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Nachhaltige Projektidee

Studenten planen Bio-Gemeinschaftsgarten für Uni

"Mentale Oase" soll Ausgleich für die Psyche bieten

gemüse kistel Pixabay
Im geplanten Gemeinschaftsgarten soll ausschließlich Gemüse in Bio-Qualität angebaut werden. (SYMBOLBILD)

Um Studierenden einen Ausgleich zum Alltag zu bieten und ein Herauskommen aus den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, planen Laura und Jonathan von der Uni Salzburg einen Gemeinschaftsgarten für die Uni. Was es mit dem Projekt auf sich hat, erzählen die beiden im Interview mit SALZBURG24.

Nach über einem Jahr Corona-Pandemie meldeten sich das UniNEtZ – Universitäten und Nachhaltige Entwicklungsziele und der Verein forum n mit einem gemeinsamen Projekt-Call. Unter dem Motto „Leave no one behind“ konnten Studierende aus ganz Österreich bis Mitte März Projektentwürfe einreichen, die Studierenden in der Pandemie zugutekommen. Die Vorschläge werden jetzt laufend betreut und bei Verwirklichung finanziell gefördert.

Bio-Garten für Studierende

Eine solche Projektidee realisieren wollen auch zwei Studierende von der Uni Salzburg. Laura Honold und Jonathan Steffens planen einen Bio-Gemeinschaftsgarten für Universitätsangehörige und – im weiteren Verlauf – auch Universitätsfremde. Den Einfall für einen solchen Garten hatten sie schon vor Längerem, wie sie im Gespräch mit SALZBURG24 erzählen. Durch den Aufruf von UniNEtZ und forum n sei die Idee dann konkreter geworden.

Austausch an der frischen Luft

Dass eine solche Gemeinschaftsfläche derzeit wichtig ist, erklären die beiden vor allem mit fehlenden Sozialkontakten. „Die Studenten vermissen den zwischenmenschlichen Kontakt und Austausch sehr, das zeigt eine Umfrage an der Uni Salzburg. In Anbetracht dieser Tatsache ist so ein Garten sinnvoll und wird auch tatsächlich gebraucht“, meint Steffens. Immerhin sei man zum einen an der frischen Luft, zum anderen könne der Abstand jederzeit eingehalten werden.

"Mentale Oase"

Doch auch abseits der Pandemie biete ein Gemeinschaftsgarten große Vorteile. Viele Studierende leben in Wohngemeinschaften. Nur ein Bruchteil habe einen eigenen Balkon oder Garten zur Verfügung, um sich am Eigenanbau zu versuchen, erzählen die beiden. „Dabei bietet Gärtnern viele Vorteile für die menschliche Psyche“, erklärt Honold. Steffens fügt hinzu: „Der Garten soll eine mentale Oase werden.“ Für jene, denen Gartenarbeit nicht zusagt, sollen Sitzgelegenheiten zum Ausruhen, Lernen und Plaudern zur Verfügung gestellt werden.

 

Nachhaltiges Gemüse

Zum Verweilen in der Grünanlage wollen die beiden alle Menschen einladen. Die Pflanzenpflege soll aber vor allem zu Anfang ein festes Kernteam aus Freiwilligen übernehmen. Dieses Team soll auch entscheiden, welches Gemüse angebaut werden soll. Fest steht für die beiden, dass regional, standortangepasst und ökologisch nachhaltig gegärtnert werden wird. 

Ernte für alle

Zu Beginn sei nicht damit zu rechnen, dass genug Gemüse geerntet werden kann, sodass auch andere als die freiwilligen Helfer sich daran bedienen können. „Das Ziel ist aber auf jeden Fall, dass die Ernte auch mit Menschen geteilt wird, die nicht beim Anbau geholfen haben“, so Honold.

Grundstück in Uni-Nähe

Einen fixen Platz für ihre Idee gefunden haben die beiden noch nicht. Der Weg für interessierte Studierende müsse jedenfalls so kurz wie möglich gehalten werden, meinen Honold und Steffens. Etwa dreihundert Quadratmeter Fläche wollen sie für ihren Garten bekommen, denn nur mit genügend Fläche könne gewährleistet werden, dass auch alle Helfer einen Teil von der Ernte bekommen. Im Gespräch sind die Wiesenflächen in Nähe der Naturwissenschaftlichen Fakultät in Herrnau entlang des Richard-Hörl-Wegs. Die Flächen dort sind zum größten Teil im Besitz der Stadt und des Landes Salzburg, ein kleiner Teil gehört der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), teilt die BIG auf Anfrage von SALZBURG24 mit.

Bis zu 1.000 Euro vom UniNEtZ

Abgesehen vom Grundstück, das über einen Partner oder Sponsor organisiert werden muss, planen die beiden mit einem Budget von 1.500 Euro. Davon sollen Gartenmöbel, Werkzeug und Samen gekauft werden. Bis zu 1.000 Euro könnten vom UniNEtZ kommen, die Bewilligung dafür steht noch aus. Dass das knapp bemessen ist, ist den beiden bewusst. Steffens erklärt, wie sie mit dem geringen Budget auskommen wollen: "Viel werden wir mit Up- und Recycling machen." Außerdem freue man sich sehr über Sachspenden. "Vor allem Setzlinge suchen wir derzeit dringend, denn für das Aussähen ist es dieses Jahr schon zu spät."

(Quelle: SALZBURG24)

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