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Szene Salzburg feiert 50er

50 Jahre Szene Salzburg. Nach fünf Jahrzehnten unter der Leitung von drei Intendanten ist die Szene Salzburg vom Kreativpool für neue Kunstformen zum international anerkannten Festival gewachsen. Grund genug für einen Rückblick in Buchform und ein großes Fest im Herbst. In den Anfangsjahren kam oft die Polizei, erinnerten sich Alfred Winter und Co. bei einem Pressegespräch.

Salzburg

Vieles schien am Anfang in den späten 1960er Jahren noch unmöglich, als die Szene noch keinen fixen Standort hatte und "Szene der Jugend" hieß, ehe sie den Siegeszug ihrer Etablierung in den 1970er Jahren antrat, erinnert sich Alfred Winter, Mitbegründer und erster Leiter der heutigen Szene Salzburg. Außer jungen und interessierten Salzburgern sei damals auch die Polizei ein häufiger Gast der Aktionen der Szene der Jugend gewesen.

Das "Festival für die schmale Brieftasche" - wie Winter es liebevoll nennt - sei aber gerade für heutige Salzburger Größen im Kulturbetrieb, wie etwa Festspielintendant Markus Hinterhäuser oder Geiger Benjamin Schmid, eine wichtige Startrampe gewesen.

Szene Salzburg im Herzen der Altstadt

Unter der Leitung von Michael Stolhofer gelangte die Szene in den 1980er Jahren zu ihrem heutigen Standort am Anton-Neumayr-Platz. "Es war eine Zeit des Aufbruchs und aus kulturpolitischer Sicht unsere größte Zeit. Viele Festspielkünstler waren zuerst bei uns, und auch viele wichtige Kompanien haben erstmals wir nach Salzburg gelockt", erinnert sich Stolhofer und lässt nebenbei aber mit Stolz Namen wie Bob Dylan oder Pattie Smith fallen, die ebenfalls an der Salzach zu Gast waren.

Spagat zwischen lokalen Künstlern und Stars

2012 übernahm mit Angela Glechner die erste Frau die Leitung der Szene. Sie habe zwar keinen neuen Spielort zu verantworten, sei aber durchaus glücklich darüber, mitverantwortlich dafür zu sein, dass die Szene nach der Jahrtausendwende zur internationalen Größe gewachsen ist. Vor allem die Vertiefung der Kooperation mit der lokal agierenden Szene sei ihr dabei immer wichtig gewesen. Auf diesem Ruf wolle man sich mit der Szene aber nicht ausruhen, sondern mit neuen Fragen in die Zukunft schauen und sich den Veränderungen der Kunstproduktionen stellen. "In Zeiten, in denen in einem Kunstbetrieb mehr Menschen mit Social Media beschäftigt sind als mit Dramaturgie, ist eine intensive und profunde Auseinandersetzung mit der Kunst überaus notwendig", so die Intendantin.

"Speicher der Erinnerung" im Internet

Diese und viele andere Erinnerungen an die vergangenen 50 Jahre sollen in einer Jubiläumspublikation festgehalten werden, die von einem "Speicher der Erinnerung" auf der Website der Szene unterstützt wird, in den sich ehemalige Teilnehmer und Besucher eintragen können. Am 8. und 10. Oktober wird das Jubiläum dann endgültig gefeiert, mit einer Neuumsetzung von Jerome Bels Performance "The Show must go on" und einer Videoinstallation von Tom Hallwa, die die Erfolgsgeschichte vom anfänglichen Festival "für Studenten, Gammler und Konsorten", wie die Szene in einem kurzen Filmausschnitt genannt wird, zu einer international anerkannten Institution zeigt.

(APA)

(Quelle: APA)

Aufgerufen am 22.10.2019 um 08:33 auf https://www.salzburg24.at/news/salzburg/stadt/szene-salzburg-feiert-50er-67932100

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