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Suchtbericht: In Salzburg hauptsächlich Männer in Behandlung

Franz Schabus-Eder, LH-Stv. Christian Stöckl und LH-Stv. Heinrich Schellhorn stellten am Mittwoch den Suchtbericht für 2017 vor. Land Salzburg/Monika Rattey
Franz Schabus-Eder, LH-Stv. Christian Stöckl und LH-Stv. Heinrich Schellhorn stellten am Mittwoch den Suchtbericht für 2017 vor.

Sowohl in der Suchtberatung als auch in der stationären Suchttherapie sind im Bundesland Salzburg überwiegend männliche Patienten zu finden. Das geht aus dem aktuellen Suchtbericht des Landes hervor. Was noch auffällt: Die Substitutionstherapie hat sich als wichtigste Schiene in der Behandlung Opioidabhängiger etabliert.

Die Zahl der in der Substitutionstherapie behandelten Patienten – also jene, die „Ersatzmedikamente“ nehmen - nimmt über die Jahre stetig zu, und zwar von 496 im Jahr 2013 auf 514 (2015) und 552 (2017). Ebenso stieg die durchschnittliche Behandlungsdauer von 52 Monaten (2013) auf 66 (2015) und 74 Monate (2017). Die Patienten werden auch älter, der Anteil der über 40-Jährigen erhöhte sich von 34 auf 42 Prozent in diesen fünf Jahren.

Suchtbericht: Sucht zum Großteil Männersache

Eine klare Sprache sprechen die Zahlen, was den Anteil von männlichen und weiblichen Personen mit Suchtproblemen betrifft: Zur Alkoholberatung kamen im Vorjahr 638 Männer und 276 Frauen, zur Drogenberatung 447 Männer und 128 Frauen. In stationärer Alkoholtherapie befanden sich 125 Männer und 51 Frauen, in stationärer Drogentherapie 48 Männer und elf Frauen. Substitutionstherapie ist zudem zu fast 75 Prozent Männersache.

Substitution ist wichtigste Behandlungsschiene

„Alle Zahlen zeigen, dass sich die Substitutionstherapie als wichtigste Schiene in der Behandlung von Opioid-Abhängigen etabliert hat“, berichtet Franz Schabus-Eder, Suchtkoordinator des Landes im Referat Psychosozialer Dienst, in einer Aussendung am Mittwoch. „Die Therapie sichert das Überleben, beseitigt den Beschaffungsstress und holt die Menschen aus der Illegalität. Das alles schafft die Basis für soziale Integration – bis hin zur Arbeitsfähigkeit.“

„Das Land Salzburg legt den Fokus weiterhin stark auf die Prävention. Vor allem Kinder und Jugendliche müssen sich suchtfrei entwickeln können“, sind sich die LH-Stv. Christian Stöckl (ÖVP) als Gesundheits- und Sozialreferent LH-Stv. Heinrich Schellhorn (Grüne) einig.

Situation in Salzburg weitgehend stabil

Auch der fünfte Suchtbericht für das Jahr 2017 zeigt eine weitgehend stabile Situation der Suchtproblematik im Land Salzburg. Die effektive Vernetzung unter den Salzburger Einrichtungen und die zahlreichen Vorsorgemaßnahmen tragen wesentlich zu diesem Ergebnis bei. Alle Informationen sowie Daten und Fakten können hier heruntergeladen werden. "Die Zahlen zeigen, dass die Beratungsstellen des Landes eine hohe Bekanntheit sowie Akzeptanz in der Bevölkerung haben und dadurch auch viel zu Prävention und Frühintervention beitragen", ist Schellhorn überzeugt.

Hilfe für suchtkranke Menschen wird ausgebaut

Um suchtkranken Menschen künftig noch besser helfen zu können und sie noch früher in die Versorgung zu bringen, ist im Bundesland Salzburg die Einrichtung von suchttherapeutischen Zentren für die Versorgungsregionen Salzburg-Nord und Salzburg-Süd geplant. In diesen soll eine substanzübergreifende Suchtberatung sowie eine ambulante und in der Stadt Salzburg auch eine stationäre Suchttherapie angeboten werden. Der Neubau soll auf dem derzeitigen Parkplatz der Christian-Doppler-Klinik errichtet werden. „Dort können die jetzt in der Stadt Salzburg verstreuten Einrichtungen auf einen Standort konzentriert werden“, so Stöckl. Konkret sind das die Suchtberatung, die suchtmedizinische Station der Christian-Doppler-Klinik sowie die Suchthilfe-Klinik Salzburg. „Eine Fertigstellung des Neubaus erscheint aus derzeitiger Sicht bis Ende 2021 realistisch“, betonte Stöckl.

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