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Städtetourismus mauserte sich zum Zugpferd im Fremdenverkehr

Der Städtetourismus hat sich in Österreich - wie in ganz Europa - in den vergangenen Jahren zum Motor im Fremdenverkehr entwickelt: Während das Wachstum im Tourismus österreichweit in den vergangenen zehn Jahren recht bescheiden ausfiel, galoppierte es in den neun Landeshauptstädten mit über 40 Prozent plus bei den Nächtigungen regelrecht davon.

"Der Städtetourismus ist relativ krisenresistent, er ist nach 2009 unglaublich schnell zurückgekommen", sagte am Freitag der Präsident des European Cities Marketing, Dieter Hardt-Stremayr, bei einem Pressgespräch in Salzburg. Um knapp 8 Prozent hat die Zahl der Nächtigungen in ganz Österreich seit 2002 zugenommen, zieht man bei diesen Zahlen die Städte ab, fiel das Plus mit nicht einmal 4 Prozent noch bescheidener aus. In der gleichen Zeit registrierten die neun Landeshauptstädte einen Anstieg der Übernachtungen um rund 42 Prozent. Dieses Phänomen zeigt sich laut Hardt-Stremayr - er ist hauptberuflich Geschäftsführer von Graz Tourismus - in ganz Europa, also etwa auch in Spanien oder Italien: "In den Städten geht die Post ab." Von den rund 126 Millionen Nächtigungen im Jahr 2011 in Österreich entfiel bereits jede siebente auf eine Landeshauptstadt. Einer der Gründe für den Boom im Städtetourismus dürfte am Zielpublikum selbst liegen: Der durchschnittliche Städteurlauber ist nämlich sehr gut gebildet und hat ein Haushaltseinkommen von 3.600 Euro zur Verfügung. Die großen Risikofaktoren im Städtetourismus - Einkommen, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftswachstum - kommen bei diesem Klientel deutlich seltener zum Tragen. Bert Brugger, Tourismus-Chef in Salzburg, nannte aber auch noch andere Gründe: neue Technologien, mit denen sehr rasch auf Entwicklungen auf dem Markt reagiert werden könne, zusätzliche Gäste durch neue Low-Cost-Flugverbindungen, neue Hotelkonzepte vor allem im Niedrigpreis-Bereich, die Erschließung neuer Märkte (besonders Russland und China) sowie ein gutes Angebot in den Städten selbst. Zur relativen Krisensicherheit des Städtetourismus trägt aber auch die breite Streuung der Herkunftsländer bei: Kommen über zwei Drittel der Österreich-Urlauber nur aus den Ländern Österreich, Deutschland und der Schweiz, ist der Nationenmix in den Städten viel größer: In Wien kommt zum Beispiel jeder vierte Gast nicht aus Europa, so Norbert Kettner, Geschäftsführer von Wien Tourismus und Obmann der ARGE Städte. Auch beim Blick in die Zukunft zeigen sich die Touristiker der Städte zuversichtlich: Bis 2020 sei eine Verdoppelung der Zahl der internationalen Reisenden vorhergesagt, "davon werden die Städte sicher einen guten Teil abbekommen", so Brugger. Und wenn auch der Gutteil des Wachstums für Asien erwartet wird, so werde auch Europa nicht leer ausgehen. (APA)
(Quelle: S24)

Aufgerufen am 20.08.2019 um 09:19 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/staedtetourismus-mauserte-sich-zum-zugpferd-im-fremdenverkehr-59318764

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