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Taxler in Salzburg am Auge schwer verletzt: 20-Jähriger verurteilt

Ein 45-jähriger Taxifahrer ist von einem 20-jährigen Oberösterreicher aus dem Bezirk Braunau am 1. Mai des Vorjahres so schwer verletzt worden, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. Er wollte den Kellner nicht mitnehmen, weil dieser kein Bargeld dabei hatte.

Daraufhin verpasste ihm der alkoholisierte Bursch massive Fußtritte, er traf den Chauffeur auch am linken Auge. Seither sieht das Prügelopfer nur mehr "Doppelbilder". Der Kellner wurde am Montag gegen Abend am Landesgericht Salzburg wegen absichtlich schwerer Körperverletzung mit schweren Dauerfolgen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren nicht rechtskräftig verurteilt.

Wegen mehrerer Delikte schuldig gesprochen

Der Beschuldigte wurde aufgrund anderer vorgeworfener Delikte zudem wegen schwerer Körperverletzung, schweren Diebstahls, Sachbeschädigung und unbefugten Gebrauchs eines Fahrzeuges schuldig gesprochen. Das Gericht ordnete eine Einweisung des 20-Jährigen in eine Anstalt für geistig höher gradig abnorme Rechtsbrecher an. Die Staatsanwaltschaft kündigte Berufung an, der Angeklagte (Verteidiger Leopold Hirsch) bat um Bedenkzeit. Der Vorfall mit den massiven Fußtritten gegen den Taxifahrer ereignete sich um etwa 5.00 Uhr nach einem Disco-Besuch im "Atrium West" nahe der Stadt Salzburg bei einem Taxistand. Er sei ausgeflippt, weil ihn der Chauffeur nicht ohne Geld mitnehmen wollte, er hätte ja nur zu einem Bankomat fahren wollen und ihm dann den Fuhrlohn gegeben, schilderte der 20-jährige Angeklagte am ersten Prozesstag am 11. Jänner.

Heftige Faustschläge gegen Gesicht und Körper

Der Oberösterreicher versetzte dem Vater von zwei Kindern heftige Faustschläge gegen Gesicht und Körper. Als der Taxifahrer auf dem Boden lag, stülpte der Bursche ihm die Jacke über den Kopf und verpasste ihm "wuchtige Fußtritte in die Augenregion", schilderte Staatsanwältin Karin Sperling den Geschworenen des Jugendgerichtes (Vorsitz: Richterin Bettina Maxones-Kurkowski). Der Taxifahrer erlitt Rissquetschwunden, einen Trommelfellriss, einen Bruch des linken Augenbogens und einen Abriss des unteren Augenmuskels. "Er kann sich nur mehr frei bewegen, wenn er das linke Auge abdeckt. Das Zusammenspiel beider Augen ist auf Dauer gestört."

Taxi und 100 Euro gestohlen

Die Staatsanwältin legte dem Beschuldigten noch weitere Delikte zur Last. Er habe dem Taxler 100 Euro geraubt und sich mit dessen Auto davon gemacht. 500 Meter weiter krachte der Pkw in einen Betonpfosten. Der Oberösterreicher bestritt allerdings den Raub. Er habe mit dem Wagen flüchten wollen, aber kein Geld genommen. Das Geschworenengericht wertete die Tathandlung als schweren Diebstahl. Bereits eineinhalb Monate vorher schlug der 20-Jährige in St. Pantaleon (OÖ) einen Zugführer in der Lokalbahn der Salzburg AG mit seinen Fäusten krankenhausreif. Der Braunauer wollte "zum Aufwärmen" Turnübungen machen, was dem Zugführer aber missfiel - er forderte den 20-Jährigen auf, die Bahn zu verlassen. Danach rastete der junge Mann aus.

Neuropsychiatrisches Gutachten erörtert

Am heutigen Prozesstag wurde ein neuropsychiatrisches Gutachten über die Persönlichkeitsstruktur des Angeklagten erörtert. Er sei zwar zurechnungsfähig, leide aber an einer kombinierten Persönlichkeitsstörung, erklärte Ernst Griebnitz. Bei Alkoholmissbrauch werde der Oberösterreicher hoch aggressiv. Es sei dann nicht ausgeschlossen, dass er ähnliche Taten begehe. Der Gutachter riet zu einer stationären Therapie und zu einer Einweisung in eine Anstalt für psychisch abnorme Rechtsbrecher. (APA)
(Quelle: S24)

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