

Zweimal hat die Baudirektion der Stadt Salzburg zuletzt geplante Bauprojekte abgeblasen, weil die Angebote der Firmen massiv über dem geschätzten Preis lagen. Nun geht sie einen neuen Weg: Mit Online-Auktionen für Bauarbeiten können die Unternehmen ihre Angebote nach unten nachbessern.

Die fünf Platzhirschen seien empört, die Stadt hingegen habe sich Geld erspart, zog Baustadträtin Claudia Schmidt (V) am Donnerstag nach den ersten zwei Auktionen bei einem Pressegespräch Bilanz. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat die Ausschreibung eines Kreisverkehrs, "den konnten wir um 750.000 Euro einfach nicht bauen", so Baudirektor Walter Hebsacker. Die Stadt hob das Verfahren auf. Nun wurde bei zwei Vergaben - eine Deckenerneuerung und Arbeiten bei einem Sportzentrum - erstmals versteigert, was durch eine Novelle der Bundesvergabeordnung seit 2009 möglich sei. In dreiminütigen Zeitfenstern können die Baufirmen günstigere Angebote legen. Verstreicht ein Zeitfenster ohne neues Anbot, erhält das bis dahin günstigste Unternehmen den Zuschlag.

Bausarbeiten sollen billiger werden

Die genaue Ersparnis wollte Hebsacker nicht nennen. Einzelne Firmen hätten ihr ursprüngliches Gebot um bis zu 30 Prozent nach unten nachgebessert, sagte Schmidt. Nach Angaben des Baudirektors hätten sich die Preise zumindest stark dem geschätzten Wert genähert. "Die Empörung unter den fünf Platzhirschen ist so groß, da weiß man, das was nicht stimmt. Mafia sage ich aber nicht", so die Stadträtin. Aus diesem Kreis wurden die beiden ersten Auktionen auch beeinsprucht, weshalb diese Verfahren noch nicht abgeschlossen sind. Bei einzelnen Ausschreibungen hätten diese fünf Firmen teilweise sogar exakt dieselben Preise angeboten. Die übliche Preissteigerung in der Branche mache knapp fünf Prozent aus, im Vorjahr seien es fast 20 Prozent gewesen: "Das ist nicht nachvollziehbar", so Schmidt.

Österreichweit schon 30.000 Bauarbeiten versteigert

Österreichweit wurden bereits rund 30.000 derartige Auktionen durchgeführt, sagte Hebsacker. Vor allem in der Privatwirtschaft sei dies bei vielen Unternehmen üblich, aber auch bereits im öffentlichen Dienst, etwa durch die Stadt St. Pölten oder die steirische Landesimmobiliengesellschaft LIG. Laut Hebsacker sollen Auktionen im Salzburger Magistrat nicht nur im Baubereich angewandt werden, sondern im gesamten Beschaffungswesen. (APA)
(Quelle: S24)

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