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?stuck! Festival? im Rockhouse Salzburg: Gute Töne zum ersten Tag

Der erste Tag des "stuck! Festival" am Donnerstag erfreute mit dichtem Programm und einigen Geheimtipps, die das Publikum zum Tanzen brachten und Salzburg für kurze Zeit zu einem Epizentrum der Indie-Szene machten.

Das "stuck! Festival" im Rockhouse Salzburg: Stuck, also stecken geblieben ist hier niemand. Eher gibt es hier Bands zu sehen, die im ?Fast Forward?-Modus ihre Kreativität ausspielen und das Publikum mit Schmuckstücken der ?Indie?-Musik erfreuen. Was der "yeah! Club" das ganze Jahr über macht wird beim "stuck!" nahtlos fortgesetzt ? es werden Bands auf die Bühne gebracht die noch wenig gehört wurden, deren Musik es aber verdient in die weite Welt getragen zu werden. Gut, so ganz ?Fast Forward? sind nicht alle Bands und es sind auch nicht alle unbekannt. Aber alles der Reihe nach.

Sonnenschein pünktlich zum Festivalstart

Pünktlich zum Beginn des Festivals konnte sich der Himmel über Salzburg doch entscheiden, schloss seine Pforten und ließ das Publikum im Gastgarten und vorm ?Brandwagen? heiß ersehnte Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. So sieht ein gelungener Festivalstart aus.

Schon ab 18 Uhr sorgten die ersten DJ-Sets für feine Klänge aus den Boxen des ?Brandwagens?, der sich vor dem Rockhouse positioniert hat. Dort eröffneten wenig später die Salzburger von ?Olympique? als erste Band das Festival. Die drei Jungs schreiben gute Songs und tragen sie auch gut vor. Wenn man das erste Mal von ihnen gehört hätte würde man sagen: ?Gut, aus denen kann was werden.? Allerdings lässt einen der Eindruck nicht los, dass sich wenig verändert hat. Subjektiv gefühlt hören sie sich gleich an wie die Jahre zuvor und irgendwie klingt das Ganze nicht so kompakt wie bei Anderen. Also vielleicht doch ein bisschen Stuck? Schade.

Von Olympiques klassischer Gitarre-Schlagzeug-Bass-Combo wechseln wir zu den ?Casiokids? in den Saal. Mit klassischer Instrumentierung plus einigen Keyboards machen die Norweger Musik, die teilweise an alte Computerspiele erinnerte. Ein bisschen anders als andere Bands, ohne das Publikum mit überbordender Experimentierfreudigkeit zu überfordern. Eine gute Mischung.

Überraschung aus Berlin: ?I Heart Sharks?

Die Überraschung des Abends waren die Berliner von ?I Heart Sharks?. Mit Schlagzeug, Gitarre und etwas Elektronik produzieren sie energievollen Indiepop, bei dem es schwer ist still zu stehen und der trotzdem nicht anstrengend wird. Man kann die ?Foals? raushören, aber erstens muss man immer mit irgendwas vergleichen um etwas einordnen zu können. Zweitens ist dieser Vergleich keine Schande. Eines Tages wird vielleicht ?I Heart Sharks? als Maßstab dienen, das Potential hätten sie. Die Band sprüht vor Tatendrang und kann es kaum erwarten ihre neuen Werke zu präsentierten, schilderten uns die Drei in einem Gespräch. Also definitiv nicht Stuck, diese drei Jungs verkörpern den "Fast Forward"-Modus. Wir warten gespannt auf das neue Album im Oktober.

Nach der Dynamik der Berliner hatte man bei der amerikanischen Band ?Creep? Gelegenheit etwas Tempo rauszunehmen und Kräfte für spätere Bands zu sparen. Parallel dazu spielte ?Friends Electric? in der Bar. Ebenfalls gut gemachte Musik. Vielleicht schon so gut gemacht, das dem Ganzen droht etwas Farbe zu verlieren, aber nur unter ganz kritischen Augen betrachtet.

Der Abend schritt voran, die allgemeine Stimmung lockerte sich und die Hauptacts standen nun direkt bevor. Mit den Briten von ?Mount Kimbie? war eine in ihrem Mutterland gehypte Elektronik-Mannschaft auf der Bühne. Der Hype wird wohl kein Zufall sein. Dann ließen die ?Vivian Girls? Erinnerungen an die Bewegung der ?Riot Grrrls? (gemeint sind natürlich Girls, aber ja, man schreibt es wirklich so) wieder hochkommen. Punkig und mit einfachen, schnellen Riffs sorgten sie Bewegung auf der Tanzfläche.

Zum Endspurt nochmal richtig abrocken

Genau die richtige Musik zur fast mitternächtlichen Stunde fanden ?WhoMadeWho? aus Dänemark. Wer hier das ganze Konzert durchhielt und über eine Stunde abrockte war seiner Kräfte beraubt. Das ist einerseits gut, weil es für ein gutes Set spricht. Andererseits ist es schade, weil es gleich im Anschluss mit ?Handsome Furs? noch ein allerletztes Highlight des Abends zu sehen gegeben hätte. Das haben leider einige Festivalgeher nicht mehr geschafft und versäumten schönes Konzert von Dan Boeckner, der sich schon mit ?Wolf Parade? einen Namen machte.

Man darf sich auf den zweiten Tag freuen. Es warten Bands wie die Local Heros ?The Helmut Bergers? und internationale Acts wie ?Metronomy? aus England und ?FM Belfast? aus Island.

(Salzburg24 / Florian Gann)

(Quelle: S24)

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