Jetzt Live
Startseite Stadt
Stadt

Stadt Salzburg wählt heuer wohl noch zweimal Bürgermeister

Ein neuer Bürgermeister wird vermutlich erst nach der Stichwahl feststehen. APA/BARBARA GINDL
Ein neuer Bürgermeister wird vermutlich erst nach der Stichwahl feststehen.

Die Bewohner der Stadt Salzburg sind kommenden Sonntag erneut zur Wahl aufgerufen - und es wird wohl nicht das letzte Mal für heuer sein. Nach dem Rücktritt von Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) muss ein Nachfolger gewählt werden. Angesichts von sechs Kandidaten ist mit einer Stichwahl am 10. Dezember zu rechnen.

Wahlberechtigt sind 113.258 Menschen, darunter auch alle EU-Bürger, die ihren Hauptwohnsitz in der Stadt Salzburg haben. Die Wahllokale haben am Wahltag von 7.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Ein vorläufiges Endergebnis sollte gegen 18.00 Uhr vorliegen - und Sonntag gegen 20.00 Uhr auch schon das vorläufige Endergebnis inkl. Briefwahl und sonstigen Wahlkarten.

Schaden legt Amt nach Urteil nieder

Die Bürgermeisterwahl ist notwendig, weil der langjährige Stadtchef Heinz Schaden am 20. September sein Amt niedergelegt hat - nach dem nicht rechtskräftigen Schuldspruch im Untreue-Prozess. Er war wegen der Übertragung von Zinsaustauschgeschäften im Jahr 2007 wegen Beihilfe zur Untreue zu drei Jahren Haft, einem davon unbedingt, verurteilt worden. Mit 18 Jahren Amtszeit war Schaden der zweitlängste amtierende Bürgermeister in der Geschichte der Stadt Salzburg. Der Bürgermeistersessel im Schloss Mirabell war bisher mehr oder weniger überhaupt "Erbpacht" der SPÖ.

Ein einziges Mal seit dem Krieg nahm nach Wahlen ein ÖVP-Politiker darauf Platz, und zwar in den 1990er-Jahren nach einem Wahldebakel und nachfolgender Parteispaltung der SPÖ. Die Chancen auf ein Dacapo stehen für die ÖVP so gut wie bisher kaum: Den Umfragen zufolge läuft alles auf eine Stichwahl zwischen SPÖ-Klubchef Bernhard Auinger und ÖVP-Vbgm. Harald Preuner hinaus.

Bis 2019 Mehrheit von SPÖ und Bürgerliste

An den grundsätzlichen Machtverhältnissen im Rathaus würde aber auch ein ÖVP-Bürgermeister nichts ändern, denn bis zur nächsten regulären Gemeinderats- und Bürgermeisterwahl im Frühjahr 2019 verfügen SPÖ und Bürgerliste weiterhin über eine knappe Mehrheit mit 21 von 40 Sitzen.

Auinger kandidiert für SPÖ

Die Sozialdemokraten haben bereits im Mai 2016 die Weichen für die Schaden-Nachfolge gestellt, allerdings hätte die Amtsübergabe im Jahr vor der turnusmäßigen Wahl stattfinden sollen, weil sie dann laut Stadtrecht ohne Direktwahl möglich ist. Doch es kam anders. So steigt der 43-jährige Bernhard Auinger mit einem ausbaufähigen Bekanntheitsgrad in den Ring: Der Betriebsratsvorsitzende bei der Porsche Holding in Salzburg stand als Gemeinderats-Klubchef bis zuletzt im Schatten des Bürgermeisters. Seit der Anklageerhebung gegen Schaden rührt er allerdings massiv die Werbetrommel.

Langjährige Politiker: Preuner und Padutsch

Weniger an Bekanntheit mangelt es dem ÖVP-Kandidaten: Der 58-jährige Harald Preuner mischt seit 1999 im Salzburger Stadt-Parlament mit und ist seit 2004 Vizebürgermeister und Stadtparteichef. Seit Schadens Abgang führt er interimistisch die Amtsgeschäfte des Bürgermeisters. Auf noch mehr politische Erfahrung kann der Bewerber der Bürgerliste (Grünen in der Stadt Salzburg) Johann Padutsch verweisen: Der 62-Jährige sitzt bereits seit 1982 im Gemeinderat und ist seit 1992 durchgehend Stadtrat für Verkehr und Raumplanung.

Barbara Unterkofler ist einzige Kandidatin

Einzige Bürgermeister-Kandidatin ist Baustadträtin Barbara Unterkofler (43) von den NEOS. Sie zog 2014 in den Salzburger Gemeinderat ein und errang - dank eines Vorsprungs von nur sechs Stimmen auf die FPÖ - einen Stadtratssitz. Die Freiheitlichen in der Stadt haben ihren Klubobmann Andreas Reindl ins Rennen geschickt. Der 48-Jährige ist seit 2014 Mitglied im Gemeinderat. Und schließlich tritt auch Christoph Ferch (58) an, der mit seiner Liste "Bürger für Salzburg" 2014 mit einem Mandat ins Rathaus einzog.

(APA)

(Quelle: S24)

Aufgerufen am 28.02.2021 um 05:42 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/stadt-salzburg-waehlt-heuer-wohl-noch-zweimal-buergermeister-57390688

Kommentare

Mehr zum Thema